Weihnachtsdeko: hölzerne Schneeflocken

Weihnachten steht vor der Tür und es geht so langsam daran, die Wohnung zu schmücken. Da kam mir die letzte Folge von Woodworking for Mere Mortals von Steve Ramsey gerade recht. Holzschmuck und Weihnachten passt sehr gut zusammen und hölzerne Schneeflocken hat auch nicht jeder, zumal gleich so viele auf einmal.

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Arbeitsschritt 1: Rautenförmige Leisten sägen

Schaut man sich die kristalline Struktur von Schneeflocken aus der Nähe an, stellt man fest, dass diese immer sechseckig sind. Um eine Reihe von Schneeflocken zu basteln, braucht man als erstes also sechs Stäbe, die später miteinander verleimt werden.

Damit diese aber später aber auch als Sechseck zusammen gesetzt werden können, müssen die Stäbe rautenförmig gesägt werden. Dazu stellt man seine Kappsäge auf einen Neigungswinkel von 30 Grad ein und sägt die Leisten aus dem Brettchen.

Für eine genaue Passform müssen die Schenkel der Raute auf jeder Seite gleich lang sein. Sollte es beim Sägen zu Abweichungen kommen, nimmt man die kleinste Kantenbreite und schleift oder hobelt alle anderen Kantenbreiten ebenfalls auf dieses Maß.

Wer einen Haufen Sterne haben möchte, kann jetzt direkt zu Arbeitsschritt 3 springen.

Arbeitsschritt 2: Verzierungen

Nun geht es darum, die Leisten der Länge nach zu Verzieren. Dies kann, wie bei Steve Ramsey mit einer Tischkreissäge, oder wie bei mir mit einer Oberfräse als Tischfräse passieren.

In beiden Fällen sollte darauf geachtet werden, dass die Verzierungen an allen sechs Leisten gleich gestaltet werden und die Verzierungen am den an einem der beiden spitzen Winkeln angrenzenden Leistenseiten identisch ist. Die kristalline Struktur einer Schneeflocke ist ja auch regelmäßig.

Da ich meine Finger noch für das Auspacken von Weihnachtsgeschenken in diesem Jahr brauche, das Führen der Leisten über dem Fräskopf (in meinem Fall ein 90 Grad Fräser) aber verdammt gefährlich ist, habe ich mir kurzerhand eine kleine Führungshilfe gebastelt, die ich auf meinen Anschlag (immer noch das provisorische Brett) geschraubt habe. Anschließend brauchte ich die Leisten nur noch durch die Führungshilfe schieben und kam nie auch nur in die Nähe des Fräskopfes.

Da anschließend immer noch recht viel Material übrig war, habe ich die Leisten noch beidseitig mit der Zug-, Kapp- und Gehrungssäge der Länge nach eingekerbt. Auch dafür habe ich mir eine kleine Halterung gebastelt, mit der ich das Werkstück besser halten konnte. Dummerweise ist mir das Einkerben nicht ganz so gut gelungen, so dass es nicht mehr wirklich symmetrisch ist. Aber was soll’s.

Arbeitsschritt 3: Verleimen der Leisten

Da es reichlich schwierig ist, sechs Leisten gleichzeitig miteinander zu verbinden, verleimt man diese immer erst einmal paarweise und übt mit entsprechenden Klemmen Druck auf die Verleimung aus.

Ist der Leim dann abgebunden, verleimt man dann diese drei Leistenpaare miteinander. Da es reichlich schwierig ist, mit Klemmen gleichmäßig Druck auf diese Verleimungen auszuüben, nimmt man einfach ein paar Gummibänder, die diesen Zweck ebenso gut erfüllen können.

Arbeitsschritt 4: Sägen der Schneeflocken

Um aus dem Schneeflockenblock nun einzelne Schneeflocken zu gewinnen, musste dieser wie eine Salami in Scheiben zerlegt werden. Leider habe ich keine Bandsäge wie Steve in seiner Vorlage. Deshalb musste ich etwas anderes probieren.

Die schnellste Möglichkeit bot die Zug-, Kapp- und Gehrungssäge. Innerhalb von Sekunden war die erste Schneeflocke gesägt. Wie ich aber leider erwartet habe, ist die Maschine doch arg ruppig zu der fragilen Schneeflocke und hat ein ordentliches Stück davon abgerupft und ordentlich Holzfasern aus dem dünnen Scheibchen gelöst. So geht’s also nicht.

Aber ich habe ja noch die Dremel Moto-Saw aus dem Produkttest. Dummerweise passte dort der Schneeflockenblock nicht auf Anhieb drunter. Erst als ich die nähmaschinenfußartige Rückhaltevorrichtung demontiert hatte, war genug Platz. Leider verzog sich das dünne Sägeblatt zu stark, so dass das Ergebnis trotz Schiebeschlittens und Anschlagklotz total schief wurde. Das war also auch nicht der Weg.

Mit der Feinsäge und einer Sägelade wurde das Ergebnis dann doch noch gut. Das ist zwar der mühsamste Weg, aber mit der Hand hat man bei solch zerbrechlichen Gebilden doch noch mit Abstand die beste Kontrolle über das Werkstück.  Aber auch dabei ist mir zum Schluss ein Malheur passiert und eine der Spitzen über die komplette Länge des restlichen Schneeflockenblocks abgebrochen. Dadurch war dann die Ausbeute nicht ganz so hoch.

Arbeitsschritt 5: Das Finale

Anschließend wurden die Schneeflocken noch einmal mit abgeschliffen. Aus den Erfahrungen beim Sägen habe ich lieber die Finger vom Excenterschleifer gelassen und vorsichtig von Hand geschliffen. Schließlich wollte ich nicht, dass mir noch mehr Spitzen abbrechen.

Bevor man die Schneeflocken nun verwenden kann, sollten sie noch mit Klarlack besprücht werden, so dass sie zumindest etwas Licht reflektieren, wenn sie im Weihnachtsbaum hängen. Da wir unseren Weihnachtsbaum immer erst Heiligabend schmücken, kann ich davon leider noch keine Bilder zeigen. Alternativ kann man sie natürlich auch in jeder beliebigen Farbe besprühen.

Letztendlich stelle ich fest, dass es zwar Spass gemacht hat, die Schneeflocken zu erstellen und das Ergebnis auch ganz okay geworden ist, ich aber wohl letztendlich nicht das richtige Werkzeug dafür habe. Egal, am Weihnachtsbaum fällt es dann eh keinem mehr auf, dass die Schneeflocken nicht richtig symmetrisch geworden sind. Dafür ist’s selbst gemacht und das darf man auch sehen.

Nachtrag

Ich bin nicht der einzige, der sich durch die Folge von Steve Ramsey motiviert sah, Schneeflocken zu erstellen. Diese Schneeflocken gefallen mir deutlich besser als meine eigenen.

Produkttest der Dremel Moto-Saw

Wieder einmal habe ich das Vergnügen, ein Produkt für die Bosch-Community 1-2-do zu testen. Diesmal handelt es sich um die Dremel Moto-Saw, eine Art motorisierte Laubsäge. Für diejenigen, die es nicht wissen: Dremel gehört seit 1993 zu Bosch.

Ausstattung
Geliefert wird die Moto-Saw in einem grauen Koffer, in dem sich neben der eigentlichen Säge auch der Sägetisch, zwei Zwingen, ein Winkelanschlag sowie fünf Sägeblätter befinden. Freundlicherweise lieferte Bosch für diesen Produkttest zusätzlich noch jeweils fünf Sägeblätter der Sorten MS51 (Holzsägeblatt mit 6 Zähnen/cm), MS52 (Holzsägeblatt mit 7 Zähnen/cm) und MS53 (Metallsägeblatt mit 10 Zähnen/cm). Damit kommen wir auch gleich zum ersten Kritikpunkt. Die Sägeblätter, die sich im Standardlieferumfang befinden, sind alle in der gleichen, unbeschrifteten Tüte. Damit lässt es sich für den Laien nur schwer erkennen, welches Sägeblatt für welche Verwendung am besten geeignet ist.

Die Anleitung
Die Anleitung macht einen sehr umfangreichen Eindruck, was vor allem daran liegt, dass sie für unzählige Sprachen in einem Buch vorliegt. Den größten Teil davon benötigt man gar nicht. So beschränkt sich der deutsche Teil auf gerade einmal knapp viereinhalb Seiten zuzüglich der fünf Seiten schematische Zeichnungen am Anfang des Buches. Aus Kostengründen ist es verständlich, wenn man dies alles in ein Buch packt, jedoch sollte man zumindest die deutsche und die englische Anleitung von den anderen Sprachen trennen, da dies wahrscheinlich die meist genutzten sind. Witzig ist, dass direkt neben dem Zeichen für die deutsche Anleitung am Seitenrand „Useful hints and tips“ steht und es danach auch mit der englischen Anleitung weitergeht. Da hätte ich doch zumindest für jede Sprache auf einer neuen Seite angefangen.

Den Aufbau der Anleitung finde ich wieder einmal nicht sonderlich gelungen. Am Anfang des Buches befinden sich wie bereits geschrieben auf fünf Seiten verteilt einige schematische Zeichnungen, bei denen auf einer die einzelnen Teile der Moto-Saw mit den Buchstaben A bis M bezeichnet sind. Dummerweise findet sich dort keine Legende. Als deutscher Nutzer findet man erst 15 Seiten später eine Legende. Man ist also ständig am hin- und herblättern. Besser wäre es, wenn zumindest diese eine Zeichnung mit integrierter Legende vor jeder Sprache wiederholt werden würde.

Die Montage lässt sich dank der sehr guten Zeichnungen sehr einfach bewerkstelligen. Darüber hinaus gibt es einen Abschnitt „Montage“, der aber nur mit dem Satz „Die Abbildungen 2 bis 6 enthalten Anweisungen zum Aufsetzen und Abnehmen von Zubehör.“ auf die bereits erwähnten Zeichnungen verweist. Sollte man unerwarteter Weise mit den Zeichnungen nicht klar kommen, ist dieser Abschnitt überhaupt nicht hilfreich, zumal man mit den Zeichnungen 2 bis 6 nicht einmal ein Sägeblatt eingesetzt hat. Das steht erst im Abschnitt „Verwendung“ unter „stationärer Modus“ und verweist auch wieder nur auf die Zeichnungen. Sollte man aus welchen Gründen auch immer den stationären Modus nicht verwenden wollen, sondern nur den portablen Modus, bekommt man keinen Hinweis darauf, wie man das Sägeblatt einzusetzen hat.

Apropos Sägeblatt, in der Anleitung ist auch eine Seite, die die Verwendungszwecke der verschiedenen Sägeblätter MS51, MS52 und MS53 erklären soll. Ich schreibe bewußt „soll“, da sich die verwendeten Symbole nur sehr schwer irgend etwas zuordnen lassen. Das ganze ist tabellarisch dargestellt. In der linken Spalte befinden sich die drei Sägeblätter mit deren Bemaßungen. Wie ich bereits oben geschrieben habe, lassen sich diese aber nur schwer auseinander halten – vor allem, wenn einem gerade die anderen zum Vergleich nicht vorliegen. Die anderen Spalten sind mit verschiedenen Materialsymbolen übertitelt, die sich ebenfalls nur schwer auseinander halten lassen. So sehen die ersten drei Symbole, die vermutlich Bretter zeigen, bis auf die dunklere Färbung des zweiten auf den ersten Blick identisch aus. Erst wenn man sehr (und ich meine irgendwas im Bereich eines Adlerauges) hinschaut, erkennt man im ersten Brett einige Punkte und im zweiten eine Maserung. Symbol vier und fünf kann ich nicht zuordnen. Auf Symbol sechs ist ein Eimer zu sehen, bei dem zusätzlich der Begriff „Plastic“ steht. Dies aber in einer Schriftgröße gegen die selbst das Kleingedruckte in Versicherungsverträgen wie Überschriften wirkt. Danach kommt noch ein Symbol, mit verschiedenstem Krempel drauf. Aus dem Kontext lässt sich zumindest erkennen, dass letzteres für Metall stehen soll.

Einen großen Teil der Anleitung nehmen die Sicherheitshinweise ein, was ich sehr positiv bewerte. Diese sind unterteilt in allgemeine und maschinenspezifische Hinweise. Letztere beginnen mit den Worten „Warnhinweise für Stichsägen“. Nun, unter einer Stichsäge verstehe ich etwas anderes. Da könnte der eine oder andere auf die Idee kommen, diesen Abschnitt auszulassen. Dabei sind auch zwei Hinweise, die in Bezug auf die Moto-Saw eigentlich überflüssig wären. Zum einen soll man das Sägeblatt nach dem Ausschalten nicht durch seitlichen Druck abbremsen, zum anderen soll man den vollständigen Stillstand der Maschine abwarten, ehe man sie absetzt. Glücklicherweise steht das Sägeblatt der Moto-Saw quasi sofort, nachdem man sie ausgeschaltet hat, was ich mal positiv hervorheben möchte.

Alles in allem bietet die Anleitung viel Optimierungspotential. Glücklicherweise wird sie von halbwegs begabten Heimwerkern nicht benötigt.

Der Aufbau

Nutzung in der Praxis

  1. Freihand
    Im Freihandmodus wird die Moto-Saw genauso benutzt wie eine normale Laubsäge. Das Werkstück sollte dabei am Werktisch befestigt sein. Wie auch bei der normalen Laubsäge geht die Arbeit damit leider nicht ganz so flott von der Hand wie bei der Benutzung mit dem Sägetisch, weshalb ich mein Hauptaugenmerk auf diese stationäre Nutzung gelegt habe.
  2. stationäre Nutzung
    Um die Moto-Saw in der Praxis zu testen, habe ich für meinen nun schon fast 4 Monate alten Sohn ein Mobile gebastelt und dafür ein paar Meerestiere ausgesägt. Wenn man das Werkstück gut festhält und führt, kann man es sehr gut kontrollieren und kann die Schnitte genau dort ausführen, wo sie ausgeführt werden sollen. Dabei hat man stets einen sehr guten Blick auf die Stelle, an der sich das Sägeblatt durch das Holz arbeitet. So macht die Arbeit Spaß und ist auch schnell erledigt.

Sicherheit
Auch das Thema Sicherheit wurde bedacht. Dazu trägt natürlich die sehr gute Kontrolle des Werkstücks bei – und das schon, wenn man die Rückhaltevorrichtung (das Ding, was so aussieht wie ein Füßchen von einer Nähmaschine) aus Faulheit nicht nutzt. Das sollte man aber trotzdem tun. Zum einen bietet die Rückhaltevorrichtung einen Schutz vor den Teilen des Werkstücks, die man gerade abgesägt hat. Zum anderen sorgt es durch die Halterung für den Fuß der Rückhaltevorrichtung auch dafür, dass man sich schon anstrengen muss, um mit den Fingern in das Sägeblatt zu geraten.

Energieverbrauch
Der Energieverbrauch hat mich positiv überrascht. Je nachdem, welche der sechs Geschwindigkeitsstufen man gewählt hat, benötigt die Säge zwischen 20 Watt (Stufe 1) und 33 Watt (Stufe 6) im Leerlauf. Dieser Wert erhöht sich leicht um wenige Watt in Abhängigkeit vom Material und der Dicke des Werkstücks. Eigentlich habe ich mit viel höheren Werten gerechnet. Ausgezeichnet.

Wirksamkeit der Absaugung
Die Absaugung ist sehr wirkungsvoll. Ohne Absaugung verirren sich schon ein paar Holstaubteilchen auf den Sägetisch. Mit angeschlossenem Werkstattsauger sieht die Sache deutlich besser aus. Da verirrt sich so gut wie kein Krümelchen, nahezu alles landet im Sauger. Sehr gut.

Verfügbarkeit von Verbrauchsmaterial
Leider handelt es sich bei den Sägeblättern nicht um Standard-Laubsägeblätter, was natürlich wie üblich die Sache etwas verteuert. Dem steht aber der sehr einfache Wechsel des Sägeblatts entgegen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, in diversen Baumärkten im Raum Hannover nach den Sägeblättern zu suchen und die Preise zu vergleichen (Stand: KW 46/2012).

Baumarkt MS51 MS52 MS53
Bauhaus nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar
Hellweg nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar
Hornbach nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar
Max Bahr nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar
Obi nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar
Praktiker nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar
Toom nicht verfügbar nicht verfügbar nicht verfügbar

Ein Armutszeugnis, das muss sich auf jeden Fall ändern. Online sieht die Sache schon etwas besser aus. Zu berücksichtigen ist hierbei noch, dass dort noch Versandkosten hinzu kommen.

Baumarkt MS51 MS52 MS53
Amazon 16,20 EUR nicht verfügbar nicht verfügbar
ELV 6,95 EUR 6,95 EUR 6,95 EUR
GW-Werkzeuge 6,90 EUR 6,90 EUR 6,90 EUR

Schön wäre es übrigens, wenn es auch ein beidseitiges Sägeblatt geben würde. Dann müsste man das Sägeblatt nicht immer in der gerade gesägten Linie zurück führen, wenn man beispielsweise spitz zulaufende Zwischenräume aussägt, sondern kann gleich weiterarbeiten.

Fazit
Der Preis von rund 120 EUR hätte mich zunächst abgeschreckt. Schließlich ist eine normale Laubsäge um ein Vielfaches günstiger zu bekommen. Aber die einfache Handhabung sowie die im Vergleich zu einer normalen Laubsäge sehr sauberen Arbeitsergebnisse relativieren dies wieder. Nachdem ich nun viele Jahre lang keinerlei Laubsägearbeiten mehr verrichtet habe, habe ich durch die Moto-Saw auch wieder Spaß daran gefunden und es werden sich sicherlich noch zig Gelegenheiten ergeben, wo ich sie anwenden kann. Ich kann sie auf jeden Fall sehr empfehlen.

Erste Photo-Sphere-Erfahrungen

Nachdem ich zu den glücklichen Erstkäufern eines Nexus 4 gehören durfte, habe ich natürlich auch gleich mal die Photo-Sphere-Funktion der Kamera ausprobiert. Grundsätzlich muss ich sagen, dass mir das richtig gut gefällt. Einige Punkte dabei können aber noch deutlich verbessert werden. Hier aber erst einmal mein Versuchsbild, welches ich bei mir in der Gegend gemacht habe.

  1. Die Bildqualität ist eher bescheiden. Einige Übergänge der Einzelaufnahmen sind nicht ganz so gut geworden. Hinzu kommt, dass einige Bildbereiche weich gezeichnet wurden. Dies wird sicherlich im Laufe der Programmversionen noch verbessert.
  2. Die Auflösung könnte höher sein. Dies ist aber sicherlich darauf zurück zu führen, dass zum einen die Ausgabe nur für den Bildschirm vorgesehen ist und auch nur dort Sinn ergibt. Außerdem wird die Berechnung ja auf einem Smartphone durchgeführt, so dass eine Reduktion der Auflösung dessen Ressourcen schont. Schön wäre es, wenn man eine Wahl hätte, ob man eher Wert auf Qualität oder auf Energiesparen legt.
  3. Die Freigabe der Bilder für Google Maps dauert eine Weile, was einem so nicht mitgeteilt wird. Da ich das Bild nach dem Teilen nicht bei den Fotos in Google Maps gefunden habe, dachte ich, es wäre etwas schief gegangen und habe es noch einmal geteilt. Später habe ich eine E-Mail bekommen, dass mein Bild nun freigegeben sei. Zumindest beim ersten Aufruf sollte dazu ein erklärender Hinweis kommen.
  4. Durch die Bezeichnung, dass das Teilen mit Google Maps passiert, habe ich mir immer gedacht, dass es doch für Google StreetView besser passen würde. Nun, wie ich gerade, während ich diesen Artikel schrieb, festgestellt habe, ist es auch genau das. Statt wie erwartet bei den Fotos, findet man das Panorama unter Google StreetView. Ausgezeichnet. Nun werden sicherlich die leeren StreetView-Flecken auf der Landkarte verschwinden (und den Häuserverpixlern geht’s auch an den Kragen). Das die Community Zeit und Muße für so etwas hat, wurde ja schon bei OpenStreetMap eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Trotzdem wäre es besser, den Button so umzubenennen, dass das Teilen mit Google StreetView offensichtlich wird.
  5. Was mich wundert ist, dass die Autokennzeichen auf dem Bild nicht automatisch unkenntlich gemacht werden.
  6. Die Zuordnung der Straßen scheint nicht zu funktionieren. Die eingeblendeten Straßen und deren Bezeichnungen müssten um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, was man auch ganz am Straßenschild sehen kann. Vielleicht gibt’s da auch bald ein Tool für, mit dem man sein Bild entsprechend nachbearbeiten kann (an Straßen ausrichten, Kennzeichen und Gesichter unkenntlich machen, Tooltips einblenden).

Trotz der Kritikpunkte finde ich, dass Photo-Sphere ein richtig geiles Feature ist und freue mich schon auf eine deutlich bessere StreetView-Abdeckung.

Manueller Weißabgleich – ja oder nein?

Angeregt durch einen Kommentar in einem Google+-Beitrag von David Maciejewski, habe ich mich gefragt, wie sich meine Bilder durch einen manuellen Weißabgleich verbessern lassen könnten. Bisher habe ich mich auf die Automatikeinstellung meiner Canon EOS 400D verlassen und die Farben bei Bedarf mit Photoshop etwas angepasst, wozu ich meist einfach die Autokorrektur benutzt habe.

Wie führt man eigentlich einen manuellen Weißabgleich durch?

Um diese Frage zu klären, genügt ein Blick in die Anleitung, in der das gut erklärt ist. Man fotografiert ein weißes Objekt, wählt im Menü den Punkt „Manueller Weißabgleich“ aus und selektiert dieses Bild. Anschließend wählt man bei den Weißabgleich-Modi den manuellen Weißabgleich. Dies ist bei den Nachfolgemodellen 450D bis (aktuell) 650D identisch.

Ab in die Praxis

Wie sieht es aber aus, wenn man den Weißabgleich manuell durchführt? Dazu habe ich einfach mal die verschiedenen Einstellungen des Weißabgleichs ausprobiert und miteinander in verschiedenen Beleuchtungssituationen verglichen. Natürlich ist mir klar, dass man abends in einem künstlich beleuchteten Zimmer mit der Einstellung „Tageslicht“ nicht das beste Ergebnis bekommt. Die Einstellung „Blitz“ kann hier einfach überflogen werden, da alle Bilder ohne Blitz aufgenommen wurden und dieses somit keine Aussagekraft hat.

Erste Beleuchtungssituation

Die Aufnahme fand bei geschlossener Wolkendecke, also durchgehend grau, im Garten statt. Meine Erwartungshaltung war, dass ich mit der Einstellung „Wolkig“ und „Automatisch“ die besten Ergebnisse erziele und ggf. „Tageslicht“ noch ein annehmbares Ergebnis liefert. Auf das Ergebnis für den manuellen Weißabgleich war ich gespannt. Als weißes Referenzobjekt habe ich ein weißes DIN A4-Blatt genommen.

Erwartungsgemäß funktioniert der automatische Weißabgleich ziemlich gut. Die Einstellungen mit den künstlichen Lichtquellen sind, wie ebenfalls zu erwarten war, ziemlich blaustichig, während die meisten anderen eher ins gelbliche gehen. Da bin ich etwas enttäuscht. Auch der manuelle Weißabgleich scheint mir nicht ganz gelungen zu sein.

Zweite Beleuchtungssituation

Wir befinden uns wieder im Garten. Diesmal war es ein schöner Herbsttag mit einem strahlend blauen Himmel. Beste Gelegenheit, um mal ein paar Blumen abzulichten. Auch hier erwarte ich den automatischen Weißabgleich mit einem guten Ergebnis. Vom Programm her sollte die Tageslicht-Einstellung ebenfalls sehr überzeugen. Diesmal war ein nicht reinweißer Sonnenschirm das Referenzobjekt.

Auch hier liefert der automatische Weißabgleich ein gutes Ergebnis, welches ungefähr gleichauf mit dem manuellem Weißabgleich liegt. Das Resultat der Tageslicht-Einstellung ist auch noch okay, während die anderen Ergebnisse teilweise recht rot- bzw. blaustichig wirken.

Dritte Beleuchtungssituation

Es wird Zeit, den Weißabgleich auch mal bei künstlichem Licht durchzuführen. Wir befinden uns in meinem Büro zu Hause und schauen auf eine weiß lackierte Tür neben weißen Wänden mit einem dunkelbraunen Streifen. Beleuchtet ist das Büro durch zwei Energiesparlampen, so dass eigentlich zu erwarten ist, dass die Einstellung „Kunstlicht“ neben dem automatischen Modus ein gutes Ergebnis bringt. Als Referenzobjekt für den Weißton diente diesmal die Tür.

Der automatische Weißabgleich liefert hier ein leicht gelbstichiges Ergebnis, welches in etwa dem der „Leuchtstoff“-Einstellung entspricht. Die „Kunstlicht“-Einstellung hingegen bietet von den automatischen Modi noch das beste Ergebnis. Diesmal überzeugt aber der manuelle Weißabgleich auf ganzer Linie.

Und nun?

Ich denke, ich muss noch ein wenig damit üben, um zu einer klaren Aussage zu kommen, da meine Ergebnisse mit dem manuellen Weißabgleich nicht immer ganz überzeugen konnten. Möglicherweise liegt es auch an den verschiedenen Weißmotiven, die ich benutzt habe. Soweit ich mich bisher mit dem Thema befasst habe, sollte man wohl statt eines weißen Objektes eine Graukarte für den Weißabgleich nutzen. Die gibt’s bereits ab etwa 10 EUR. Im Moment gehe ich davon aus, dass ich den manuellen Weißabgleich nutzen werde, wenn ich mit den Farben im der Beleuchtungssituation angemessenen Weißabgleichmodus nicht zufrieden bin. Falls jemand Tipps und Anmerkungen dazu hat, immer her damit.

Und ja, ich könnte natürlich auch einfach Photoshop die Sache erledigen lassen.

Hey Mister Freeman

1998 erschien der erste Teil von Half-Life und zog mich in seinen Bann. Beeindruckend war, dass die Story (viele andere 3D-Shooter hatten ja nicht mal eine) nicht mittels gefilmten oder gerenderten Zwischensequenzen erzählt wurde, wie es damals noch üblich war, sondern durch geskriptete Ereignisse direkt in der Spieltwelt aus Sicht des Spielers. 2004 erschien dann der Nachfolger Half-Life 2, der auf der von Valve entwickelten Source-Engine basiert.

Auf Basis der 2007er-Version des Source-Engine SDK wurde seit 2009 ein Remake des ersten Teils unter dem Namen Black Mesa erstellt, der gratis zum Download bereit steht. Grafisch ist das natürlich deutlich besser als das Original von 1998. Außerdem endet das Spiel vor dem ungeliebten Xen-Level (an der Stelle habe ich damals das Spielen des ersten Teils abgebrochen).

Damit das Spiel läuft, muss das Source SDK Base 2007 installiert sein. Der Download des SDK läuft über Steam, welches vorher bereits installiert sein muss. Hat man bereits ein darauf basierendes Spiel installiert (z.B. Half-Life 2 oder Counterstrike:Source), ist das SDK bereits installiert.

Spieletipp für Android: Radiant

Es gibt nicht viele Spiele, denen man mit Fug und Recht nachsagen kann, dass sie prägend für Videospiele an sich (und nicht nur eines Genres) waren. Pac-Man und Pong gehören meiner Meinung nach auf jeden Fall dazu. Ebenfalls eines dieser Spiele, denen man das Prädikat „Groschengrab“ verleihen kann, war Space Invaders, welches uns Taito 1978 bescherte. Davon gibt es natürlich schon unzählige Nachahmungen, die man problemlos auch kostenlos findet.

Bei Google Play bin ich auf eine Variante gestoßen, die mir trotzdem immerhin 1,69 EUR Wert war: Radiant. Eine kostenlose Version zum Testen ist ebenfalls verfügbar – genauso wie eine HD-Variante, die angesichts der gewollt pixeligen Darstellung wenig Sinn ergibt.

Neben einer tollen pixeligen Retro-Optik in knalligen Farben, gibt es einige hübsche Bossgegner, viele Angriffsformationen und … eine Story, die nebenbei in kleinen Einblendungen erzählt wird. Und wer hätte es gedacht, der Spieler darf die Welt retten. Sehr gut gelungen ist auch die Steuerung. Außer nach rechts und links zu steuern braucht man aber auch nicht viel tun. Trotzdem ist es je nach Schwierigkeitsgrad recht herausfordernd.

Auf jeden Fall macht es eine Menge Spaß und ich erwische mich immer wieder dabei, weiterzuspielen, nachdem mich die letzte Angriffsformation zerlegt hat.

Übrigens gibt es wohl auch eine Art Space Invader-Kunstaktion, bei der im öffentlichen Raum verschieden farbige Kacheln irgendwo angebracht werden. Jetzt kann ich auch endlich eines meiner Fotos einordnen, welches ich 2010 in der Nähe von Fort Jesus in Mombasa, Kenia gemacht habe.

Space Invaders in Mombasa, Kenia

Demo-Level von Project Giana

Seit heute ist eine Demo-Version von Project Giana, einer per Kickstarter finanzierten Fortsetzung des Klassikers The Great Giana Sisters, verfügbar. Giana Sisters habe ich seinerzeit heiß und innig geliebt und spiele es auch heute noch gerne. Um so mehr habe ich mich über Project Giana gefreut, zumal auch einige der damals an Giana Sisters Beteiligten wieder mit dabei sind. So stammt die Musik wieder von Chris Hülsbeck. Auch die geniale Metal-Version von Machinae Supremacy ist dabei.

Nachdem sich das Spiel dann mit einem knappen Gigabyte auf der Festplatte breit gemacht hat, ging’s auch schon los. Da es sich noch um eine sehr frühe Version handelt, habe ich noch nicht allzu viel erwartet. Das war auch besser so. Optisch sieht es schon ziemlich gut aus, macht aber einen etwas ruckeligen Eindruck. Mangels Gamepad musste ich auf die Tastatursteuerung ausweichen. Gegenüber dem Original hat man nun ein paar Bewegungsmöglichkeiten mehr. Neben dem Springen, kann man nun auch zwischen Giana und ihrer Schwester Maria hin- und herschalten. Dabei ändert sich die sie umgebende Welt komplett, was dem Spieler neue Möglichkeiten bietet, an schwierigen Stellen weiterzukommen. Die beiden Figuren haben dabei jeweils noch eine Spezialbewegung drauf. Giana kann im Sprung um sich selbst rotieren und segelt dadurch langsamer zu Boden, was beim Einsammeln von Diamanten sehr nützlich ist. Maria hingegen beherrscht etwas, was ich bestenfalls als „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“ beschreiben möchte. Seht’s Euch am besten selbst an.

Letztendlich macht das Spiel schon einen ganz guten Eindruck und es steht zu hoffen, dass die Finanzierung klappt. Noch fehlen 45.000 Dollar, die in den nächsten 7 Tagen erreicht werden müssen. Mir persönlich ist das Original aber lieber. Ist halt eine Kindheitserinnerung.

Produkttest des Bosch PSR Select

Vor kurzem hatte ich das Vergnügen, den Bosch PSR Select im Rahmen eines Produktests der Bosch-Community 1-2-do testen zu dürfen. Den nun folgenden Testbericht findet man ebenfalls in der Community. Auf geht’s!

Als der PSR Select geliefert wurde, musste ich natürlich gleich am Frühstückstisch damit rumspielen. Wie von Bosch gewohnt, fasst sich das Gerät sehr gut an und macht einen hochwertigen Eindruck. Er liegt gut in der Hand und ist etwas kopflastig.

Allgemeines zur Handhabung
Als nächstes habe ich natürlich einfach mal den Ein-/Ausschalter betätigt. Das ging nicht, weil der Drehrichtungsumschalter in neutraler Position dies verhindert. Okay, das kenne ich vom IXO. Aber danach ging immer noch nichts. Das kenne ich so noch von keinem anderen Akkuschrauber. Etwas verwundert dachte ich dann, dass der Akku vielleicht leer geliefert wurde. Also habe ich das Gerät einfach mal ans Ladekabel geschlossen. Auch dann ging nichts – das steht aber auch so in der Anleitung, wie ich später festgestellt habe. Habe ich ein Montagsgerät bekommen? Nein, im Begleitschreiben, welches ich mir – genau wie die Anleitung – natürlich erst hinterher durchgelesen habe, steht dann auch, dass man erst ein Bit mit dem Schieberegler auswählen muss, damit sich was dreht. In der Anleitung ist dieser Hinweis auch zu finden, er geht aber meiner Meinung nach unter. Zur Anleitung aber später mehr. Da ich beruflich mit dem Thema Usability zu tun habe (wenn auch eher in Bezug auf Webanwendungen), war ich etwas enttäuscht. In der Realität sieht es doch wohl so aus, dass niemand bei einem vermeintlich simplen Gerät wie einem Akkuschraube die Anleitung liest. Auf den ersten Blick ergibt es natürlich keinen Sinn, den Akkuschrauber drehen zu lassen, wenn kein Bit ausgewählt ist. Weiter unten beschreibe ich aber eine Situation, bei der es durchaus sinnvoll wäre.

Super hingegen ist die Auswahl der Bits. Das beleuchtete und vergrößernde Sichtfenster erleichtert es einem schon sehr, das richtige Bit zu wählen. Der Mechanismus funktioniert einwandfrei. Aber auch hier hat sich ein Makel eingeschlichen. Die Beleuchtung funktioniert erst, wenn man ein bereits ausgewähltes Bit wieder zurück in die Trommel führt. Die Erstauswahl findet also im Dunkeln statt.

Nutzung in der Praxis
Kommen wir nun zur ersten Aufgabe, die der PSR Select meistern musste. Ich wollte in unserem Babyzimmer zwei Regalböden (Lack von IKEA) und einen Heizstrahler über dem Wickeltisch anbringen. Da die Wand aus Gasbausteinen habe ich auch entsprechende Gasbausteindübel verwendet, die erst einmal ordentlich in die Bohrung in der Wand gekloppt werden wollten. Anschließend wurden die Schrauben versenkt. Dies gestaltete sich für den voll aufgeladenen PSR Select schwieriger als ich dachte. Sämtliche Schrauben hatten einen Durchmesser von 5 mm, was laut Anleitung der maximale Durchmesser ist, den man damit verschrauben können soll. Sämtliche Schrauben ließen sich zwar versenken, aber am Ende jeder Schraube bzw. kurz davor ging das Gerät aus und blinkte rot. Eine Erklärung für das rote Blinken wird in der Anleitung nicht erwähnt. Da das Gerät aber innerhalb des Verschraubens einer Schraube ziemlich schnell warm wurde, vermute ich mal, dass es sich um eine Akkuüberhitzung handelt. Wohlgemerkt bei JEDER Schraube, als auch bereits nach der ersten. Obwohl letztendlich alle Schrauben versenkt waren und sowohl die Regale als auch der Heizstrahler sicher an der Wand befestigt waren, war dies meiner Meinung nach kein guter Einstand für den PSR Select. Da ich vorher noch nie mit Gasbetondübeln gearbeitet habe, habe ich natürlich keine Vergleichsmöglichkeit, wie sich die Arbeit mit anderen Akkuschrauben gestaltet hätten.

Als nächstes habe ich noch eine Gardinenstange über dem Fenster im Babyzimmer angebracht. Diesmal mit Universaldübeln. Das gestaltete sich einfach. Der PSR Select hat die Schrauben (es waren die gleichen wie oben) problemlos in die Dübel geschraubt, wurde dabei weder warm noch ging er aus. Gut gemacht.

Nun aber weg von der Wand, hin zu Holzverschraubungen. Bei meinen beiden mobilen Sonnenständern mussten die Doppellenk- und die Bockrollen untergeschraubt werden. Das Verschrauben an sich ging zügig und problemlos von der Hand. Bei den Bockrollen trat aber wie erwartet das Problem auf, dass das Schraubloch zu nah an der Rollenhalterung war und der Kopf des PSR Select einfach zu dick. Dies kann man dem PSR Select aber nicht ankreiden, da dieses Problem quasi alle Akkuschrauber habe. Es wäre schön, wenn Bosch hier eine kleine Bitverlängerung von vielleicht 8-10 cm Länge mitliefern würde, die man vielleicht oben an das Gerät klemmen könnte.

Apropos Bitverlängerung. Meine ist 20 cm lang und sitzt im PSR Select leider sehr wackelig. Im IXO wackelt sie zwar auch ein wenig, aber bei weitem nicht so deutlich wie im PSR Select. In einem Akkuschrauber mit Bohrfutter sitzt sie natürlich bombenfest. Besser sitzt sie im PSR Select, wenn der Schieberegler für die Bitauswahl hinten ist. Dummerweise lässt er sich dann, wie bereits oben geschrieben, nicht mehr einschalten.

Zurück zu den Projekten. Im zweiten Anlauf meiner Sonnenschirmständer habe ich dann auch noch die Klötze zur Verstärkung der Ecken damit verschraubt. Wie bereits im Projekt beschrieben, fing er dort zwar bei jeder Schraube gut an, verlor dann aber deutlich an Kraft und wurde wieder sehr warm. Er ging diesmal aber nicht gleich rotblinkend aus. Bei den Verschraubungen der Bodenplatten hingegen ging es wieder ganz leicht.

Vergleich mit IXO
Da ich ja während dieses Berichts den PSR Select mit dem IXO verglichen habe, habe ich mir gedacht, dass ich den Vergleich auch noch etwas ausdehnen kann. Beide Geräte spielen mit ihren 3,6 V in der gleichen Liga. Die Akkus sind mit 1,3 Ah (IXO) und 1,5 Ah (PSR Select) ähnlich ausgelegt. Im Vergleich zum IXO (180 U/min) dreht der PSR Select im Leerlauf mit 210 U/min etwas schneller. Beide Geräte habe ich mit jeweils voll aufgeladenen Akku in ein Leerlaufrennen geschickt und den Ein-Schalter mit einer Zwinge befestigt und gemessen, wann der Akku jeweils leer ist. Von den technischen Werten her hätte ich erwartet, dass eine ähnliche Zeit bei beiden herauskommen würde. Aber weit gefehlt. Der PSR Select ging bereits nach 40 Minuten aus, während der IXO ganze 68 Minuten durchhielt. Das war dann doch schon ein überraschendes Ergebnis. Bei der Ladezeit hingegen hat der PSR Select mit 4 Stunden gegenüber 5,5 Stunden beim IXO die Nase vorn.

Nach den bisherigen Erfahrungen wollte ich es dann doch noch mal genau wissen und habe den PSR Select gegen einen Black & Decker und den IXO antreten lassen. Die Aufgaben waren einfach:

  1. Versenken einer Schraube in ein vorgebohrtes Loch
  2. Herausdrehen der Schraube aus dem vorgebohrten Loch
  3. Versenken einer Schraube ohne Vorbohrung

Erwartungsgemäß war hier der Black & Decker aufgrund seiner höheren Leistungsklasse in jeder Disziplin am schnellsten. Der PSR Select schlug sich aber wacker und war jeweils zweiter. Auch der IXO machte beim Herein- und Herausdrehen eine gute Figur. Nur beim Versenken der Schraube ohne Vorbohrung schaffte er er nicht, sie komplett zu versenken.

Anleitung
Nun wie versprochen zur Anleitung. Diese liegt, wie bei Bosch üblich in 13 Sprachen in einem kleinen Buch vor. Besser fände ich es, wenn es eine einzelne Sprachheftchen wären. Meinetwegen auch eine Aufteilung in Deutsch, Englisch und den ganzen Rest. So kann man die unnötigen Teile entsorgen und spart ein wenig Platz im Koffer, auch wenn die Unterbringung im Fall des PSR Select gut gelöst ist. Ebenfalls verbesserungswürdig finde ich, das die erklärenden Bilder nicht im Kontext der erklärenden Texte stehen. Die Bilder finden sich einmalig ganz vorne in dem Buch und man ist gezwungen, ständig hin- und herzublättern. Da die Bilder ganz vorne auch für alle Sprachen genutzt werden, findet sich im Kontext der Bilder natürlich auch keine Erklärung, welches Bauteil die einzelnen Nummern bezeichnen. Diese erfolgt dann erst (im Fall der deutschen Sprache) sechs Seiten später und weiterhin im Fließtext der Anleitung.

Die Sicherheitshinweise in der Anleitung sind sehr umfangreich, aber zum großen Teil eher allgemein gültig und teilweise nicht für den PSR Select passend. So soll man beispielsweise bei Arbeiten im Freien nur ein Verlängerungskabel nutzen, welches für Außenbereich geeignet ist. Bei einem Akku-Gerät? Außerdem soll man Schneidwerkzeuge scharf und sauber halten. Insgesamt gibt es 5,5 Seiten Sicherheitshinweise. Leider sind viele unspezifisch und führen dazu, dass man die Sicherheitshinweise dann nicht liest und in Gänze überblättert.

Wie bereits oben geschrieben ist der Hinweis, dass man ein Bit auswählen muss, in der Anleitung etwas versteckt. Dieser findet sich erst auf Seite 18. Da wäre ein Quick-Start-Guide von Vorteil.

Nicht so toll ist das Fehlen des Hinweises auf das oben genannte rot blinkende Signal, wenn sich das Gerät von selbst abschaltet. Dazu habe ich in der Anleitung nichts gefunden. Auf Seite 18 findet sich der Hinweis, dass es einen temperaturabhängigen Überlastungsschutz gibt, der beim Erreichen einer bestimmten Akkutemperatur das Gerät abschaltet. Ansonsten finde ich auf Seite 16 den Hinweis, dass die Akku-Ladezustandsanzeige rot leuchtet, wenn die Temperatur zu hoch ist und sie beim Ladevorgang grün blinkt. Es wird also sprachlich eine Unterscheidung zwischen Blinken und Leuchten vorgenommen (zumal die beiden Begriffe auch noch fett hervorgehoben wurden).

Nichts desto trotz ist die Anleitung informativ, sehr umfangreich und erklärt meiner Meinung nach alle Punkte zur Bedienung des PSR Select.

Zubehör
Beim Zubehör sieht es eher spärlich aus. Genau genommen gibt es laut Anleitung kein Zubehör für den PSR Select. Beim IXO hingegen werden Exzenter-, Winkel- und Drehmomentaufsatz genannt. Bauartbedingt ist das Anbringen eines dieser Vorsätze und die Nutzung der Bitauswahl über die Revolvertrommel meines Erachtens auch kaum möglich. Von daher bietet der IXO hier mehr Möglichkeiten.

Fazit
Der PSR Select eignet sich gut für einfache Schraubarbeiten. Der Bitauswahl über eine Revolvertrommel ist einfach und verhindert, dass man seine Bits irgendwie verlegen kann, da man sie bei Nichtgebrauch einfach wieder ins Gerät führt. Ab einem bestimmten Punkt wirkt der PSR Select, wie der IXO leider auch, aber ziemlich kraftlos, so dass man dann besser potentere Akkuschrauber benutzt. Zum Zusammenbau von gekauften Möbeln eignet sich der PSR Select meiner Meinung nach hervorragend. Dort wird nicht allzu viel Kraft benötigt und man hat die üblichen Bits immer zur Hand. Meiner wird dort sicherlich auch weiterhin zum Einsatz kommen.