Rund um den Brelinger Berg

Am letzten Wochenende gab es mal wieder ein Radrennen, an dem ich teilgenommen habe. Es ging um die 35. Auflage des Radrennens der Rudergemeinschaft Angaria. Dabei handelt es sich um ein Mannschaftszeitfahren mit jeweils vier Fahrern pro Team und führt drei Runden mit je etwa 17 Kilometern um den Brelinger Berg in der Wedemark. Das ist ja nicht nur direkt vor der Haustür, sondern quasi schon im Wohnzimmer. Keine Frage, dass da die Equipe Wedemark des Mellendorfer TV auch dran teilnimmt. Drei Teams haben wir zusammen bekommen.

Die Vorbereitung
Wir sind nur Freizeitfahrer unterschiedlichster Leistungsstärke, die gerne einfach zusammen ein paar Runden drehen. Da die Siegerzeiten der letzten Jahre weit von dem entfernt sind, was wir zu leisten im Stande sind, machten wir uns natürlich keine Illusionen, vorne überhaupt mitfahren zu können. Trotzdem wollten wir natürlich ein für uns achtbares Ergebnis erzielen und sind die Strecke im Vorfeld öfters abgefahren. Mal im größeren Verbund, häufiger aber in kleinen Teams. Dabei spielte auch das Wetter keine Rolle.

Alleine die Vorbereitung hat schon sehr viel Spaß gemacht. Die einzelnen Teams haben nach dem Training ihre Rundenzeiten in die gemeinsame WhatsApp-Gruppe gestellt, sodass man immer noch den Ansporn hatte, auch noch mal raus auf die Strecke zu gehen und ebenfalls eine gute Zeit hinzulegen.

Das Rennen
Am letzten Samstag war dann das Rennen bei herrlichstem Wetter. Die Sonne schien, es waren über 20 Grad und leichter Wind kam aus westlicher Richtung. Um 13 Uhr fiel dann der Startschuss für das erste von 44 Teams. Im Minutenabstand folgten dann jeweils die weiteren Mannschaften. Für mein Team, Christian S., Christian W., Marcel und meine Wenigkeit, ging es um 13:12 Uhr auf die Bahn.

Als erstes ging es vom Start am Brelinger Sportplatz nach Negenborn, wo am Ortsausgang auch schon die erste kleinere Steigung wartete, die wir mühelos meisterten. Am Ortseingang von Abbensen folgte eine scharfe Rechtskurve und es ging weiter nach Dudenbostel. Anschließend wartete in Rodenbostel eine S-Kurve, bei der es gerade bei Nässe immer wieder zu Stürzen kommen kann. Bei dem Traumwetter war das aber kein Problem und wir sind alle heile durch gekommen und konnten uns in die anschließende kleine Abfahrt stürzen, die auf die lange Gerade an Ibsingen vorbei nach Oegenbostel führte. Von dort ging es weiter nach Bennemühlen und anschließend den Windmühlenberg hinauf und wieder hinunter nach Brelingen. Die erste Runde war mit 26:52 Minuten auch unsere schnellste. Wie erwartet wurden wir natürlich von einem der nachfolgenden Teams überholt, haben es aber auch geschafft, ein anderes Team einzuholen, welches vor uns gestartet ist.

Als wir die zweite Runde begannen, waren immer noch nicht alle Teams auf der Strecke und warteten ihrerseits auf den Startschuss. Kurz nachdem wir durch waren, gingen die nächsten auf die Strecke, die uns dann auch bald überholten. Natürlich war die zweite Runde schon etwas anstrengender als die erste, aber es lief trotzdem schön rund bei uns. Normalerweise habe ich immer einige Probleme an Steigungen, aber auch beim zweiten Mal am Windmühlenberg konnte ich gut mithalten. Mit 27:04 Minuten waren wir gegenüber der ersten Runde auch nur geringfügig langsamer.

Die dritte Runde war wie erwartet die anstrengendste. Das merkte ich besonders bei der letzten Durchfahrt von Oegenbostel, wo ich leicht den Anschluss an das Team verlor, aber Christian S. mich an sein Hinterrad nahm und wieder heranführte. Beim letzten Anstieg am Windmühlenberg gingen mir dann auch fast die Körner aus. Unser Tempo hatte doch etwas nachgelassen. Zum Glück fuhr vor uns ein einzelner Fahrer, der mich noch etwas anspornte und mir einen Hauch zweiter Luft verlieh. Also setzte ich mich nach vorne und spornte die anderen auch an, noch etwas nachzulegen. Marcel und Christian W. führten uns dann nach ganz oben über die Bergkuppe, wo ich doch sehr deutlich merkte, dass ich unbedingt mal verschnaufen muss. Glücklicherweise hilft mir mein Gewicht etwas, so dass ich bergab rollen konnte, wo die anderen noch getreten haben. Nachdem ich wieder etwas Luft hatte, setzte ich mich wieder vor die anderen, um noch etwas Windschatten zu spenden. Unten angekommen ging es nach der letzten Kurve auf die Zielgeraden, wo wir nicht nur einen weiteren vereinzelten Fahrer einholen konnten, sondern Christian S. beim motivierenden Anbrüllen auch noch ein Zahnprovisorium einbüßte, das wir später leider nicht mehr wieder fanden. Auf den letzten Metern hatte ich den anderen Dreien nichts mehr entgegen zu setzen und ließ sie ziehen. Es zählt ja eh die Zeit des Dritten im Team. Mit 27:22 war das zwar unsere langsamste Runde, aber für uns immer noch eine grandiose Zeit. Obwohl das die für mich härteste Runde war, war es aber auch die, die mir am meisten Spaß gemacht hat.

Das Ergebnis
Unsere drei Teams sind alle heile ins Ziel gekommen, waren völlig geschafft, aber glücklich. Team 1 kam mit einer Zeit von 1:15:32 als 20. in Ziel, Teams 2 erreichte Platz 32 nach 1:21:18 und Team 3 folgte auf Platz 39 und brauchte 1:25:37. Alle drei Teams unterboten dabei ihre Trainingsbestzeiten um jeweils fünf bis zehn Minuten und hatten anschließend natürlich auch allen Grund,
stolz auf die eigene Leistung zu sein. Das offizielle Endergebnis gibt es hier.

Nachbetrachtung
Im Nachhinein war die Veranstaltung für uns als Gesamtteam sehr gewinnbringend. Vorher sind wir jede Woche in unterschiedlicher Besetzung und Stärke zusammen eine Trainingsrunde gefahren und haben manchmal mit einigen wenigen an einem Rennen oder einer RTF teilgenommen. Dabei kam aber bisher der Teamgedanke noch nicht so richtig zur Geltung. Das hat sich meiner Meinung nach geändert. Man hat gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet. Gerade die Vorbereitung und die erhöhte Kommunikation untereinander hatten eine starke Wirkung.

Während des Rennens war natürlich jedes Team mit sich selbst beschäftigt. Im Ziel aber waren alle sehr interessiert an den Ergebnissen der anderen und haben sich darüber gefreut, dass alle Teams sich selbst übertroffen haben.

Zu erwähnen wäre auf jeden Fall noch, dass leider nicht alle dran teilnehmen konnten. Einige sind im Vorfeld aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, andere haben zwar die Vorbereitung mitgemacht und dabei auch viel Spaß gehabt, konnten dann aber leider das Rennen nicht mitmachen, weil nicht mehr genug Leute für ein viertes Team vorhanden waren. Ich hoffe, dass das im nächsten Jahr anders sein wird und wir noch ein weiteres Team auf die Beine stellen können. Auf jeden Fall werden wir sicherlich wieder dabei sein.

RTF – Durch die Vogelparkregion

Die SG Bomlitz-Löhnsheide hat ein ganzes RTF-Wochenende veranstaltet mit vielen unterschiedlichen Strecken. Am Samstag wurden vier Strecken durch die Vogelpark-Region und am Sonntag drei durch den Süden des Heidekreises angeboten. Ich war am Samstag dabei und bin die 115 Kilometer lange Strecke gefahren.

Man sagt ja, dass man aus Schaden klug wird. Da es mich in diesem Jahr bereits zwei Mal mit einem platten Reifen erwischt hat, habe ich am Vorabend Antiplatt in die Reifen montiert. Dabei handelt es sich um ein sehr elastisches, aber widerstandsfähigen Kunststoff, der zwischen Mantel und Schlauch platziert wird und den Schlauch vor durchstechenden Gegenständen schützen soll. Gespannt war ich, ob sich die Fahreigenschaften in irgendeiner Weise ändern würden. Das haben sie nicht getan oder ich bin einfach nicht feinfühlig genug.

Von der Equipe Wedemark des MTV Mellendorf sind neben mir noch Christian, Dirk, Olaf und Thomas mitgefahren. Am Frühstückstisch schickte Olaf, der schon unterwegs war, die Nachricht „Wischerstufe 2“. Na toll. Kurz darauf fing es auch zu Hause an zu schütten. Aber egal. Tobi 1 – Schweinehund 0, auf geht’s.

Vermutlich durch das Wetter bedingt war das Starterfeld etwas übersichtlich. Um neun Uhr ging’s vom Hotel Forellenhof in Hünzingen auf die noch feuchte Strecke, so dass man nach kurzer Zeit durch die Gischt des Vordermanns etwas eingesaut war. Vorsicht war also geboten. Leider hat es ein paar erwischt, die es trotzdem nach unten auf den Asphalt zog. Und wie ich an einem Kontrollpunkt gehört habe, mussten zwei davon auch ins Krankenhaus. Gute Besserung.

Am Anfang konnte ich mit der Spitzengruppe noch ganz gut mithalten, wusste aber, dass mir das Tempo auf Dauer zu hoch sein wird. Und so kam es auch, dass ich sie nach knapp 25 Kilometern ziehen lassen musste. Kurz darauf kam der erste Kontroll- und Verpflegungspunkt, wo die Spitzengruppe einfach dran vorbeigerauscht ist. Dort gab es neben verschiedenen Getränken wie üblich auch Bananen und lecker geschmierte Brote. Außerdem bot sich die Gelegenheit, mit anderen Fahrern ins Gespräch zu kommen, da kurz nach mir auch schon die nächste Gruppe eintrudelte. Mit denen habe ich mich dann auch wieder auf die Strecke gemacht.

Nach einiger zeit kam die Streckenteilung der 115- und der 152-Kilometerrunde und Thomas, der ebenfalls in der Gruppe war, hat sie einfach mal verpasst. Christian, Dirk und Olaf waren in der Spitzengruppe und haben erzählt, dass sie auch erst dran vorbeigerauscht sind, dann aber frühzeitig umgedreht haben. Somit war Thomas der einzige von uns, der etwas unfreiwillig die große Runde absolviert hat.

Die Gruppe, mit der ich unterwegs war, hatte ein angenehmes Tempo, dass ich auch gut mitgehen konnte und nebenbei auch die schöne Landschaft genießen konnte. Mit der Zeit besserte sich auch das Wetter. Leider musste ich nach einiger Zeit die Gruppe ziehen lassen, da ich feststellen musste, dass das Antiplatt nicht gewirkt hat. Pfffft! Schon wieder ein Plattfuss. Die Reparatur zog sich diesmal etwas hin, da der Mantel nicht so wollte, wie ich. Als das erledigt war, ging es ans Aufpumpen. Ich brauche echt eine neue Pumpe. Mit der, die ich habe, kam ich bei der Velo-Challenge schon nur auf 2 Bar. Diesmal war es gefühlt noch weniger und die Pumpe wurde ruckzuck heiß. Glücklicherweise hielt eine freundliche Viergruppe an, die mir mit einer vernünftigen Pumpe ausgeholfen hat. Denen schloss ich mich dann auch an, um festzustellen, dass nur wenige Kurven später der nächste Kontrollpunkt war, wo auch eine Standpumpe vorhanden war.

Mit der Gruppe bin ich dann auch nahezu den Rest der Tour gefahren. Ab und zu verteilte sich die Gruppe etwas, aber dann wurde halt einfach gewartet, bis die anderen wieder dran waren. Auch konnte man gut nebenbei quatschen. Nach dem dritten Kontrollpunkt zog reichlich Wind auf, der in Zusammenarbeit mit dem welligen Streckenprofil an meinen Kräften zerrte. Nachdem wir Dorfmark hinter uns gelassen hatten, ging es eine für mich viel zu lang gezogene Steigung gegen den Wind entlang. Dort teilte sich dann die Gruppe auch endgültig auf und ich habe mich dann nur noch Richtung Ziel geschleppt. Selbst die kurze Abfahrt zum Ziel selbst bin ich eher geschlichen. Die Luft war einfach raus. Dafür gab’s aber anschließend ein leckeres Schnuckenbräu und eine Bratwurst.

Eine kleine Randnotiz noch. Wäre dies ein Rennen, hätte die Equipe Wedemark die Plätze 1 bis 3 auf der 115er-Strecke belegt. Interessanterweise gibt’s dazu gerade einen Thread auf Helmuts Fahrradseiten. Und auch Thomas hat seine ungeplanten 152 Kilometer erfolgreich absolviert. Hut ab!

Trotz aller Anstrengungen hat es viel Spaß gemacht. Organisatorisch gab es nichts zu meckern. Die Verpflegung war gut, die Leute freundlich, die Strecke schön gewählt und gut ausgeschildert. Einzig die Streckenteilung sollte vielleicht noch deutlicher angekündigt werden.

Nächstes Jahr komme ich gerne wieder.

Der Jahrhundertsprung

Am 18.10.1968 stellte Bob Beamon bei den olympischen Spielen in Mexiko einen neuen Weltrekord im Weitsprung auf. 8,90 Meter – mehr als einen halben Meter weiter als die alte Weltrekordmarke von Igor Ter-Owanesjan aus dem Vorjahr. Eine Leistung, die ich nur als Jahrhundertsprung und Weltrekord für die Ewigkeit kennen gelernt habe. Obwohl ein solcher Sprung natürlich eine grandiose Leistung ist, sollte es weder das eine noch das andere werden.

Bei der Leichtathletik-WM in Tokio lieferten sich Carl Lewis und Mike Powell am 30.08.1991 ein spannendes Duell, an das ich mich noch gut erinnern kann. Im vierten Versuch gelang es Carl Lewis tatsächlich weiter zu springen als Bob Beamon – 8,91 Meter. Leider wurde der Sprung nicht gewertet, da er mit zu viel Rückenwind zustande kam. Selbst wenn der Sprung gültig gewesen wäre, hätte er nicht lange Freude daran gehabt. Im fünften Versuch gelang Mike Powell ein Sprung über 8,95 Meter.

Warum schreibe ich das heute? Nun, heute ist der Tag, an dem der nach wie vor gültige Weltrekord von Mike Powell genau einen Tag länger Bestand hat als der sogenannte Jahrhundertsprung von Bob Beamon.

Es ist aber trotzdem nicht der älteste bestehende Leichtathletik-Weltrekord. Den hält die Tschechin Jarmila Kratochvílová seit dem 26.07.1983, als sie in München über 800 Meter eine Zeit von 1:53,28 min lief. Die Dopinggerüchte über das Zustande kommen dieser Leistung blieben bis heute bestehen.

Zurück zum Weitsprung. Auch dort gibt es ältere Weltrekorde als den von Mike Powell. Bei den Frauen wird der Freiluft-Weltrekord (7,52 Meter) seit dem 11.06.1988 von Galina Tschistjakowa gehalten. Und auch Carl Lewis hält nach wie vor einen Weitsprung-Weltrekord, der älter als der von Mike Powell ist. In der Halle gelang ihm am 27.01.1984 in New York City ein Sprung über 8,79 Meter. Und auch in der Vergangenheit gibt es einen Weitsprung-Weltrekord, der länger Bestand hatte. So übertraf Ralph Boston am 12.08.1960 mit einer Weite von 8,21 Meter die bis dahin gültige Weltrekordweite von 8,13 Meter, die Jesse Owens am 25.05.1935 aufgestellt hat.

Velo-Challenge 2014

Der Tag fing ziemlich bescheiden an. Es regnete Bindfäden und die Wettervorhersage ließ auch nichts Gutes erahnen. Am Maschsee angekommen, war ich eigentlich schon recht nass und es sah so aus, als ob die 116 Kilometer wieder einmal keine spaßige Angelegenheit werden sollte.

Meine Rennziele
Angesichts des Wetters war es natürlich wieder das oberste Ziel, unbeschadet in Hannover anzukommen. Auch wollte ich mich zeitlich verbessern und im Gegensatz zum letzten Jahr etwas intelligenter fahren, sprich den Windschatten anderer auszunutzen anstatt immer als Einzelkämpfer irgendwo zwischen den Gruppen zu fahren. Um es vorweg zu nehmen, es hat alles geklappt.

Der Start
Im Gegensatz zu meiner letztjährigen Teilnahme an der Velo-Challenge, war ich diesmal im Team unterwegs. Im Frühjahr haben wir die Equipe Wedemark beim Mellendorfer TV gegründet und haben seitdem einige gemeinsame sonntägliche Trainingsfahrten absolviert. Als Team Equipe Wedemark angetreten sind Dirk, Frank, Michael, Olaf und ich. Zusätzlich hatten wir bei der 67 Kilometerrunde noch drei Fahrer dabei.

Apropos angetreten. Bei der diesjährigen Velo-Challenge haben sich viele Teilnehmer im letzten Augenblick wohl wetterbedingt umentschieden und sind doch nicht angetreten. Zumindest war das Feld deutlich leerer als im letzten Jahr. Auch scheinen die Anmeldezahlen deutlich geringer gewesen zu sein als davor, als die Velo-Challenge als GCC-Rennen lief. Statt fünf Startblöcken gab es nur vier und auch die waren nur sehr übersichtlich gefüllt. Am Ende sollten die 116 Kilometer nur 535 Fahrer und ganze sechs Fahrerinnen absolviert haben (Vorjahr: 1065 Männer/66 Frauen)

Der Start verlief bei feinstem Mistwetter sehr reibungslos. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat uns nicht gleich ein Rettungswagen überholt. Überhaupt habe ich auf der ganzen Strecke weder Rettungsfahrzeuge im Einsatz noch sonst irgendwelche Stürze oder deren Folgen gesehen.

Unterwegs
Im Hannoveraner Regen ging es am Maschsee Richtung Süden und das Feld musste sich erst einmal sortieren. Nach einer 90-Grad-Kurve, wo ich eigentlich die ersten Stürze vermutete, ging es nach Hemmingen und Wilkenburg. Es folgten Harkenbleck, Pattensen, Hüpede, Gestorf und Eldagsen. Das Wetter war nach wie vor ziemlich mistig, aber der Regen hatte nachgelassen und die größte Sauerei kam eigentlich eher von unten – die Gischt des Vordermanns. Bis dahin konnte ich recht gut mit meiner Gruppe mitfahren, auch wenn mir das Tempo auf Dauer zu hoch war. Das sollte sich aber schlagartig reduzieren (zumindest mein Tempo).

Die erste Steigung
Es folgte die erste größere Steigung – der kleine Deister. Im Vergleich zu 2013 ging es diesmal etwas flotter. Ich bin zwar immer noch keine Bergziege und habe dort auch etwas den Anschluss verloren, war oben aber bei Weitem nicht so erschöpft wie im letzten Jahr. Freundlicherweise hat es Dirk oben etwas langsamer angehen lassen und mich wieder rangeführt. Kurz darauf haben wir auch Olaf wieder eingeholt, der auch gewartet hatte. Im Gruppenrahmen ging es dann weiter über Coppenbrügge Richtung Bad Münder.

Pffft! – Eine Reifenpanne kostet Zeit
Kurz vor Hachmühlen, ich war immer noch in meiner Gruppe unterwegs, gab es eine kleine Abfahrt mit anschließendem kurzen Anstieg. Bei dieser Abfahrt habe ich ordentlich beschleunigt und bin kurzfristig meiner Gruppe davongefahren, um mich am Anstieg wieder einfangen zu lassen. Vermutlich haben die hinteren Leute gedacht, dass dieser Ausreißversuch wohl nix gewesen sei. Ich musste einfach den Schwung nutzen, um die Steigung etwas einfacher nehmen zu können. Kurz darauf haben einige vermutlich gelacht.

Nach knapp 48 Kilometern bzw. 1 Stunde 21 Minuten verlor verlor mein Hinterrad mit einem lang gezogenen „Pffft“ Luft und ich durfte erst einmal den Schlauch wechseln, was mich insgesamt knapp acht Minuten gekostet hat. Während ich mit der Reparatur beschäftigt war, fuhr mein Teamkamerad Michael, der einige Minuten hinter mir war, an mir vorbei und hatte noch einen Spruch für mich übrig, wieso ich denn schon wieder am Reifenflicken wäre. Mich hatte es vor einiger Zeit schon einmal im Training erwischt. Fatalerweise habe ich es mit meiner Pumpe nicht geschafft, einen ordentlichen Reifendruck zu erzeugen. Zu Hause habe ich nachgemessen. Ich bin das restliche Rennen mit 2,5 bar auf dem Hinterrad gefahren. Das hatte natürlich vermehrte Anstrengungen zur Folge. Außerdem musste ich in den Kurven aufpassen, da der Mantel seitlich abrollte oder mir zumindest das Gefühl davon gab.

Kurz nach dem ich wieder auf’s Rad gestiegen bin konnte ich mich einer Gruppe anschließen. Bei der konnte ich leider nicht lange bleiben, da sich meine Oberschenkelmuskulatur meldete und mir bedeutete, ich solle mich mal etwas zurück halten. Es war noch kein Krampf, aber knapp davor. Dieser Zustand hielt dann auch bis ins Ziel an, wobei es Phasen gab, in denen ich nichts davon merkte.

Der Nienstedter Pass
Aus südlicher Richtung ist der Nienstedter Pass eigentlich gar nicht so schlimm. Das Unangenehmste dabei ist die Fahrt nach Nienstedt selbst, bevor es danach gerade mal 800 Meter durch den Wald auf den Pass selbst geht. Auch diesmal ging es mit meiner Geschwindigkeit deutlich nach unten und ich bin zeitlich nur geringfügig schneller gewesen als im letzten Jahr. Dafür war ich aber oben angekommen deutlich ausgeruhter und entspannter als im Vorjahr. Aber auch diesmal war natürlich die Abfahrt das Highlight. Mein Tacho zeigte zwischenzeitlich über 69 km/h an. Meine Pulsuhr maß immerhin noch 66,5 km/h. In den Kurven bin ich natürlich wesentlich vorsichtiger unterwegs gewesen. Zum einen war die Strecke noch nicht trocken, zum anderen hatte ich ja noch das Problem mit dem Hinterrad.

In Egestorf war glücklicherweise die Bahnschranke oben, so dass ich dort keine zusätzlichen Zeitverluste hinnehmen musste.

Zurück nach Hannover
Nach dem Nienstedter Pass habe ich mich einer Gruppe angeschlossen, bin in einer der vorderen Positionen mitgeschwommen und habe gelegentlich das Tempo hoch gehalten. Unterwegs haben wir dann auch Michael wieder überholt, der über Magenkrämpfe klagte. Nach dem letzten Verpflegungspunkt auf der Strecke auf dem Gehrdener Berg ging es über Ronnenberg, Weetzen Richtung Pattensen und von dort wieder zurück nach Hannover.

Im Ziel
Beim Einbiegen auf die Schützenallee, also der verlängerten Zielgeraden, überholte mich dann aus heiterem Himmel Michael noch einmal, mit dem ich dann gemeinsam durch’s Ziel gefahren bin. Im Ziel selber wurden wir glücklicherweise nicht gleich von den Transpondereinsammlern überfallen. Das fand ich im letzten Jahr ziemlich unangenehm, weil meine Beine in dem Moment noch gar nicht auf das Stehen vorbereitet waren. Diesmal war das aber kein Problem. Meine Beine waren halbwegs okay und die Transpondereinsammler kamen erst deutlich nach der Ziellinie. Geschafft! Genau rechtzeitig kam auch noch die Sonne endlich raus.

Das Ergebnis
Mit einer Fahrzeit von 3:37:07 war ich über 20 Minuten schneller als 2013, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,06 km/h entspricht. Das lag zum einen am diesmal fehlenden Wind, der mir aber nicht wirklich gefehlt hat. Zum anderen hatte ich deutlich mehr Trainingskilometer auf dem Buckel und das Fahrrad war besser auf mich eingestellt. Wenn die Bedingungen stimmen, dürfte im nächsten Jahr noch deutlich Luft nach oben sein, da ich ja auch viel Zeit durch den Reifenwechsel verloren habe. Am Ende lag ich auf Platz 392 von 535. Im Verhältnis ist dies deutlich besser als im letzten Jahr. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden damit.

Was gibt es sonst noch zu sagen?
Wie im letzten Jahr auch war die Stimmung südlich des Deisters deutlich besser als nördlich davon. Dies mag zum einen am Wetter gelegen haben, zum anderen waren die Zuschauer vielleicht auch einfach nur gerade beim Mittagsessen als ich vorbei fuhr. Seitens der Streckenabsperrungen konnte man nicht meckern. Es waren wieder viele Helfer im Einsatz, die dafür gesorgt haben, dass uns nicht irgendwo Autos auf der Strecke das Leben schwer machten.

Bei den Verpflegungsstationen gab es wie im letzten Jahr Wasser und Bananen. Auch diesmal habe ich Flaschen mit geschlossenem Verschluss bekommen. Das ist etwas unpraktisch. Schließlich geht’s ja immer gleich in die nächste Abfahrt und man sollte da doch besser mindestens eine Hand am Lenker haben. Und mit den Zähnen die Flasche aufdrehen ist etwas mühsam. Immerhin habe ich in diesem Jahr überall fein säuberlich halbierte Bananen bekommen und nicht eine geschlossene ganze.

Was kann der Veranstalter verbessern?
Zum einen sollten die Helfer an den Verpflegungsstationen angewiesen werden, dass die Verschlüsse der Wasserflaschen leicht geöffnet übergeben werden sollten. Das würde den Fahrern sicherlich das Trinken erleichtern. Zum anderen könnte der Veranstalter sich mal etwas für die Fahrer im Zielbereich einfallen lassen. Ein Blick auf die Göttinger Tour d’Energie würde reichen. Dort gibt es für weniger Startgeld im Anschluss noch Nudeln und Hefeweizen für alle Teilnehmer. Vorab gab’s auch noch ein Frühstück. Da wirkt die Veranstaltung in Hannnover doch reichlich lieblos gegen. Auch die Beilagen im Starterpack waren in Göttingen deutlich üppiger. Auch wäre es schön, wenn zumindest an den Verpflegungsstationen vernünftige Luftpumpen zur Verfügung stehen würden.

Trotzdem werde ich im nächsten Jahr wieder teilnehmen. Schließlich ist es das Heimatrennen.

Hier wieder ein paar Randdaten meiner Pulsuhr.

Tour d’Energie 2014 in Göttingen

Um mich auf die Velo-Challenge in Hannover in diesem Jahr vorzubereiten, habe ich mich auch für die Tour d’Energie in Göttingen angemeldet und bin bei dieser heute die 100 Kilometer-Strecke gefahren. Vom Streckenprofil waren deutlich mehr Höhenmeter als bei der Velo-Challenge zu bewältigen. Ich bin alles andere als eine Bergziege und hoffe, dass mir das bei der Bewältigung des Nienstedter Passes in diesem Jahr hilft. Mit dabei waren von der Equipe Wedemark auch Dirk und Michael, die zum Schluss beide deutlich vor mir liegen sollten. Ein paar Tage vor dem Rennen war ich skeptisch, ob ich überhaupt durchhalten würde, da ich starke Rückenschmerzen hatte, die sich erst einen Tag vor dem Rennen besserten, aber noch nicht komplett verschwunden waren. Ich ermute mal, dass da sich ein Nerv irgendwie eingeklemmt hatte.

Ziele für das Rennen
Meine Ziele für die Tour waren natürlich in erster Linie heile anzukommen. Es gibt bei Youtube ein Video, auf dem zu sehen ist, wie in einer bestimmten Kurve viele Leute den Abflug vom Hohen Hagen machen. Da ich die Strecke nicht kenne und wie gesagt meine Probleme mit Bergen habe, habe ich mir eine Zielzeit von unter vier Stunden vorgenommen, was genauso geklappt hat, wie nicht letzter zu werden.

Die Anreise
Die Anreise war auf jeden Fall schon mal größtenteils sehr entspannt. Die Autobahn war frei und von den paar Leuten, die unterwegs waren, hatten viele Räder im Kofferraum oder auf dem Heckträger und waren wohl auch nach Göttingen unterwegs. Bei knapp 3.500 angemeldeten Teilnehmern ist das nicht ganz unwahrscheinlich. Kurz vor Göttingen gab es doch noch einen kleinen Aufreger, als ein Reh auf die Autobahn lief und ich gerade die Spur gewechselt habe, um ein anderes Auto zu überholen, das plötzlich stark abbremste. Kurz danach erblickte auch ich das Reh und bremste. Es wechselte auf die linke Spur, hat sich aber dort nicht wohlgefühlt und machte Anstalten, wieder zurück zu laufen. Da war ich aber schon auf seiner Höhe, so dass es sich das glücklicherweise noch einmal überlegte. Der nachfolgende Verkehr hatte auch schon abgebremst und das Reh konnte nach mir die Autobahn wieder verlassen. Glück gehabt!

Frühstück und Start
In Göttingen selbst gab es neben einem schönen großen Parkplatz nach der Abholung der Startunterlagen erst einmal ein Frühstück, das im Preis inbegriffen inbegriffen. Sehr gute Idee, schließlich mussten einige sehr früh los, um nach Göttingen zu fahren. Nach dem Frühstück konnte man sich ganz entspannt umziehen und Richtung Startaufstellung fahren. Mit etwas Verspätung ging es dann auch irgendwann auf die Strecke, die einigermaßen trocken war. Die Zeitmessung sollte erst nach etwa 3 Kilometern starten, so dass man ganz entspannt hätte einrollen können. Unser Startblock (und vermutlich die anderen auch) hat aber gleich ordentlich Dampf gemacht und ein für mein Empfinden viel zu hohes Tempo gemacht. Ich wusste, dass sich das irgendwann rächen würde, habe aber mitgemacht, weil es halt auch jede Menge Spaß macht und man natürlich möglichst in einer Gruppe bleiben möchte. Irgendwann war aber bei mir die Luft raus und ich habe mein Tempo etwas reduziert. Dabei war ich aber zum Glück nicht alleine.

Das Wetter wurde nicht besser und die Anstiege kamen
Leider sollte das Wetter nicht trocken bleiben. Irgendwann fing es an zu nieseln, später gab es auch einige Regentropfen, so dass die Strecke in manchen Abschnitten recht nass war. Das führte dazu, dass ich den ersten größeren Anstieg (vorher gab es auch Anstiege, die aber eher moderat waren) in einer Niesel-Nebel-Mischung in Angriff nehmen durfte. Das ist jetzt nicht unbedingt eine zusätzliche Motivation. Der Anstieg zog sich über fünf Kilometer und bot 270 zu überwindene Höhenmeter, was ich ziemlich knackig fand. Das konnte ich dann auch an meinem Tacho ablesen, der immer weiter in den Keller ging. Aber irgendwann war auch das geschafft und nach einer Pause an der Verpflegungsstation ging’s auf die Abfahrt, die ich gerne mal bei trockenen Bedingungen fahren würde. Leider war es nass und ich bin in einer Kurve ganz leicht ins Rutschen gekommen und wurde Richtung Kurvenäußeres getrieben. Zum Glück konnte ich das leicht abfangen, habe danach aber lieber nichts riskiert und war die meiste Zeit am Bremsen. Andere Fahrer waren da deutlich risikobereiter und sind an mir vorbeigeschossen. Die scheinen glücklicherweise alle heile unten angekommen zu sein. Zumindest lag niemand irgendwo im Wald.

Der Anstieg zum Hohen Hagen
Der Hohe Hagen brachte noch mehr Höhenmeter, diese aber auf einer längeren Strecke. Trotzdem setzte er mir ordentlich zu. Das lag vor am Schlussanstieg. Ich weiß nicht mehr, welcher Ort es war, aber ich war recht erschöpft, als ich durch ein Radrenntorbogen fuhr, welcher mit „Bergsprint“ beschriftet war. Wie, was? Habt Ihr ’ne Macke? Die Tachoanzeige näherte sich bedrohlich dem Schritttempo und die Oberschenkel brannten. Trotzdem habe ich es unter großen Mühen bis hinauf geschafft, wo die nächste Verpflegungsstation wartete. Gebraucht habe ich für den Bergsprint – das Wort Sprint passt hier in meinem Fall überhaupt nicht – 14:14 Minuten. Zum Vergleich, der schnellste war nach 6 Minuten oben, der langsamste hat über 22 Minuten gebraucht. In der Bergwertung gab das dann einen achtbaren 1574. Platz … von 1673 in der 100 Kilometer-Männerwertung.

Zurück nach Göttingen
Nach der Abfahrt vom Hohen Hagen ging’s dann größtenteils flach über etwas mehr als 20 Kilometer Richtung Göttingen. Auf der Abfahrt konnte ich mich gut erholen, so dass – wie bereits bei der letztjährigen Velo-Challenge – meine recht gute Kondition wieder zum Tragen kam und ich viele vor mir Fahrende noch einsammeln konnte. Ich liebe das, wenn ich vor mir jemanden sehe, ranzufahren und zu überholen.

Das Publikum
Was beeindruckend war, war das Publikum. In jedem Ort standen viele Leute an der Straße und haben mehr oder wenige alle Fahrer angefeuert, selbst den 1.593. Fahrer, der vorbei kam. In manchen Orten standen die Leute an der Strasse verteilt, so dass es permanent Anfeuerungsrufe gab. In anderen Orten war erst einmal nichts los, so dass ich dachte, die wären alle beim Mittagessen oder schon beim Kaffee & Kuchen. Nichts da, die haben sich alle an zentraler Stelle im Ort getroffen und haben dort richtig Stimmung gemacht. Klasse!

Was ich auch sehr gut fand, waren die Straßenbeschriftungen während der Bergwertung. Da kam fast Tour de France-Feeling auf. Und bei meiner Fahrt nach oben hatte ich ja genug Zeit, mir das durchzulesen. Besonder gut fand ich den Spruch „Geht doch!“, der prompt kam, als ich mit dem Gedanken spielte, das Rad nach oben zu schieben.

Eine weitere Stelle ist mir auch noch im Gedächtnis geblieben. Bei der einen Straßensperre während eines Anstiegs, der mich wieder ordentlich Kraft gekostet hat, hatte der Typ von der Feuerwehr sein Auto dort stehen und Musik laufen: Atemlos von Helene Fischer. Auf dem Heimweg habe ich Dirk davon erzählt, der mir dann sagte, dass das Lied auch kam, als er dort vorbei fuhr (knapp 25 Minuten vor mir). Fies, aber ganz nach meinem Geschmack.

Die Organisation
Die Organisation der Veranstaltung war durchweg gelungen. So weit ich sehen konnte, gab es keinerlei Probleme. Okay, die Schlange beim Frühstück war irgendwann ziemlich lang, aber die Leute die dort drin standen, kamen auch sehr spät. Ansonsten konnte ich echt nicht meckern. Toiletten waren jede Menge vorhanden, die Ausschilderung der Strecke war geradezu vorbildlich. Der Bereich um die oben genannte Kurve war neben einem extra großen, roten Warnhinweis zusätzlich noch mit Strohballen abgesichert. Da sollten auch beim letzten die Alarmglocken läuten. Direkt hinter der Kurve haben sich dann auch einige Fotografen postiert, die wohl auf den einen oder anderen Abflug spekuliert haben. Die beiden VErpflegungsstationen waren auch deutlich vorher durch mehrere Schilder angekündigt und hatten mehrere Getränke und die obligatorischen Bananen im Angebot. Schade fand ich, dass man dafür anhalten musste, so dass sich schnell ein Pulk vor den Tischen bildete. Besser wäre es aus meiner Sicht, wenn Getränke und Bananen durch Helfer den Fahrern, die gerne weiterfahren würden, angereicht werden würden und man optional anhalten könnte. An den beiden Stellen wäre die aber aus Platzgründen nicht möglich gewesen. Die Absperrung der Strecke durch die Polizei, die freiwilligen Feuerwehren und anderen Helfern war auch vorbildlich. Ich habe keinen Weg gesehen, der nicht abgesperrt gewesen wäre und wenn es nur durch einen riesigen Heuballen gewesen ist. Ein weiteres Lob haben natürlich die Rettungskräfte verdient, die den einen oder anderen Einsatz hatten (ich habe alleine drei gezählt, es mögen aber etwas mehr gewesen sein). Zu guter Letzt möchte ich auch noch den Service während des Rennens erwähnen, was ich auch eine coole Idee finde. Es gab reichlich Pannen mit platten Reifen und die Servicefahrzeuge waren gut damit beschäftigt, dort zu unterstützen. Und sei es nur durch eine vernünftige Standpumpe.

Im Ziel
Mit einer Zeit von 3:34:44 kam ich in der 100 Kilometer-Männerwertung als 1481. von 1666 mit einem Rückstand von 1:07:25 auf den Erstplatzierten im Ziel an. Im Grunde genommen ist es egal, auf welchem Platz ich mit welcher Zeit gelandet bin. Dies war meine erste Tour d’Energie und ich habe jetzt einen Referenzwert, den es zu verbessern gilt.

Natürlich gab es im Zielbereich auch den ganzen Tag Programm für die Zuschauer. Leider bekommt man davon als Rennteilnehmer ja nichts mit. Was man hinterher aber mitbekommen hat, war die Pasta-Party, bei der sich jeder Teilnehmer einen ordentlichen Schlag Nudeln holen konnte, die vom THW ausgegeben wurden. Direkt nebenan gab es auch für jeden ein alkoholfreies Hefeweizen. So konnte man die leeren Akkus gleich mal wieder ein wenig auffüllen. Beides war übrigens auch im Preis inbegriffen. Hallo Velo-Challenge, hört Ihr mich? Nehmt diese Idee doch mal auf.

Und nächstes Jahr?
Im nächsten Jahr bin ich hoffentlich auch wieder dabei. Es hat mir trotz der Berge viel Spaß gemacht und ich habe ja jetzt eine Zeit, die ich verbessern kann.

RTF – Vom Fössefeld durch das Leinetal

Heute habe ich zum ersten Mal mit drei weiteren Fahrern der Equipe Wedemark an einer Radtourenfahrt teilgenommen. Im Unterschied zu einem Radrennen ist hierbei die Zeit nicht wichtig und es gibt auch keine Platzierungen. Dafür gibt es je nach Streckenlänge eine oder mehrere Verpflegungsstationen, an denen man mal eine kleine Pause einlegen, sich erholen und etwas quatschen kann.

Die heutige RTF „Vom Fössefeld durch das Leinetal“ wurde vom RV Concordia Hannover organisiert, was den Organisatoren und vielen Helfern eigentlich sehr gut gelungen ist. Die Strecke war zum sehr großen Teil sehr gut ausgeschildert und an den Verpflegungsstationen kam es zu keinerlei Problemen soweit ich das mitbekommen habe. Es war genug für jeden da. Nur zum Schluss, als es wieder nach Badenstedt ging, habe ich mir als Ortsunkundiger mehr und/oder größere Schilder gewünscht. Gerade in städtischen Wohnvierteln gibt es doch sehr viel, was das Auge ablenkt. Vor allem, wenn man schon ordentlich geschafft ist. Und so kam es, dass ich auch irgendwo ein Schild übersehen haben muss und ich noch einige Meter zusätzlich gefahren bin. Nachdem aber längere Zeit überhaupt kein Hinweis mehr kam, wurde ich stutzig. Glücklicherweise kam gerade ein anderer Teilnehmer, der eine kürzere Strecke gefahren ist, vorbei und sagte mir, wo ich lang müsste. Dann hat es auch nicht mehr lange gedauert und ich kam nach knapp 110 Kilometern ins Ziel.

Leider war es wieder recht windig und ich bin nicht gerade windschlüpfrig. Manchmal hatte ich dann eine ziemlich dumme Position in der jeweiligen Gruppe und ich stand ordentlich im Wind, was natürlich jede Menge Kraft gekostet hat und ich teilweise den Anschluss nicht halten konnte. Das machte aber nichts. Zum einen ging es ja nicht nach Zeit und zum anderen kam von hinten auch irgendwann die nächste Gruppe, an die ich mich heften konnte.

Teilgenommen habe ich vor allem deshalb, weil ich mich für den 27. April für die Tour d’Energie in Göttingen für die 100 Kilometer-Strecke angemeldet habe. Die Länge ist ähnlich und ich habe eigentlich ganz gut durchgehalten. In Göttingen geht’s dann nach Zeit, wobei mir die eigentlich egal ist. Ich will vor allem heile ankommen und die Strecke genießen. Das wird mir aber wahrscheinlich schwer fallen, da das Höhenprofil der Strecke in Göttingen doch deutlich anspruchsvoller sein wird und ich leider keine Bergziege bin.

Zweiter Ausritt mit der Equipe Wedemark

Nach einer schönen, frühlingshaften Runde am letzten Sonntag mit der neu gegründeten Equipe Wedemark, der Radsportsparte des MTV Mellendorf, war klar, dass ich auch diesen Sonntag dabei sein möchte. Diese Mal meinte es das Wetter nicht ganz so gut mit uns. Es war deutlich kühler, nass und sehr windig. Also ideales Wetter, um das Teilnehmerfeld etwas übersichtlicher zu gestalten. Von den knapp zwanzig Leuten vom letzten Wochenende haben es dann auch nur fünf Unerschrockene geschafft, heute teilzunehmen. Dem Wetter geschuldet wurde die Runde etwas kürzer (ca. 46 Kilometer) und deutlich langsamer (etwa 26,5 km/h im Schnitt) als letzte Woche, um vor allem auch die Unfallgefahr auf nasser Strasse etwas zu mildern. Es sollte nicht helfen. Es kam zu einem sehenswerten Synchronsturz (okay, in der Zeitlupe ist es dann doch nicht ganz synchron) mit leichten Blessuren und einer kaputten Uhr. Kurz danach sollte mein Hinterrad auch noch einen Plattfuss abbekommen. Trotzdem war es eine schöne Runde, bei der ich mich am meisten auf die notwendige Dusche danach gefreut habe.

Schweinehund 0 – Tobi 1

Motiviert durch einen Kollegen der Alterklasse 50+, der sich zum Ziel gesetzt hat, fünf Kilometer in unter 30 Minuten zu Laufen, musste ich gleich mal eine kleine Positionsbestimmung für mich selbst machen.

Aktuell läuft der Kollege Zeiten um die 37 Minuten, hat aber seit seinem ersten Lauf schon Fortschritte gemacht. Ich bin etwa zwölf Jahre jünger als er, schleppe zum Ausgleich dafür aber einige Kilo mehr mit mir rum (vermutlich irgendwas so um die zwei Kästen Bier).

Nachdem ich schon mit dem Fahrrad die 23 Kilometer von der Arbeit nach Hause gefahren bin und mich danach gut gefühlt habe, bin ich bei leichtem, aber dauerhaftem Regen im Dunkeln gestartet. Ich vermute mal, dass sich das etwas negativ auf die Zeit ausgeübt hat, da ein Teil der Strecke unbeleuchtet ist, man somit nur schlecht sehen kann und unterbewusst vielleicht etwas langsamer und damit vorsichtiger läuft.

Auf der ganzen Strecke habe ich nicht ein einziges Mal auf meine Pulsuhr geschaut. Damit wollte ich verhindern, dass ich vielleicht etwas übermotiviert an die Sache rangehe. Ich bin quasi mein Tempo gelaufen, bei dem ich mich noch einigermaßen wohl gefühlt habe. Eine meiner beiden Standardstrecken, die ich gelegentlich mal laufe, ist zufällig genau fünf Kilometer lang. So weiß ich natürlich auch, wo ich aufhören muss.

Wie war nun meine Zeit? Nach 29 Minuten und 25 Sekunden hatte ich die Strecke hinter mir. Ich bin also genau da, wo der Kollege noch hin will – he he. Gewicht bremst also doch nicht so stark wie Alter.

Erstaunlicherweise habe ich gerade in meinen Aufzeichnungen festgestellt, dass ich die Runde zum letzten Mal 2012 gelaufen bin und etwa zur gleichen Zeit (19.02.2012) auch mit dem Laufen begonnen habe. Leider war damit aber nur einen Monat später schon wieder Schluss. Aber dann begann ja auch die Fahrradsaison. Noch viel erstaunlicher ist aber, dass meine Zeiten damals alle deutlich über der heute erreichten Zeit lagen. Dafür lag ich mit meiner Herzfrequenz vor zwei Jahren aber wesentlich tiefer. Aber das wird sich mit den nächsten Läufen hoffentlich legen.

Ein Anfang ist jedenfalls gemacht. Und vielleicht schleppe ich dann auch keine zwei Kästen Bier als Ballast mehr mit mir rum.

Auswertung des 8-Stundenritts von Hitzacker

Beim 8-Stundenritt von Hitzacker habe ich mit meinem Team Woooooosh ein für unsere Verhältnisse grandioses Ergebnis abgeliefert. Wir haben zwar keine Top-Platzierung erreicht, sind aber trotzdem sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Beim Betrachten der Rundenzeiten habe ich etwas entdeckt, was unser Ergebnis noch besser dastehen lässt. Die jeweils schnellste und die langsamste Runde eines Teams markieren die beiden jeweils gefahrenen Extremzeiten. Alle anderen Zeiten liegen dazwischen. Nimmt man nun die Differenz dieser Extremzeiten erhält man die Bandbreite der Zeiten. Diese ist bei uns mit 03:14 im Vergleich zu allen anderen Teams am geringsten. Wir sind also fahrerübergreifend die homogensten Rundenzeiten gefahren.

In der Excel-Tabelle mit den Rundenzeiten, die ich hier gerne für weitere Auswertungen zur Verfügung stelle, ist dieser Wert in Spalte K (Differenz) zu finden.

Die durchschnittliche Rundenzeit aller Teams lag übrigens bei 00:36:22. Jede unserer Rundenzeiten war also überdurchschnittlich. Das haben selbst einige in der Gesamtwertung vor uns liegende Teams nicht oder gerade so geschafft.

Teaminterne Auswertung
Bei der fahrerspezifischen Auswertung der Rundenzeiten meines Teams durfte ich feststellen, dass ich es nicht nur geschafft habe, die schnellste Runden fahren zu dürfen, sondern es auch geschafft habe, die beste Durchschnittsgeschwindigkeit zu erreichen. Ich habe bewusst die Formulierung „fahren zu dürfen“ gewählt, da es sich dabei ja um die Startrunde handelte, wo ich noch jede Menge Luft und Kraft hatte und teilweise vom Windschatten anderer Fahrer profitieren konnte, was im weiteren Verlauf des Rennens nicht mehr so gut möglich war, da sich das Feld immer weiter verteilte und man eigentlich nicht mehr in einer Gruppe fahren konnte.

Betrachtet man sich die Zahlen weiter, sieht man auch, dass ich von uns dreien derjenige war, der mit einer Zeitdifferenz zwischen der schnellsten und langsamsten Runde von 02:58 am stärksten nachgelassen hat. Da muss ich wohl für’s nächste Jahr noch mal trainieren.

Tobias Christoph Dirk
Runde 1 00:31:11 00:33:10 00:33:07
Runde 2 00:31:54 00:32:53 00:32:58
Runde 3 00:32:54 00:33:26 00:32:48
Runde 4 00:32:08 00:34:25 00:34:10
Runde 5 00:34:09 00:33:47
Durchschnitt 00:32:27 00:33:32 00:33:16
Differenz 00:02:58 00:01:32 00:01:22

8-Stundenritt von Hitzacker

Heute habe ich mit zwei Freunden am 8-Stundenritt von Hitzacker teilgenommen. Dieses Radrennen wurde zum ersten Mal veranstaltet und führte acht Stunden lang rund um das schöne Städtchen Hitzacker an der Elbe.

Organisation
Dafür,  dass das Rennen zum ersten Mal organisiert wurde, hat es alles erstaunlich gut geklappt. So weit ich dies beurteilen kann (es war erst mein zweites Radrennen), hat es an nichts gefehlt. Obwohl, am Ende hätte ich eine Massagestation sehr begrüßt. Die vielen freundlichen Helfer, sei es die Moderation, die Damen an der Verpflegungsstation, die Streckenposten oder die Frau am Toilettenwagen, haben auf jeden Fall tolle Arbeit geleistet. Als Fahrer habe ich mich immer gut informiert gefühlt und auch sonst war immer mal wieder Zeit für einen netten Schnack. Während des gesamten Rennens wurden die Fahrer auf dem Parkplatz mit Live-Musik und Salsa-Einlagen bei Laune gehalten. 

Wie lief das Rennen nun eigentlich ab?
Jedes Team bestand aus drei Leuten, die sich Runde für Runde abwechseln konnten, es aber nicht mussten. Man konnte also, wenn man Ausdauer und Lust dazu hatte, auch gerne zwei oder drei Runden hintereinander fahren – wir haben mangels Ausdauer auf jeden Fall jede Runde gewechselt. Dazu war ein Wechselbereich eingerichtet, in der man die Trinkflasche mit dem Transponder an den nächsten Fahrer übergeben musste. Nach der ersten Runde war dieser Wechselbereich natürlich recht voll, da man nicht wusste, welches Team wann reinkommen würde. Mit zunehmender Rundenzahl wurde dies deutlich übersichtlicher, da sich das Feld natürlich entzerrte und man auch ungefähr wusste, wer wie lange auf der Strecke brauchen würde. Das Team, welches in dieser Zeit die meisten Runden geschafft hat, hat gewonnen. Es sei so viel vorweg verraten: wir waren es nicht – hatten es aber auch nicht erwartet.

Die Streckenführung
Die Strecke führt vom Parkplatz Bleichwiesen erst einmal über die Elbuferstrasse, wo sich einige Schafe das Treiben auf der Strasse anschaute. Nach zwei Kilometern ging es rechts ab Richtung Nienwedel und Seerau. Hinter Seerau kam dann mein persönlicher Albtraum (und das Runde für Runde) – zwei Steigungen, die es für eine Nicht-Bergziege wie mich, in sich hatten. Erschwerend kam hinzu, dass am Fuße der ersten Steigung die vorfahrtberechtigte L231 lang führte, so dass man ggf. auch anhalten und die Steigung dann ohne Anschwung nehmen musste. Nach einem kleinen Waldgebiet ging es nach Sarenseck und von dort aus nach Kamerun (nein, nicht das Land). Anschließend führte die L255 zurück nach Hitzacker und über dessen schönes Stadtzentrum zurück zum Parkplatz, wo schon der nächste Fahrer auf die knapp 18 Kilometer lange Strecke wollte. Die Qualität der Strecke fand ich recht gut. Es gab zwar gerade in den Waldgebieten ein paar kleinere kleinere Schlaglöcher, die waren aber im Vorfeld angekündigt und auch entsprechend markiert.

Die Witterungsbedingungen
Es war insgesamt ein schöner und sonniger Tag. Angekündigt waren einige Schauer zur Mittagszeit, die zum Glück ausblieben. Erst später gegen 16 Uhr setzte für eine kurze Zeit leichter Regen ein. Womit ich und viele andere auch aber zu kämpfen hatten, war der relative starke Gegenwind, der im Laufe der Zeit noch zuzunehmen schien, zwischen den Kilometern zwei und zehn. Manchmal hatte ich das Gefühl gegen eine Wand anzufahren – aber das Problem betraf ja alle Fahrer.

Unser Ergebnis
Insgesamt haben wir 14 Runden in den acht Stunden geschafft und waren damit sehr zufrieden und sind damit insgesamt 13. von 56 angetretenenTeams bzw. 9. in unserer Altersklasse geworden. Damit hätten wir nicht gerechnet. Im Vorfeld haben wir uns einen Platz im Mittelfeld erhofft.

Was war noch bemerkenswert?
Zum einen hatten wir viel Spaß mit dem Team 8 hours Funk Power, mit denen wir uns fast bis zum Schluss ein freundschaftliches Duell um den elften Platz geliefert haben. Häufig sind die beiden Fahrer der beiden Teams parallel gestartet, zusammen gefahren und auch gemeinsam ins Ziel gekommen, so dass wir immer nur eine oder zwei Sekunden auseinander lagen. Letztendlich mussten wir uns dann der Erfahrung und der besseren Ausdauer des anderen Teams geschlagen geben. Für den elften Platz hat es aber für beide nicht gereicht, da sich das D.I.R.T. Team II auf den letzten beiden Runden noch um einige Plätze nach vorne gefahren hat.

Ein Lacher für alle war, als Holger Mertins, der Bürgermeister von Hitzacker, der ebenfalls mitfuhr, in die Wechselzone kam und dort keinen Fahrer seines Teams wartend vorfand. Ich hoffe, dass das kein Stadtbediensteter war, der nun berufliche Konsequenzen fürchten muss. 🙂

Besonders gut gefallen hat mir, dass an dem Rennen nicht nur Fahrer mit Rennrädern teilgenommen haben, sondern sowohl mit Mountain-Bikes als auch mit normalen Tourenrädern gefahren wurde und auch diese Leute ihren Spaß an der Veranstaltung hatten, auch wenn sie nicht auf den vorderen Plätzen gelandet sind. Auch diese Fahrer finde ich persönlich wichtig, motivieren sie mich doch, mich quasi an sie ranzuarbeiten, wenn sie vor mir auf der Strecke auftauchen.

Auch die SPD Hitzacker hat ein Team gestellt und wurde mit sieben gefahrenen Runden letzter, wobei sie auch einen der ältesten Teilnehmer des Feldes in ihren Reihen hatten. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Ergebnis nicht symptomatisch für die anstehende Bundestagswahl ist.

Gerade durch das im Vergleich zu Veranstaltungen wie den Cyclassics in Hamburg oder auch nur der Velo-Challenge in Hannover ziemlich kleine Teilnehmerfeld, entstand eine sehr gemütliche, fast familiäre Atmosphäre, die mir gut gefallen hat. Viel mehr Teilnehmer bräuchten es nicht werden, wenn es nach mir gehen würde. Das dürfte auch gar nicht gehen, da der Parkplatz als Veranstaltungsort dafür nicht groß genug ist und es dann doch zu einem großen Gedränge in der Wechselzone kommen dürfte.

Gab es auch etwas, was nicht so gut war?
Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. So auch in diesem Fall. Dieser Schatten fällt aber ziemlich klein aus. Zum einen fand ich die Zeichengebung der Streckenposten im einen oder anderen Fall für verbesserungswürdig. Die waren leider manchmal nicht eindeutig bzw. kamen viel zu spät. Dies wurde aber im Laufe des Rennens deutlich besser.

Zum anderen fehlte auf der kompletten Strecke die Stimmung, da es bis auf einen kleinen Jungen am Straßenrand keinerlei Zuschauer gab, die sich für die Veranstaltung begeistern konnten und die Teilnehmer anfeuerten.

Und nächstes Jahr?
Es wurde bereits in Aussicht gestellt, dass es ggf. im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung geben könnte. Wir wären auf jeden Fall gerne wieder dabei. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank für die tolle Organisation.