Produkttest Bosch PWR 180 CE – Gutes Gerät mit kleinen Schwächen

Wieder einmal hatte ich die Möglichkeit, an einem Produkttest teilzunehmen. Diesmal durfte ich das Wandbearbeitungs-, besser wäre noch Flächenbearbeitungssystem PWR 180 CE genauer unter die Lupe nehmen, das genau zur rechten Zeit kam. Das Gästezimmer musste von der Tapete befreit werden. Wer keine langen Texte mag, kann hier aufhören zu lesen und sich einfach das Video anschauen.

Lieferumfang
Das Wandbearbeitungs-, besser wäre noch Flächenbearbeitungssystem PWR 180 CE gibt es in zwei Ausführungen. Zum einen als Einzelgerät, zum anderen als Set mit einer Staubbox. Bei beiden Varianten findet man neben der Schleifaufsatz auch entsprechende Schleifscheiben mit 24er, 80er und 120er Körnung. Hinzu kommt ein Schlüssel zum Wechseln der Aufsätze. Neben der Staubbox mit 2,5m langem Schlauch hat das Set auch noch einen Perforator- und einen Kunststoffbürstenaufsatz spendiert bekommen. Dafür gibt es beim Einzelgerät einen Staubsaugeradapter, der dem Set fehlt.

Zum Test wurde mir das Set zur Verfügung gestellt. Freundlicherweise hat das Produktmanagement noch drei weitere Aufsätze beigefügt. Zum einen noch einen zweiten Kunststoffbürstenaufsatz, zum anderen zwei Schleifbürsten mit Bürsten aus Messing bzw. Stahl.

Handbuch
Das Handbuch entspricht dem, was man von Bosch gewohnt ist. Es ist wie üblich recht umfangreich, da es in 30 Sprachen kommt. Am Anfang findet man eine Bebilderung, die das Wesentliche erklärt und auf die der nachfolgende Text auch eingeht. Die deutsche Anleitung besteht aus zwölf Seiten, die neben den Handhabungshinweisen und technischen Daten auch eine gut gemachte Übersicht über die verschiedenen Aufsätze, deren Einsatzzweck und Handhabung. Freundlicherweise hat das Produktmanagement diese Übersicht noch einmal extra und in Farbe ausgedruckt dem Testgerät beigelegt. Hinzu kommen natürlich wieder die obligatorischen Sicherheitshinweise, die aufgeteilt sind in einen allgemeinen Teil, einen Teil für den grundsätzlichen Umgang mit elektrischen Geräten und einen gerätespezifischen Teil. Am Ende des Handbuchs findet man noch eine Auflistung der verfügbaren Ersatz-und Zubehörteile mit deren Artikelnummer. Leider muss man bei dem einen oder anderen Teil raten, was das sein soll, da es außer der Artikelnummer keinerlei Beschriftung gibt. Die Eingabe der Artikelnummer bei der Suchmaschine seiner Wahl bringt dann aber schnell Klarheit.

Ich bin häufig übrigens zu faul, extra die Anleitung herauszukramen, wenn ich zu einem Gerät etwas wissen möchte. Da geht es schneller, wenn ich mal kurz im Internet die Anleitung herunter lade. Auch diese ist natürlich auf der Produktseite verfügbar. Aber es ist ja wohl ein Witz, dass diese über 200 MB groß ist. Besser wäre es, wenn man dort nicht alle Sprachen auf einmal bekommt, sondern sich die gewünschte Sprachversion auswählen könnte, damit die Datei nicht so riesig ist.

Montage
Die Montage ist sehr einfach. Den gewünschten Aufsatz befestigt man mit dem beigelegten Schlüssel, verbindet den Absaugschlauch mit dem Handgerät und der Staubbox und steckt den Stecker in die Steckdose.

Der Wechsel des Aufsatzes erfordert die Betätigung des Arretierungsknopfes. Der erschien mir beim ersten Versuch etwas schwer erreichbar zu sein, bzw. es fühlte sich umständlich zu bedienen an. Später ging es besser, wobei ich das Gerät dabei anders hielt. Grundsätzlich wäre es aber zu begrüßen, wenn das Gerät im ausgeschalteten Zustand automatisch arretiert wäre oder wenn der Arretierungsknopf fest in der gewählten Position bleibt, die man gewählt hat. Natürlich würde das auch nur im ausgeschalteten Zustand gehen. Nicht, dass jemand im laufenden Betrieb auf die Idee kommt, die Scheibe zu arretieren.

Ideal wäre natürlich ein werkzeugloser Wechsel des gewünschten Aufsatzes. So muss man immer den Zweilochschlüssel suchen. Dieser hat, genau wie der Hakenschlüssel für Abnehmen des Haubensegments, nämlich leider keinen festen Platz am Gerät oder an der Staubbox spendiert bekommen. Zumindest für den Zweilochschlüssel hat ein anderer Produkttester aber eine Lösung gefunden.

Qualität
Wenn man vom Gewicht auf die Qualität schließen kann, hat Bosch hier wieder einmal ein hochwertiges Gerät abgeliefert. Das Gehäuse und viele Bauteile sind zwar aus Kunststoff, aber der erscheint mir recht stabil verarbeitet zu sein – bis auf eine Ausnahme. Beim Ausprobieren der Funktionsweise ist mir gleich beim ersten Mal eine der kleinen Plastiknasen abgebrochen, mit denen das Haubensegment (abnehmbar zum wandnahen Arbeiten) am Gerät befestigt ist. Eigentlich hätte das gar nicht passieren können, da in der Bewegungsrichtung keine oder nur eine geringe Kraft auf die Plastiknase einwirkt. Ich vermute, hierbei hat es sich um einen Materialfehler gehandelt. Wie ich aus den anderen Testberichten sehen kann, war ich aber nicht der einzige, bei dem das passiert ist. Es scheint also ein generelles Problem zu sein. Das Bosch es besser kann, zeigen sie in ihrer blauen Baureihe.

Dummerweise war das Gerät dann an der vorderen Seite offen, während ich arbeitete, was natürlich Auswirkung auf die Staubentwicklung hatte. Erst habe ich überlegt, ob ich das Haubensegment nun einfach komplett am Gerät festklebe, nachdem sich die Plastiknase nicht nachhaltig befestigen ließ, kam dann aber auf die Idee mal nachzuschauen, ob man es als Ersatzteil bekommen kann. Im Handbuch ist leider nur eine rudimentäre Ersatz- und Zubehörliste abgedruckt. Aber im Internet findet man einen geradezu vorbildlich aufgemachten Ersatzteilkatalog mit Explosionszeichnungen. Da das Teil nur 1,75 EUR zzgl. MwSt und Versand kostet, wollte ich es einfach bestellen. Ich habe es letztendlich aber doch einfach nur mit Gewebeklebeband befestigt.

Das Wandbearbeitungsgerät im Einsatz
Mein erstes kleines Projekt war das Entfernen der Verwitterungsspuren auf unserer Außenkellertreppe aus Beton. Das haben wir in der Vergangenheit immer mit einem Hochdruckreiniger gemacht, was an sich schon immer eine ordentliche Sauerei ist, auf einer Treppe aber immer um ein vielfaches schlimmer wird. In der Tabelle mit den verschiedenen Aufsätzen im Handbuch wird dazu der Stahlbürstenaufsatz empfohlen, den ich auch verwendet habe. Stellenweise ging das auch gut, aber bei weitem nicht flächendeckend. Danach habe ich noch den Kunststoffbürstenaufsatz ausprobiert, aber auch damit ging es nicht besser. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren, aber das Ergebnis mit dem Hochdruckreiniger ist deutlich besser, so dass ich mich wohl auch in Zukunft einsauen werde.

Beim zweiten Projekt klappte es schon deutlich besser. Dabei ging es um das Entfernen von Tapete in unserem Gästezimmer, in dem wir einen Feuchtigkeitsschaden hatten. Normalerweise versuche ich immer die Tapete soweit es geht ohne Hilfsmittel zu entfernen. Komme ich dann irgendwann nicht weiter, kommt die Igelwalze zum Einsatz, die Wand wird anschließend befeuchtet und dann wird die Tapete fitzelweise entfernt. Ein klarer Fall für den Perforatoraufsatz, den man in der Höhe verstellen kann. In der kleinsten wirksamen Stufe war die gesamte Wand ruckzuck perforiert und zwar deutlich gründlicher und schneller als ich es jemals mit der Igelwalze geschafft hätte. Da wir später den Putz auch noch entfernen müssen bei der Bearbeitung des Wasserschadens, habe ich dann auch mal eine zwei tiefere Einstellungen des Perforators ausprobiert. Im ersten Fall war es eine mittlere Einstellung und der Putz hat deutlich darunter gelitten. Danach hatte ich noch eine Stufe gewählt, die zwischen der erst genutzten und der mittleren Stufe lag. Dabei wurde die Tapete ordentlich geschreddert und konnte anschließend bereits im trockenen Zustand zum Teil recht einfach entfernt werden. Angefeuchtet ging es dann noch leichter und die Wand war im Nu von der Tapete befreit. Leider musste ich feststellen, dass der Perforater den Putz auch in der kleinsten Stufe bereits ganz leicht beschädigt hat, obwohl dieser nur 0,2 mm tief perforieren soll.

Einen dritten Einsatz habe ich spontan auch noch vorgenommen und den PWR 180 CE einfach mal als Schleifgerät für Holz genutzt. Ich war einfach neugierig, ob ich einen Unterschied zu meinem Excenterschleifer, einem PEX 270 AE bemerke. Geschliffen habe ich ein Fichtenbrett jeweils mit 80er und 120er Körnung. Erwartet habe ich einen Unterschied bei der Absaugung, da die Schleifscheiben des PWR 180 CE keine Absauglöcher aufweisen. Ich konnte diesbezüglich aber keinen Unterschied feststellen. Auch bei der Oberflächenbeschaffenheit konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Beim Fühltest mit der Hand hatte ich den Eindruck, als wäre das Schleifergebnis des Excenterschleifers minimal besser.

Absaugung
Gespannt war ich auf die Wirksamkeit der Absaugung in die Staubbox. Gehofft hatte ich ja darauf, dass das ganze wie ein Zyklonabscheider funktioniert und man seinen Hausstaubsauger dort anschließen kann. Dann hätte ich den auch an meinen anderen Geräten verwenden können. Leider ist das aber nicht der Fall. Statt dessen befindet sich der aktive Teil im Handgerät selbst. Wie da ein Sog zur Staubbox zustande kommen sollte, war mir rätselhaft. Vor allem fand ich es spannend zu sehen, wie die Absaugung im Zusammenspiel mit den nicht gelochten Schleifscheibe funktioniert.

Völlig unverständlich finde ich, warum man dem Set nicht auch noch den Staubsaugeradapter spendiert hat. Der kostet als Ersatzteil nicht einmal fünf Euro, könnte das Absaugergebnis gegenüber der Staubbox aber wohl noch einmal verbessern. Ebenso unverständlich finde ich, warum jedes meiner Bosch-Geräte einen anderen Anschluss für die Staubabsaugung hat. Kann man sich da nicht endlich mal auf einen Anschluss einigen, der dann am besten auch noch zu gebräuchlichen Werkstattsaugern oder Universaladaptern passt? Mir ist klar, dass es bei manchen Geräten wie den PEX-Excenterschleifern nicht geht, aber da würden sich viele wohl einen Staubsaugeradapter wünschen als Ergänzung zur Staubbox.

Wie ich bereits geschrieben habe, war mein Gerät während des Tests durch die abgebrochene Plastiknase vorne offen, was natürlich negative Auswirkungen auf die Absaugwirkung hatte. Deshalb habe ich das Haubensegment später einfach mit Klebeband befestigt und beschreibe auch nur die Absaugwirkung mit dem Haubensegment.

Da es sich um keine aktive Absaugung durch einen Werkstattsauger handelte, waren meine Erwartungen natürlich nicht allzu groß. Trotzdem gelangte ein großer Teil der Tapete in die Staubbox, die aber leider ziemlich schnell voll war und ausgeleert werden musste. Der Rest der befeuchteten Tapete fiel direkt an der Wand herunter und konnte mühelos zusammen gefegt werden.

Handhabung
Durch den verstellbaren Griff liegt das Gerät gut in der Hand. Es wäre aber gut, wenn man für das Verstellen des Griffs nicht zwei Schrauben lösen und wieder befestigen müsste. Ein Blick in den Fahrradbereich wirkt Wunder. Es gibt auf dieser Welt nämlich so etwas wie Schnellspanner, deren Prinzip sich auch in anderen Bereichen schon bewährt hat.

Vorab hatte ich das Gewicht des Geräts so eingeschätzt, dass die Arbeit bei einer langen Wand nach einiger Zeit ziemlich anstrengend werden kann, gerade bei Überkopfarbeiten. Da habe ich mich etwas getäuscht. Es war schon bei meiner eigentlich recht kleinen Wand von gerade mal sieben Quadratmetern recht anstrengend. Und die größte Schwierigkeit war dabei nicht der Überkopfbereich, sondern der Bereich, den man kniend bearbeitet. Dort war es für mich am anstrengendsten. Das Gerät ist ziemlich kraftvoll, fordert dem Anwender aber auch einiges an Kraft ab. Deshalb öfter mal eine Pause einlegen. Die hat den Vorteil, dass man die Staubbox gleich mal wieder leeren kann.

Apropos Staubbox! Sehr gut finde ich. dass man auch an die Aufbewahrung des Schlauchs gedacht hat, der sich an der platzsparend um die Staubbox wickeln und befestigen lässt. Leider lässt sich der Absaugschlauch nur sehr schwer von der Staubbox und dem Gerät trennen. Bevor ich mir dabei die Finger breche, habe ich den Zweilochschlüssel zur Hilfe genommen und damit die aus meiner Sicht schwer erreichbaren Kunststoffclips eingedrückt.

Während des Arbeitens mit dem PWR 180 CE ist es dringend anzuraten, Gehörschutz zu tragen, wie es auch in den Sicherheitshinweisen im Handbuch angeraten wird. Ich finde das Gerät ziemlich laut. Da sollten sich die Ingenieure vielleicht mal mit den Kollegen aus dem Staubsaugerbereich zusammen setzen. Deren ProSilence-Geräte sind nämlich sehr angenehm leise.

Reinigung
Nach einem staubigen Einsatz lässt sich das Gerät relativ leicht reinigen. Eigentlich reicht es aus, die Teile einfach auszuklopfen und das Gerät kurz mit einem feuchten Lappen abzuwischen.

Der Perforator fiel mir dabei etwas negativ auf. Durch die beweglichen Teile verklemmte sich teilweise Tapete darin. Dadurch hatte ich den Fall, dass sich der Perforator nicht in die Parkposition drehen ließ, wo die Stacheln quasi eingezogen sind. Das Ausklopfen dauerte daher etwas länger und ich musste auch mit einer Pinzette eingreifen.

Hat man angefeuchtete Tapete entfernt, stellt sich die Sache leider etwas anders dar. Ich habe die Reinigung erst durchgeführt, als sie schon etwas angetrocknet war. Vom Stahlbürstenaufsatz lässt sie sich noch relativ problemlos entfernen. Mit Ausklopfen kann man schon einen Teil entfernen, aber vieles muss man aus den Zwischenräumen durch Herausstochern entfernen. Aus dem Gerätekörper lässt sie sich aus dem Bereich, in dem der Aufsatz befestigt ist, ganz einfach herauskratzen. Dummerweise hat sich aber ein Teil der Tapete weiter im Geräteinneren abgesetzt, so dass man auch hier wieder mit einer Pinzette arbeiten muss.

Im Großen und Ganzen stellt die Reinigung des Geräts aber kein allzu Problem dar.

Verfügbares Zubehör
Für das Wandbearbeitungssystem gibt es ein reichhaltiges Angebot an Zubehörteilen. Ich habe mich in den hannoverschen Baumärkten gründlich umgesehen. Und obwohl alle großen wie OBI, Hornbach, Bauhaus, Toom und Hellweg dabei waren, konnte ich dort weder das System selbst noch entsprechendes Zubehör zum Kauf finden. Einzig im Internet wurde ich fündig. Vermutlich liegt das daran, dass das Gerät noch ziemlich neu am Markt ist. Wobei ich auch bis heute das Zubehör für die Dremel Moto-Saw, die ich vor über zwei Jahren testen durfte, immer noch nicht in den Baumärkten im Dremelregal finden kann.

Bei den zusätzlichen Bürsten, die ich zum Testen hinzu bekommen habe, ist mir negativ aufgefallen, dass deren Kartons keinerlei Beschriftungen haben, was da eigentlich im Karton drin ist und wofür man es einsetzen kann.

Mein Fazit
Nach dem ersten Einsatz war ich etwas enttäuscht, was sich aber bei dem zweiten Projekt aber grundlegend gewandelt hat. Der Perforatoraufsatz ist schon ein geniales Teil. Wenn ich daran zurück denke, was es uns beim Einzug in unser Haus für Mühen gekostet hat, die Tapeten der Vorbesitzer von den Wänden und Dachschrägen zu entfernen, hätte ich mir gewünscht das Wandbearbeitungssystem schon damals in den Händen gehabt zu haben.

Sobald die Außendämmung im Bereich unserer Gästezimmers entfernt ist, freue ich mich schon darauf, den alten Putz mit der Hartmetalltopfscheibe zu entfernen. Und sicherlich werde ich mir auch irgendwann die Bäder vornehmen, wo jede Menge Fliesenkleber auf den PWR 180 CE wartet.

Insgesamt bin ich mit dem Gerät aber zufrieden, auch wenn es noch an der einen oder anderen Stelle Verbesserungspotential bietet.

Sparferkel – Spardose aus Holz

Vor Kurzem hatte mein Sohn seinen zweiten Geburtstag und es war zu erwarten, dass der eine oder andere auch etwas Geld schenkt. Leider hat er vor einiger Zeit sein Sparschwein zerdeppert, so dass jetzt Ersatz her musste. In der Weihnachtszeit im letzten Jahr hat Steve Ramsey ein Video vom Bau eines Sparschweins veröffentlicht, das ich nun nachgebaut habe. Genau genommen ist es bereits mein zweiter Nachbau dieses Schweins. Leider hatte ich beim ersten Schwein, das ich im Februar gebaut habe, kein Video gedreht.

Steve Ramsey benutzt für das Aussägen des Schweins eine Bandsäge. Da ich keine solche habe, musste ich zur Stichsäge greifen. Bei meinem ersten Versuch habe ich auch erst alle Brettchen des Schweins miteinander verleimt und dann ausgesägt. Das hat leider nicht ganz so gut geklappt. Einerseits war die Dicke des Schweins hart an der Grenze der Länge meines Sägeblatts, welches schon das längste ist, das ich finden konnte. Andererseits verzog das Sägeblatt auf der Länge doch deutlich, was einiges an Nacharbeit nach sich zog. Außerdem ist mir dabei das Sägeblatt auch noch abgebrochen.

Diesmal bin ich deshalb anders an die Sache ran gegangen und habe jedes Brettchen des Schweins einzeln ausgesägt und dabei ein schmaleres Sägeblatt genutzt, um besser um die Rundungen zu kommen. Ich habe erwartet, dass die einzelnen Brettchen nicht haargenau übereinander passen werden und auch hier wieder etwas Nacharbeit notwendig sein würde. Aber mit soviel habe ich nicht gerechnet. Das schmale Sägeblatt neigte leider noch deutlicher dazu, zu verziehen und so musste am Ende wieder der Bandschleifer ran und alles glätten.

Es hat aber auf jeden Fall wieder viel Spaß gemacht und einiges Geld für den Kleinen ist auch zusammen gekommen.

Spiralen mit der Oberfräse erstellen

Vorletzte Woche kam es zu einem interessanten Schlagabtausch auf Youtube, bei dem es um das Fräsen von Spiralen mit der Oberfräse ging. Beteiligt waren dabei einige Leute, deren Kanäle ich auf Youtube abonniert habe. Angefangen hat die ganze Geschichte Izzy Swan, der sich extra dafür eine Vorrichtung gebastelt hat.

Matthias Wandel, der immer wieder geniale Konstruktionen zeigt und vor allem durch seine hölzernen Zahnräder bekannt geworden ist, nutzt dafür seinen Pantographen.

Daraufhin legte Izzy Swan noch einmal nach und verdeutlichte noch einen Vorteil seines Systems, mit dem man den Spiralabstand durch Auswechseln eines Zahnrades verändern kann.

Danach antwortete auch noch Matthias Burger, der mit einer ganz einfachen Konstruktion und einer in einem Frästisch eingespannten Oberfräse ebenfalls Spiralen fräsen kann. Dies verdeutlicht er an einem kleinen Modell aus Pappe.

Zum Schluss schaltete sich auch noch Steve Ramsey ein, der sich die gleiche Frage stellte, wie ich.

Wozu das ganze? Für Verzierungen kann man es ggf. nutzen, auch wenn ich solche Spiralen nicht besonders hübsch finde. Vielleicht kann man so etwas auch als Element einer Murmelbahn nutzen. Aber dafür extra eine Vorrichtung basteln? Interessant finde ich die verschiedenen Lösungsansätze aber auf jeden Fall.

Nachtrag zum Insektenhotel

So, Weihnachten ist nun schon über einen Monat her. Zeit, die angesprochenen Anpassungen an meinem Insektenhotel vorzunehmen.

Die Aufteilung

Damit sich die hoffentlich einziehenden verschiedenen Insektenarten nicht gegenseitig bekämpfen werden, habe ich einfach zwei Sperrholzbrettchen mit wasserfestem Leim so verklebt, dass keine der Öffnungen des Insektenhotels beeinträchtigt wird.

 

Ich habe mir gedacht, dass ich das Insektenhotel auf einer Stange im Garten aufstelle. Von einem alten Regal hatte ich noch eine Stange übrig, die idealerweise auf der einen Seite auch eine Verschraubmöglichkeit hat. Da mir diese eine Schraube aber zu wackelig erschien, habe ich mir eine Konstruktion überlegt, die diese Verschraubung nutzt.
Dazu habe ich mir aus einer MDF-Platte drei kleine Plättchen gesägt, von denen ich zwei miteinander verleimt habe und diese in der Mitte mit einem Forstnerbohrer durchbohrt, der den gleichen Durchmesser hat, wie die Befestigungsstange.

Das einzelne MDF-Plättchen hat eine Senkbohrung bekommen, in der der Schraubenkopf der Befestigungsschraube der Stange versenkt wird. In der Mitte der Senkbohrung wird das Plättchen entsprechend des Schraubendurchmessers durchbohrt.

Alle drei Plättchen werden nun miteinander verleimt, so dass auf der einen Seite die Senkbohrung des einzelnen Plättchens und auf der anderen Seite die Durchbohrung für die Befestigungsstange zu sehen ist.

Sobald der Leim abgebunden hat, habe ich mit einem Randabstand von 1,5cm den Block in allen Ecken durchbohrt und abgesenkt. Dort werden die Schrauben durchgeführt, die in das Insektenhotel greifen.


Die Verzierung

Eigenbau eines Treppenschutzgitters

Unser Sohn ist mittlerweile über ein Jahr alt und wird immer mobiler. Laufen kann er zwar noch nicht ganz, aber so eine Art High-Speed-Krabbeln hat er sich bereits zu eigen gemacht. Bisher hieß das für uns, dass wir dauerhaft wachsam sein mussten, wenn wir uns mit ihm im oberen Stockwerk aufgehalten haben, da wir an der Treppe ins Erdgeschoss noch kein Treppenschutzgitter hatten.

Im Handel habe ich leider keines finden können, welches zum einen breit genug ist und sich gut am bestehenden Treppengeländer befestigen lässt. Außerdem wollen wir unseren Kater natürlich nicht in seinem Bewegungsdrang einschränken. Also muss der auch noch irgendwo durchpassen.

Vor einiger Zeit hatte Matthias Wandel ein entsprechendes Treppenschutzgitter, welches sich in der Art eines Parallelogramms heben und senken lässt. Dieses habe ich bei meinem Treppenschutzgitter aufgenommen, um es am Treppengeländer einhaken zu können.

Leisten für horizontale Streben
Als erstes habe ich die obere und untere horizontale Leiste erstellt, die aus jeweils zwei Fichteleisten zusammen gesetzt sind. Diese habe ich ein klein wenig länger gemacht als der Treppenaufgang breit ist, damit ich noch die Querstreben am Treppengeländer erreiche.

Im Vorfeld habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie breit die Durchlässe zwischen den einzelnen vertikalen Streben sein dürfen. Wähle ich sie zu schmal, kommt der Kater vielleicht nicht mehr durch, wähle ich sie zu breit, finden wir unseren Sohn womöglich schneller am Fuße der Treppe wieder als uns lieb ist.

Nachdem die Durchlassbreite klar war und damit auch die Anzahl der vertikalen Streben, ging ich daran, an den horizontalen Streben für jede vertikale Strebe entsprechende Aussparungen zu fräsen. In diesen Aussparungen sollen sich dann die vertikalen Streben an einer Achse bewegen können. Für diese Achsen habe ich entsprechende Aufnahmen gebohrt.

Die Leisten wurden danach noch mit einem Abrundfräser bearbeitet und glatt geschliffen. Es soll sich ja schließlich niemand dran verletzen.

Leisten für vertikale Verstrebungen
Nachdem die vertikalen Streben auf die entsprechende Länge gekürzt waren, habe ich die Enden abgerundet – eckige Streben ließen sich in eckigen Aussparungen auch etwas schlecht bewegen. Dazu habe ich mit dem 45°-Anschlag meines Winkels die Mitte des Endes des Stabes ermittelt und mit einem Zirkel einen Halbkreis gezogen. Alles außerhalb des Halbkreises habe ich abgesägt und mit einer Raspel für die Rundung gesorgt.

Den vorher ermittelten Punkt habe ich anschließend durchbohrt, um dort die Achse durchführen zu können.

Auch die vertikalen Streben wurden natürlich mit dem Abrundfräser und dem Excenterschleifer bearbeitet.

Farbe kommt ins Spiel
Da unser Treppengeländer weiß ist, musste das Treppenschutzgitter natürlich angeglichen werden. Dazu habe ich alle Stäbe mit drei Schichten Acryl Lack gestrichen. Bei der Auswahl des Lackes habe ich darauf geachtet, dass er für Kinderspielzeug geeignet ist. Also kann sich unser Sohn am Gitter wortwörtlich gerne die Zähne ausbeißen.

Achsverbindungen
Matthias Wandel hatte für sein Treppenschutzgitter als Achse einfache Holzdübel verwendet. Dies hatte zur Folge, dass das Gitter bei jeder Bewegung ordentlich gequietscht hat. Das wollte ich unbedingt vermeiden.

Daher habe ich mir ein Alurohr sowie einen Alustab geholt, der passgenau in das Alurohr eingeführt werden kann. Das Alurohr habe ich in kleine Stücke gesägt, deren Länge der Länge des Lochs der vertikalen Streben entspricht. In dieses Loch wurden die Aluröhrchen dann auch rein gehämmert, wo sie als Achslager dienen.

Den Alustab habe ich in kleine Stückchen gesägt, die etwas länger sind als die gerade gesägten Röhrchen. Diese sind als Achse gedacht und müssen entsprechend in die Aufnahmelöcher der horizontalen Streben reichen.

Anfangs hat meine Konstruktion übrigens auch ordentlich gequietscht. Das hat sich mittlerweile komplett gelegt. Keine Ahnung, ob das Matthias Wandel auch der Fall war.

Zusammenbau
Den Zusammenbau hatte ich mir am schwierigsten vorgestellt, da ich ja sieben vertikale Streben gleichzeitig zwischen die beiden Elemente der beiden horizontalen Leisten positionieren musste. Letztendlich ging das aber doch einigermaßen flott von der Hand.

Dummerweise musste ich bei einem Testzusammenbau feststellen, dass ich beim Schleifen der vertikalen Streben etwas zu viel geschliffen habe. Diese hatten nun deutliches Spiel zwischen den beiden Teilen der horizontalen Streben. Da habe ich mir jeweils mit einer Unterlegscheibe auf jeder Seite der vertikalen Strebe auf der Achse beholfen. Das sollte auch den Effekt haben, dass sich das ganze noch leichter bewegen lässt.

Wandbefestigung
Um das Treppenschutzgitter an der Wand zu befestigen, habe ich eine weitere Leiste mittels dreier Klappscharniere an eine der äußeren vertikalen Streben geschraubt. Diese habe ich dann mit drei Schrauben an der Wand befestigt.

Hätte ich vorher ein wenig nachgedacht, wäre ich vielleicht drauf gekommen, dass ich diese Konstruktion niemals hätte an die Wand klappen können. Da die aufgedoppelten vertikalen Leisten natürlich breiter sind als die eine, die das Gitter an der Wand hält, sind die vertikalen Leisten im Weg (im Video sieht man das am besten). Außerdem hatte ich die Fußleise an der Wand nicht bedacht. Die war etwas höher als der niedrigste Punkt des Treppenschutzgitters und war damit ebenfalls im Weg.

Als Lösung des Problems habe ich einfach die Leiste an der Wand ebenfalls aufgedoppelt. Dabei habe ich dann gleich das ganze einen Zentimeter höher gesetzt. Damit waren beide Hindernisse aus dem Weg geräumt und das Treppenschutzgitter ließ sich ganz an die Wand klappen.

Haken zum Verschliessen
Um das Gitter am Treppengeländer befestigen zu können, mussten ein paar Haken her, damit ich es dort an den Querverstrebungen einhaken konnte.

Nun sollte es zum einen für unseren Sohn nicht zu leicht sein, zum anderen sollte es für uns nicht zu schwer sein, dass Gitter zu öffnen. Bisher konnte ich bei dem Gitter an unserer Küchentür beobachten, dass sich unser Sohn an dem Gitter hochzieht und sich dran hängt. Von daher habe ich beschlossen, den Haken so zu gestalten, dass man das Treppenschutzgitter anheben muss, um es zu öffnen.

Auf einem Stück Restholz habe ich mir ein Raster gezeichnet und dort die Teile markiert, die ich nicht brauchte. Mit der Stichsäge war dann der Haken schnell ausgesägt und anschließend wieder abgerundet, geschliffen und lackiert.

Mit jeweils drei Schrauben habe ich ihn dann an der anderen äußeren vertikalen Strebe befestigt, wobei ich ihn zuerst am Treppengeländer positioniert habe.

Gewicht aufnehmen
Um zu verhindern, dass die Halterung an der Wand oder die Haltehaken überlastet werden, falls unser Sohn zwischen die Streben tritt und dort drauf herum hüpft, habe ich unter die untere vertikale Strebe im ersten Schritt einen Gummistopper befestigt, der das Gewicht aufnimmt bzw. Stöße abmildert.

Diesen Stopper durfte ich durch eine Eigenkonstruktion ersetzen, nachdem ich festgestellt hatte, dass ich das Gitter doch noch etwas höher setzten muss (siehe Arbeitsschritt „Wandbefestigung“). Der Stopper war einfach nicht mehr groß genug und im Baumarkt habe ich keinen finden können, der die entsprechende Größe aufwies.

Daher habe ich einfach von einem Rundholz zwei kurze Stücke abgesägt und mit einem zweistufigen Boher ein Loch rein gebohrt, damit ich die Stücke mit einer Schraube am Treppenschutzgitter befestigen kann. Vorher wurden auch diese Stücke noch mehrfach weiß lackiert. Nach dem Verschrauben habe ich einfach jeweils ein weißes Filzpad drunter geklebt, welches die Geräusche beim Aufsetzen des Gitters etwas mildert.

Test
Als kurzen Test des ganzen habe ich mich bei geschlossenem Treppenschutzgitter zwischen die Streben gestellt. Mein Gewicht wurde tadellos durch die Konstruktion aufgenommen. Das dürfte also auch meinen Kleinen aushalten, wenn er sich mal dranhängt und anfängt zu hüpfen.

Unter väterlicher Aufsicht durfte er das Gitter dann auch gleich mal ausprobieren. Er war davon wenig begeistert, stört es doch effektiv seinen Freiheitsdrang. Mittlerweile hängt es bereits über einen Monat und er hat es mittlerweile aufgegeben, die Treppe zu erreichen.

Unser Kater hingegen kommt problemlos durch die Stäbe hindurch.

Halteklammer für Treppenschutzgitter

Das Treppenschutzgitter zur Sicherung unseres Nachwuchses, das wir zwischen Küche und Flur platziert haben, wird nur in den Türrahmen eingeklemmt. Mit etwas Druck lässt sich das Treppenschutzgitter aber problemlos aus dem Türrahmen schieben. Der Hersteller hat zwar entsprechende Vorrichtungen mitgeliefert, die das Verschieben verhindern, dafür müssten aber die Türrahmen angebohrt werden. Hier zeige ich eine alternative Lösung, die durch das Treppenschutzgitter selbst am Rahmen fixiert wird. Und natürlich ist wieder ein wenig dabei schief gegangen, war unüberlegt und hat erst im zweiten Anlauf funktioniert wie gewünscht.

Die hier gezeigte Bauanleitung weicht auch von der tatsächlich verwendeten ab und ist in entsprechend logische Schritte unterteilt.

Klammern erzeugen
An meiner zur Tischkreissäge umfunktionierten Kreissäge habe ich ein Restholzstück auf die gewünschte Breite, sprich die Höhe der Halteklammer und dies anschließend in vier der Türrahmenbreite entsprechenden Teile gesägt.

Danach ging es darum, die Aussparung zu erstellen, mit Hilfe die Halteklammer im Türrahmen Halt findet. Dies habe ich in mehreren Schritten mit der Oberfräse, die ich als Tischfräse benutze, durchgeführt.

Dummerweise habe ich beim zweiten, tieferen Fräsvorgang eines der Stücke verkehrt herum gehalten und es damit erst einmal ruiniert und mich mangels Holz dazu entschlossen nur zwei Halteklammern für die oberen Klemmbacken zu bauen. Später habe ich es dann doch für eine der beiden unteren Halteklammern verwendet, wobei ich den ruinierten Teil nach unten zeigen lasse. Da sieht man den Fehler dann nicht.

Mal abgesehen davon, dass das nicht ganz ungefährlich ist, mit der Oberfräse das ganze Material zu entfernen, ist es auch ziemlich aufwändig. Mit der bei den Korrekturarbeiten erwähnten Methode geht es schneller und sicherer.

Öffnung für Klemmbacken
Die Öffnung für die Klemmbacken wurde mit einem entsprechend großen Forstnerbohrer am Bohrständer gemacht. Dummerweise habe ich nicht genau darüber nachgedacht und die Öffnung komplett durch die Halteklammer gebohrt. Das führt dazu, dass sich der Klemmbacken zwar nicht vor und zurück schieben lässt, dies aber Vibrationen an der Halteklammer erzeugt und diese letztendlich vom Türrahmen wegrutscht und auf dem Gewinde des Klemmbacken landet. Dadurch verliert die Halteklammer natürlich ihre Wirkung.

Korrekturarbeiten
Damit ich mit den Klemmbacken Druck auf die Halteklammer ausüben kann, muss ich an der Öffnung für die Klemmbacken ein Holzplättchen einkleben, welches ich mir schnell zurecht gesägt habe. Für dieses Holzplättchen muss ich aber die Aussparung noch einmal etwas vertiefen, damit die Aussparung wieder eine ebene Auflagefläche hat.

Den einfachste Weg schien mir die Zug-, Kapp- und Gehrungssäge zu bieten. Einfach die gewünschte Höhe einstellen und ein paar Mal vor und zurückziehen. Fertig. Das entspricht in etwa dem, was die Amerikaner mit ihren Dado-Blades machen. Im Video sieht man das meiner Meinung nach ganz gut.

Durch das Einstellen der Schnitttiefe des Sägeblatts ist es nicht mehr möglich, das Werkstück direkt am Anschlag der Zug-, Kapp- und Gehrungssäge zu positionieren, da durch das runde Sägeblatt in dem Fall keine ebene Schnittfläche mehr erzeugt werden kann. Deshalb habe ich ein Abstandsklötzchen zwischen Anschlag und Werkstück gespannt.

Diese Art, Aussparungen zu erzeugen erscheint mir wesentlich schneller und sicherer zu gehen als mit der Oberfräse. Daher habe ich die Aussparungen der letzten beiden Halteklammern so erzeugt.

Feinschliff
Um das Projekt im wahrsten Sinne des Wortes abzurunden habe ich sämtliche nach außen zeigende Kanten mit einem Abrundfräser abgerundet und anschließend die Halteklammer noch einmal geschliffen. Zu guter Letzt habe ich sie mit weißem Sprühlack überzogen, so dass sie sich farblich dem Türrahmen anpassen.

Überdachung der Außenkellertreppe

Leider haben wir in unserem Keller an einer Außenwand ein kleines Feuchtigkeitsproblem, dass sich unter anderem in Salzausblühungen an einer Außenwand zeigt. Der Vorbesitzer des Hauses scheint sich des Problems auch bewusst gewesen zu sein, ist doch genau diese eine Wand die einzige, die gefliest ist. Motto: Ein Problem, das ich nicht sehe, gibt’s nicht.

Wir haben das Problem durch eine Firma begutachten lassen, die sich auf die Sanierung feuchter Bauwerke spezialisiert hat. Deren Erfahrung nach tritt das Problem recht häufig im Bereich von Außenkellertreppen auf, da dort das Regenwasser schlecht versickern kann und dort auch häufig bei der Außendämmung geschludert wird. Deren Lösungsvorschlag war, in der Wand eine Lochmatrix zu bohren und ein spezielles Gel zu injizieren, welches die Wand abdichten soll. Da wären wir dann mit über 2.000 EUR dabei gewesen. Zusätzlich sollte man sich natürlich auch noch die Dämmung anschauen. Also schön alles (auch unter der Kellertreppe) ausschachten. Grmpf!

Unter der Hand meinte der Außendienstmitarbeiter, dass es bei uns noch nicht allzu schlimm ist und es wohl reicht, dafür zu sorgen, dass kein neues Wasser nachkommt. Dazu reicht es seiner Meinung nach, einfach die Außenkellertreppe zu überdachen. Na, das klang doch schon besser.

Aufbau der Pfosten
Um die Pfosten vor Feuchtigkeit von unten zu schützen, habe ich sie in entsprechende Pfostenträger montiert, die auf dem Mauerabsatz unserer Kellertreppe geschraubt wurden. Damit alle Pfosten in einer Reihe stehen, habe ich zwischen dem ersten und dem letzten Pfosten ein Band gespannt und die dazwischen liegenden daran ausgerichtet. Dummerweise sind die Bohrungen für den ersten Pfostenträger nicht so geraten, wie ich es eigentlich geplant hatte, so dass dieser Pfosten nun etwas gedreht steht.

Die Pfosten selbst sind alle mit einer Fungizid-Grundierung versehen und wurden anschließend im Farbton Nußbaum lasiert.

Beim Aufstellen der Pfosten habe ich mir mit Zwingen beholfen, die die Pfosten erst einmal an Ort und Stelle gehalten haben, bis sie dann genau senkrecht ausgerichtet und erst einmal provisorisch verschraubt waren. Auch hier habe ich zuerst wieder die beiden äußeren Pfosten befestigt und anschließend eine Schnur gespannt und die dazwischen liegenden Pfosten daran ausgerichtet. Dadurch waren sie praktisch automatisch senkrecht, was ich aber trotzdem jeweils mit der Wasserwaage kontrolliert habe.

Höhe und Querträger
Bis dahin hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, welche Höhe das Dach erreichen soll. Deshalb habe ich durch Anklemmen von Leisten einfach mal mehrere Höhen ausprobiert und bei der passenden dann entsprechende Markierungen am Pfosten gemacht und diese dort entsprechend gekürzt. Danach konnten die Pfosten endgültig mit den Pfostenträgern verschraubt werden.

Da meine Balken nur drei Meter lang waren, ich aber über vier Meter Länge zu überbrücken hatte, mussten zwei Balken miteinander verbunden werden. Dazu habe ich eine Überblattung geschaffen, die verleimt und von beiden Seiten verschraubt wurde.

Den fertigen Querbalken habe ich dann mit entsprechendem Überhang an beiden Enden mit den Pfosten verschraubt. Dazu habe ich mittels Doppelstufenbohrer von oben in den Querträger an den entsprechenden Stellen über jedem Pfosten ein Loch gebohrt und die beiden Teile miteinander verschraubt.

Dachträger
Die Befestigung der Dachträger an der Wand habe ich mit Balkenschuhen gelöst. Diese haben unten eine ebene Fläche, der Dachträger wird dort aber mit einer Neigung eingeführt. Das führt dazu, dass der Dachträger im Balkenschuh nicht aufliegt.

Da ich aber den Dachträger am Ende so abgesägt habe, dass er trotz der Neigung flächig an die Wand geführt wird, erhalte ich ein kleines Stück Holz, dass genau dem benötigten Winkel entspricht, um es unter dem Balken zu befestigen und damit eine ebene Auflage zu erhalten.

Schnell noch mit der Stichsäge eine Kerbe in den Dachträger gesägt, wo der Querträger lang geführt wird und schon kann der Dachträger am Querträger und in den Balkenschuhen an der Wand befestigt werden.

Winkelverstrebungen
Um der ganzen Konstruktion noch ein wenig Fachwerkstil zu verpassen, habe ich aus den restlichen Balken noch entsprechende Winkelstücke gesägt, die die einzelnen Pfosten mit dem Querträger verbinden sollten. Als besondere Herausforderung habe ich mir hierbei vorgenommen, keine Verschraubungen sichtbar zu haben.

Um die Winkelverstrebungen während der Arbeiten an der entsprechenden Position zu halten, habe ich auf der gegenüberliegenden Seite des Dachträgers ein 45°-Winkelstück platziert und die Winkelverstrebung mit Hilfe einer Zwinge dort gegen gepresst.

Bei den beiden inneren Pfosten war das an einer Seite jeweils recht einfach. Da konnte ich die Winkelverstrebungen einfach von der jeweils anderen Pfostenseite aus verschrauben. Die Schrauben wurden natürlich wieder mit dem Doppelstufenbohrer entsprechend versenkt.

Bei allen Winkelverstrebungen wurde die obere Verbindung von oben durch den Querträger verschaubt. Auch das war kein Problem. Was sollte ich aber mit den restlichen Winkelverstrebungen machen, die an den beiden Außenpfosten waren bzw. bei denen die andere Pfostenseite bereits durch eine andere Winkelverstrebung blockiert war?

Ganz einfach: Dübel! Dazu habe ich in den betroffenen Pfosten vier Löcher gebohrt und diese Dübelpiekser (keine Ahnung, wie die heißen) eingesetzt, um die Löcher auf die Winkelverstrebung zu übertragen. Nach dem Bohren der Löcher in den Winkelverstrebungen habe ich sowohl die Dübel als auch die Winkelverstrebungen eingeleimt und am Pfosten angebracht.

Dramatischer Zwischenfall
Während der Arbeiten kam es zu einem Unfall. Mein Akkuschrauber ist aus über 3 Meter Höhe auf den Betonboden am unteren Ende der Treppe gefallen. Neben dem 8er-Holzbohrer hat es natürlich auch den Akkuschrauber selbst erwischt. Das Gehäuse ist ordentlich gesprungen, was ich aber durch etwas Klebeband notdürftig beheben konnte. Die Funktion an sich schien nicht betroffen zu sein.

Dummerweise musste ich dann im weiteren Gebrauch leider feststellen, dass der Akkuschrauber merklich an Kraft eingebüßt hat. Obwohl er kurz vor dem Sturz frisch aufgeladen wurde, ließ sich nun so gut wie keine Schraube mehr festziehen.

Das war dann auch eine gute Gelegenheit, einen Amazon-Gutscheincode einzulösen und habe mir einen PSR 18 LI-2 bestellt. Bis der dann endlich geliefert wurde, hatte ich das Projekt aber bereits mit meinem Bohrhammer als Ersatz für den Akkuschrauber fertig gestellt. Das ging ganz schön in die Arme.

Querverstrebungen
Erst wollte ich die Dachplatten direkt auf die Dachträger schrauben. Da dort aber die Auflagefläche zu gering war, hätte die Stabilität des Dachs deutlich gelitten. Also habe ich einige Leisten genommen, mit Wetterschutzfarbe bepinselt und quer über die Dachträger montiert. Nach den ersten Leisten war aber klar, dass diese das Gewicht der OSB-Platten, die ich für das Dach vorgesehen habe, nicht werden halten können.

Also noch mal in den Baumarkt und dickere Balken geholt. Diese wurden dann wieder lasiert und auf den Dachträgern verschraubt. Die Schwierigkeit dabei war, dass ich meine Leiter dann nicht mehr an der Wand anlehen konnte, sondern gezwungen war, diese an den Balken zu lehnen, der gerade befestigt werden sollte. Ein Stoppklotz, der mit Zwingen am Dachträger befestigt wurde, sorgte dann dafür, dass ich die Querstrebe nicht verschieben konnte, während ich mit der Leiter gegen lehnte.

Dachplatten
Zur Abdeckung des Daches habe ich OSB-Platten genommen. Der Vorbesitzer unseres Hauses hatte davon jede Menge auf dem Dachboden gelagert. Die müssen noch vor dem Eindecken des Daches dort hinauf gekommen sein. Durch die Luke haben sie jedenfalls nicht gepasst. Da konnte ich dann auf dem Dachboden bei lauschigen 386 Grad (gefühlte Temperatur) endlich mal meine Tauchsäge zum Einsatz bringen und sie auf das benötigte Maß sägen und dabei berücksichtigen, dass ich sie auch durch die Luke zum Dach bekomme.

Nachdem ich alle Elemente fertig hatte, wurden sie von allen Seiten mit Wetterschutzfarbe versehen. Da kommt zwar noch Dachpappe drauf, aber sicher ist sicher.

Zum Schluss wurden sie dann einfach auf das Gerüst geschoben und verschraubt. Durch die Querverstrebungen war der Einsatz der Leiter nur schlecht möglich, so dass ich nachdem ich die ersten beiden Platte befestigt hatte, dazu gezwungen war, das Dach einem Härtetest zu unterziehen. Ich habe also das Dach gleich mal mit meinem Körpergewicht belastet und es hat dem problemlos standgehalten.

Jetzt wird genagelt
Nein, nein – kein Schweinkram. Ich habe zum Schluss lediglich noch eine Rolle Dachpappe in zwei, sich überlappenden Bahnen auf das Dach genagelt und mit einem Cutter die Kanten begradigt.

Offene Punkte
Noch sind einige Punkte offen, bei denen ich noch nicht weiß, wie ich sie löse.

  • Zum einen frage ich mich, wie ich den Wandabschluss gestalte. Im Moment liegt die Dachpappe und darunter die OSB-Platte einfach direkt an der Wand an. Sollte Wasser an der Wand hinunterlaufen, wird es den geringen Zwischenraum sicherlich nutzen. Ich spiele mit dem Gedanken, dort einfach eine Silikonfuge zu erstellen.
  • Da es seit der Fertigstellung noch nicht wieder geregnet hat, wissen wir natürlich auch noch nicht, wieviel Wasser dort auf dem Dach landen wird und ob es sich lohnt, eine Regenrinne anzubringen und das Wasser zu sammeln. Das würde letztendlich wieder neue Fragen aufwerfen. Wohin mit dem Wasser? Für eine Regentonne hätten wir keine adäquate Stelle, wo sie nicht im Weg steht. Außerdem konnten wir uns noch nicht auf eine Regenrinne einigen.
  • Und zu guter Letzt findet meine Freundin die Dachpappenkante noch nicht so schön. Vorschläge nehme ich gerne entgegen.

Geldgeschenk – The new iWood

Eine meiner Nichten hat sich zum zwölften Geburtstag ein Smartphone gewünscht, welches sie auch von meinem Bruder bekommen sollte, da sich der Umgang damit mittlerweile zum aktuellen Stand der Kulturtechnik erhoben hat.

Um es vernünftig nutzen zu können, braucht sie natürlich auch eine Datenflatrate, welche es bei diversen Anbietern für 10 EUR im Monat gibt. Und da komme ich ins Spiel und schenke ihr ein paar Monate dieser Flatrate.

Damit es thematisch passt, habe ich mich an das iWood von Steve Ramsey erinnert und es an entscheidender Stelle deutlich verbessert – im Design.

Das Gehäuse

Aus einem Fichtebrett, das ich noch im Keller rumstehen hatte, habe ich kurzerhand mit der Tischkreissäge ein Stückchen gesägt, dass mit 7x13cm die Abmessungen eines modernen Smartphones besitzt.

Zu einem gelungenen Smartphone-Design gehören natürlich auch abgerundete Ecken. Ich hoffe, ich bekomme dafür jetzt keinen Ärger. Das habe ich kurzerhand mit einer Raspel erledigt und anschließend alle Kanten mit einem Schleifpapier mit 60er Körnung entgratet und alles glatt geschliffen.

Zum Schluss habe ich in die untere Kante mit einem 8er Bohrer ein tiefes Loch gebohrt, in das der gerollte Geldschein bequem deponiert werden soll.

Koloration

Eigentlich wollte ich mich am iPhone orientieren und einen schwarzen Klotz mit bunten Icons malen. Dummerweise fand ich keinen Pinsel mehr, der fein genug für ansprechende Icons gewesen wäre. Glücklicherweise fiel mir zufällig der Prospekt eines Elektromarktes in die Hände, der eine schöne Vorlage beinhaltete.

The new iWood bekam eine weiße Hülle mit einem schwarzen Display. Dafür habe ich Acryl-Farbe aus dem Bastelladen benutzt, die sich sehr gut verarbeiten lässt. Oberhalb des Displays wurde der Lautsprecherausgang und das Kameraobjektiv angedeutet. Unterhalb des Displays habe ich noch den Home-Button aufgemalt.

Für ein glänzendes Finish wurde The new iWood zum Schluss noch mit Klarlack besprüht.

Das Endprodukt kann überzeugen

Mit nur 66 Gramm ist The new iWood unglaublich leicht. Das soll mir der Obsthändler aus Cupertino oder der Südkoreaner erst einmal nachmachen. Zudem besteht es zu 100% aus biologisch abbaubaren Materialien (okay, die Farbe braucht vielleicht etwas länger).

The new iWood kam bei meiner Nichte übrigens sehr gut an. Eine ihrer Freundinnen hat es sogar auf den ersten Blick mit einem echten Smartphone verwechselt.

Insektenhotel

Kurz vor Weihnachten hat sich meine Idee für ein Weihnachtsgeschenk für meine Freundin erledigt. Aber ich wusste, dass Sie sich schon lange ein Insektenhotel wünscht. Nun, da gibt’s ja entsprechende im Baumarkt, aber eigentlich ist’s ja selbst gemacht viel persönlicher.

Ihrer Schwester hatte sie gesagt, dass sie auf einer Messe ein ganz bestimmtes im Auge hat – natürlich, ohne genau benennen zu können, welcher Hersteller, Modell oder sonst irgendwas, was helfen könnte. Aber ihre Schwester hat von einer Freundin gehört, dass es ganz tolle Insektenhotels auf dem Weihnachsmarkt geben soll. Also habe ich in Hannover den Weihnachtsmarkt abgeklappert, habe aber nur das Standard-Baumarktmodell für ungefähr den doppelten Preis gefunden. Also war das schon mal ein Schlag ins Wasser.

Zu Hause habe ich mich dann an den Rechner gesetzt und Googles Bildersuche genutzt. Dabei wurde ich auch tatsächlich fündig und wusste auch sofort, dass es ein solches sein muss. Von der Art haben wir auch ein Vogelhaus im Garten, dass sie total super findet. Das gute dabei ist, dass es ruhig krumm und schief hätte werden können. Das ist dabei ein Stilelement.

Na dann kann’s ja losgehen. Es sollte sich herausstellen, dass es ein Weihnachtsgeschenk auf den letzten Drücker werden sollte.

Erstellen der Bauteile

Im Grund genommen ist ein Insektenhotel auch nur ein Kasten mit mehreren Etagen und Eingängen. Also habe ich erst einmal ein paar Brettchen mit der Tischkreissäge gesägt.

Nachdem alle Bauteile fertig waren, habe ich mir eine mehr oder weniger schwungvolle Gestaltung der Vorder- und Rückseite überlegt. Damit diese deckungsgleich ist, habe ich beide übereinander mit Zwingen befestigt und mit der Stichsäge ausgesägt.

Für das Dach habe ich mit der Dremel Moto-Saw Schindeln angedeutet, da ich mit dieser gegenüber der Stichsäge bei Rundungen wesentlich mehr Kontrolle über das Werkstück habe. Nur als der Schnitt durch ein Astloch ging musste die Stichsäge kurz ran. Da war die Moto-Saw dann doch etwas schwach auf der Brust.

Die beiden Dachelemente wurden auf Gehrung gesägt und zum Schluss alles noch geschliffen.

Zusammenbau mit Hindernissen

Toll wäre es gewesen, wenn alles auf Anhieb geklappt hätte. Aber das sollte auch diesmal nicht sein. Die beiden Dachelemente wollte ich mit Flachdübeln verbinden. Den richtigen Winkel hatte ich an der Flachdüberfräse auch eingestellt, aber vergessen, die Tiefe entsprechend anzupassen. Dadurch habe ich erst einmal schön durch das Dach gefräst.

Die Korrektur war aber denkbar einfach. Nachdem ich die Fräsungen an der richtigen Stelle hatte, habe ich einfach in die offene Fräsung einen Flachdübel geleimt, den überstehenden Teil abgesägt und alles schön glatt geschliffen. Nachdem später eh Farbe drüber kommt, fällt das zum einen gar nicht auf, zum anderen ist es den späteren Bewohnern eh egal.

Sämtliche anderen Verbindungen habe ich ebenfalls mit Flachdübeln vorgenommen, diesmal aber besser aufgepasst. Ausnahme dabei ist die Rückwand, bei der ich eine Verschraubung gewählt habe, damit man den Kasten später noch mal öffnen kann, um die Einrichtung des Insektenhotels ggf. später zu erneuern oder zu verändern.

Unter dem Dach sollte Sägespäne für die Insekten bereit liegen. Diese fällt beim Bohren der Zugänge für die Insekten zu den einzelnen Bereichen eh an – also gut aufheben. Damit diese nicht rausrieselt, habe ich kurzerhand ein paar Nägel um das Zugangsloch im Giebel  von der Innenseite eingeschlagen und mit Blumendraht ein Gitter konstruiert.

Dummerweise habe ich dabei wohl eine Holzfaser getroffen. Nachdem ich dann auch noch die Fräsungen für die Verbindung zum Dach vorgenommen hatte, war das ganze dann wohl zu schwach. Beim probeweisen Zusammensetzen ist mir quasi der Giebel abgebrochen.

Aber auch hier gab es eine einfache Lösung. Einfach den Giebel wieder dran leimen und das ganze mit den Flachdübeln, die eh vorgesehen waren, wieder stabilisieren. Das hat wunderbar geklappt.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel

Für den Anstrich benutzt ich Acrylfarben (Plaka oder ähnliches). Die lassen sich sehr gut verarbeiten und riechen nicht. Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Meine Freundin soll ja nichts von den Arbeiten mitbekommen.

Das Dach wurde komplett rot gestrichen und der Korpus bekam ein knalliges Grün. Die Öffnungen für die Insekten wurden weiß abgesetzt. Danach wurde im unteren Teil mit Dunkelgrün noch eine Wiese angedeutet. Dazu später mehr im Epilog.

Zum Schluss wurde das Ganze noch ordentlich mit Klarlack eingesprüht, um es etwas witterungsbeständiger zu machen. Dummerweise riecht der ziemlich stark und meine Freundin hat doch mitgekriegt, dass ich da irgendwas bastel.

Die Inneneinrichtung des Hotels

Damit sich unsere vielbeinigen Gäste auch wohlfühlen, haben wir – wie bei Insektenhotels üblich – eine abwechslungsreiche Inneneinrichtung gewählt.

Ganz oben unter dem Dach befindet sich die Sägespäne. Darunter kommen mit Blumendraht gebündelte Zweige. Anschließend kommen ein paar Ästchen, die von einer Seite angebohrt wurde. Diese Bohrungen habe ich am Bohrständer vorgenommen, um zu verhindern, dass sich die einzelnen Bohrkanäle verbinden. Außerdem erschien es mir doch zu wackelig, diese von Hand zu bohren. Weihnachten mit verbundenen Händen? Da kriege ich ja die Geschenke gar nicht auf.

Schlussendlich kommt unten noch eine Ladung Tannenzapfen rein. Die Befüllung an sich passierte aber von unten nach oben.

Als krönenden Abschluss habe ich oben noch einen Aluwinkel mit Montagekleber befestigt. Dadurch verspreche ich mir eine längere Haltbarkeit, da so verhindert wird, dass Wasser in die Verleimung des Daches gelangt.

Epilog

Die grosse Herausforderung bei diesem Projekt war, dass meine Freundin nichts davon mitbekommen sollte. Das war deshalb schwierig, weil sie gerade in Elternzeit ist und dadurch sehr häufig zu Hause ist. Bis zum Auftragen des Klarlacks hat das aber sehr gut funktioniert.

Dadurch war mir aber von vornherein klar, dass es zeitlich recht eng werden würde. Wie eng, sollte sich Heiligabend herausstellen. Meine Freundin ist mit ihrer Mutter und unserem Sohn in die Kirche gegangen. In der Zwischenzeit habe ich die komplette Füllung inkl. der Bohrung der Äste und dem Zurechtschneiden der Zweige gemacht und das ganze montiert.

Letztendlich war aber noch genug Zeit übrig und ich konnte noch den Tisch decken und einige andere Vorbereitungen treffen.

Bei der Bescherung kam das Insektenhotel zum Schluss und meine Freundin hat sich riesig darüber gefreut, weil es genauso eines war, wie sie sich gewünscht hat. Erst im zweiten Augenblick hat sie begriffen, dass es selbst gemacht war.

Was kommt noch? Zum einen fehlen noch ein paar Verzierungen (Blumen, Bienen), die ich aus Sperrholz aussägen möchte und aufkleben werde. So soll eine Art Wiesenszene entstehen. Zum anderen habe ich mir sagen lassen, dass es besser wäre, noch mehr Abtrennungen einzuziehen, da es durchaus sein kann, dass sich verschiedene Insekten ggf. im Hotel bekämpfen könnten. Das ist aber kein Problem, da ich ja glücklicherweise die Rückwand lösbar befestigt habe.

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Das Insektenhotel unter dem Weihnachtsbaum

 

Weihnachtsdeko: hölzerne Schneeflocken

Weihnachten steht vor der Tür und es geht so langsam daran, die Wohnung zu schmücken. Da kam mir die letzte Folge von Woodworking for Mere Mortals von Steve Ramsey gerade recht. Holzschmuck und Weihnachten passt sehr gut zusammen und hölzerne Schneeflocken hat auch nicht jeder, zumal gleich so viele auf einmal.

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Arbeitsschritt 1: Rautenförmige Leisten sägen

Schaut man sich die kristalline Struktur von Schneeflocken aus der Nähe an, stellt man fest, dass diese immer sechseckig sind. Um eine Reihe von Schneeflocken zu basteln, braucht man als erstes also sechs Stäbe, die später miteinander verleimt werden.

Damit diese aber später aber auch als Sechseck zusammen gesetzt werden können, müssen die Stäbe rautenförmig gesägt werden. Dazu stellt man seine Kappsäge auf einen Neigungswinkel von 30 Grad ein und sägt die Leisten aus dem Brettchen.

Für eine genaue Passform müssen die Schenkel der Raute auf jeder Seite gleich lang sein. Sollte es beim Sägen zu Abweichungen kommen, nimmt man die kleinste Kantenbreite und schleift oder hobelt alle anderen Kantenbreiten ebenfalls auf dieses Maß.

Wer einen Haufen Sterne haben möchte, kann jetzt direkt zu Arbeitsschritt 3 springen.

Arbeitsschritt 2: Verzierungen

Nun geht es darum, die Leisten der Länge nach zu Verzieren. Dies kann, wie bei Steve Ramsey mit einer Tischkreissäge, oder wie bei mir mit einer Oberfräse als Tischfräse passieren.

In beiden Fällen sollte darauf geachtet werden, dass die Verzierungen an allen sechs Leisten gleich gestaltet werden und die Verzierungen am den an einem der beiden spitzen Winkeln angrenzenden Leistenseiten identisch ist. Die kristalline Struktur einer Schneeflocke ist ja auch regelmäßig.

Da ich meine Finger noch für das Auspacken von Weihnachtsgeschenken in diesem Jahr brauche, das Führen der Leisten über dem Fräskopf (in meinem Fall ein 90 Grad Fräser) aber verdammt gefährlich ist, habe ich mir kurzerhand eine kleine Führungshilfe gebastelt, die ich auf meinen Anschlag (immer noch das provisorische Brett) geschraubt habe. Anschließend brauchte ich die Leisten nur noch durch die Führungshilfe schieben und kam nie auch nur in die Nähe des Fräskopfes.

Da anschließend immer noch recht viel Material übrig war, habe ich die Leisten noch beidseitig mit der Zug-, Kapp- und Gehrungssäge der Länge nach eingekerbt. Auch dafür habe ich mir eine kleine Halterung gebastelt, mit der ich das Werkstück besser halten konnte. Dummerweise ist mir das Einkerben nicht ganz so gut gelungen, so dass es nicht mehr wirklich symmetrisch ist. Aber was soll’s.

Arbeitsschritt 3: Verleimen der Leisten

Da es reichlich schwierig ist, sechs Leisten gleichzeitig miteinander zu verbinden, verleimt man diese immer erst einmal paarweise und übt mit entsprechenden Klemmen Druck auf die Verleimung aus.

Ist der Leim dann abgebunden, verleimt man dann diese drei Leistenpaare miteinander. Da es reichlich schwierig ist, mit Klemmen gleichmäßig Druck auf diese Verleimungen auszuüben, nimmt man einfach ein paar Gummibänder, die diesen Zweck ebenso gut erfüllen können.

Arbeitsschritt 4: Sägen der Schneeflocken

Um aus dem Schneeflockenblock nun einzelne Schneeflocken zu gewinnen, musste dieser wie eine Salami in Scheiben zerlegt werden. Leider habe ich keine Bandsäge wie Steve in seiner Vorlage. Deshalb musste ich etwas anderes probieren.

Die schnellste Möglichkeit bot die Zug-, Kapp- und Gehrungssäge. Innerhalb von Sekunden war die erste Schneeflocke gesägt. Wie ich aber leider erwartet habe, ist die Maschine doch arg ruppig zu der fragilen Schneeflocke und hat ein ordentliches Stück davon abgerupft und ordentlich Holzfasern aus dem dünnen Scheibchen gelöst. So geht’s also nicht.

Aber ich habe ja noch die Dremel Moto-Saw aus dem Produkttest. Dummerweise passte dort der Schneeflockenblock nicht auf Anhieb drunter. Erst als ich die nähmaschinenfußartige Rückhaltevorrichtung demontiert hatte, war genug Platz. Leider verzog sich das dünne Sägeblatt zu stark, so dass das Ergebnis trotz Schiebeschlittens und Anschlagklotz total schief wurde. Das war also auch nicht der Weg.

Mit der Feinsäge und einer Sägelade wurde das Ergebnis dann doch noch gut. Das ist zwar der mühsamste Weg, aber mit der Hand hat man bei solch zerbrechlichen Gebilden doch noch mit Abstand die beste Kontrolle über das Werkstück.  Aber auch dabei ist mir zum Schluss ein Malheur passiert und eine der Spitzen über die komplette Länge des restlichen Schneeflockenblocks abgebrochen. Dadurch war dann die Ausbeute nicht ganz so hoch.

Arbeitsschritt 5: Das Finale

Anschließend wurden die Schneeflocken noch einmal mit abgeschliffen. Aus den Erfahrungen beim Sägen habe ich lieber die Finger vom Excenterschleifer gelassen und vorsichtig von Hand geschliffen. Schließlich wollte ich nicht, dass mir noch mehr Spitzen abbrechen.

Bevor man die Schneeflocken nun verwenden kann, sollten sie noch mit Klarlack besprücht werden, so dass sie zumindest etwas Licht reflektieren, wenn sie im Weihnachtsbaum hängen. Da wir unseren Weihnachtsbaum immer erst Heiligabend schmücken, kann ich davon leider noch keine Bilder zeigen. Alternativ kann man sie natürlich auch in jeder beliebigen Farbe besprühen.

Letztendlich stelle ich fest, dass es zwar Spass gemacht hat, die Schneeflocken zu erstellen und das Ergebnis auch ganz okay geworden ist, ich aber wohl letztendlich nicht das richtige Werkzeug dafür habe. Egal, am Weihnachtsbaum fällt es dann eh keinem mehr auf, dass die Schneeflocken nicht richtig symmetrisch geworden sind. Dafür ist’s selbst gemacht und das darf man auch sehen.

Nachtrag

Ich bin nicht der einzige, der sich durch die Folge von Steve Ramsey motiviert sah, Schneeflocken zu erstellen. Diese Schneeflocken gefallen mir deutlich besser als meine eigenen.