Fokuseffekt – Fortschritte und 3D-Effekt

Vor kurzem habe ich ja für einen Blog-Beitrag mit dem neuen Fokuseffekt-Feature der Android-Kamera herumgespielt und eher gemischte Ergebnisse erzielt. Mittlerweile klappt es besser, wie man an den Fotos des Maschteichs mit dem neuen Rathaus in Hannover im Hintergrund sehen kann.

Wie üblich mit Smartphone-Kameras - alles scharf
Wie üblich mit Smartphone-Kameras – alles scharf

Nach einem Klick auf das Rathaus und dem Anpassen des Unschärfegrads sieht es so aus. Diesmal habe ich die Unschärfe aber deutlich sparsamer eingesetzt als beim letzten Mal.

Hintergrund im Fokus
Hintergrund im Fokus

Zum Vergleich das ganze noch mal mit dem Fokus auf den Vordergrund. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis schon deutlich besser als bei meinen ersten Versuchen.

Vordergrund im Fokus
Vordergrund im Fokus

Und jetzt wird’s richtig cool.

Rafał Lindemann aus Warschau hat mit Depthy etwas programmiert, das die Tiefeninformationen aus den Fokuseffekt-Bildern ausnutzt und damit einen 3D-Effekt erzeugt. Und das beste ist, dass er den Quellcode dazu auf GitHub zur Verfügung stellt. Das muss ich demnächst unbedingt mal ausprobieren.

Makro-Aufnahmen mit dem Retro-Adapter

Am Osterwochende hat Benjamin Jaworksyj ein Video zur Makro-Fotografie mit dem Retro-Adapter veröffentlicht, das meine Lust geweckt hat, meinen Retro-Adapter mal wieder rauszukramen undim Garten ein paar Fotos zu schießen.

Im Gegensatz zum von Benjamin genannten Retroadapter für 10 EUR habe ich vor ein paar Jahren 25 EUR bei Traumflieger bezahlt. Qualitativ scheint es keinen Unterschied zu geben, beide sind aus Aluminium gefräst. Für die ersten Versuche braucht man eigentlich nicht einmal einen Retro-Adapter, sondern kann einfach das Objektiv falsch herum vor die Kamera halten. Das ist zwar ziemlich wackelig, kann aber mit etwas Übung auch schöne Ergebnisse hervorbringen. Bequemer geht’s aber auf jeden Fall mit einem Retro-Adapter.

Wenn man mit der 55 mm-Einstellung arbeitet, wie Benjamin es auch im Video getan hat, bekommt man schon ziemlich nah ran. Hier einmal das Bild einer Löwenzahnblüte.

Löwenzahn bei 55 mm-Einstellung
Löwenzahn bei 55 mm-Einstellung

Richtig interessant wird es aber, wenn man die 18 mm-Einstellung wählt. Dann wird die Vergrößerung noch extremer, wie auf dem folgenden Bild (oder dem Bild mit den Facettenaugen der Fliege).

Löwenzahn bei 18 mm-Einstellung
Löwenzahn bei 18 mm-Einstellung

Das Problem bei 18 mm ist, dass der Schärfebereich verdammt gering ist. Das kann man sehr gut auf dem folgenden Bild erkennen, wo vor und hinter der Ameise sofort der unscharfe Bereich beginnt. Man braucht dazu schon eine sehr ruhige Hand und das Objekt darf sich auf keinen Fall bewegen. Das war in diesem Fall leider nicht der Fall. Die Ameise wollte partout nicht auf mich warten. Deshalb ist sie leicht unscharf. Sehr schön zu erkennen sind aber im linken Bereich die Ameiseneier, die nur unwesentlich größer als die Sandkörner sind.

Ameise bei 18 mm-Einstellung
Ameise bei 18 mm-Einstellung

Ein letzter Hinweis noch zum Retro-Adapter. Das Objektiv ist bei dessen Benutzung offen. Deshalb sollte man besonders auf Verschmutzungsgefahren achten. Da kriegt man den Dreck nämlich wesentlich schlechter raus als von der Linse, die normalerweise vorne ist.

Einen preiswerteren Einstieg in die Makro-Fotografie dürfte es wohl nicht geben, wenn man eine DSLR hat.

Neuer Fokuseffekt bei Googles neuer Kamera für Android

Google hat heute eine neue Version der Kamera-App für Android-Smartphones mit Android ab Version 4.4 veröffentlicht. Die interessanteste Neuerung dabei ist sicherlich der Fokuseffekt. Mit diesem ist es möglich, den Schärfebereich des Fotos im Nachhinein zu verändern. Dies kannte man bisher vornehmlich von Lytro-Kameras und Windows 8-Smartphones. Die Bedienung dabei ist ziemlich einfach. Hat man ausgewählt, dass man den Fokuseffekt nutzen möchte, fokussiert man das gewünschte Objekt und löst aus. Auf dem Display erscheint dann die entsprechende Anweisung, wie es weitergeht. Man muss die Kamera langsam nach oben bewegen, dabei aber das Objekt weiterhin im Fokus behalten. Dabei werden weitere Aufnahmen gemacht, aus denen sich dann anschließend die einzelnen Schärfebereiche berechnen lassen. Im Gegensatz zur Lytro-Kamera, die das mit einer Aufnahme hinbekommt, darf sich im Bild natürlich nichts wesentlich bewegen.

Das Ursprungsbild ist überall scharf, wie es bei Smartphone-Kameras üblich ist.
Das Ursprungsbild ist überall scharf, wie es bei Smartphone-Kameras üblich ist.

Die Bilder haben in dem Modus auf meinem Nexus 4-Smartphone nur eine Auflösung von 1024×768 Pixel. Für Ausdrucke ist das natürlich ziemlich wenig, für Bildschirmdarstellungen und zum Einbinden in Webseiten sollte es aber ausreichen. Leider musste ich feststellen, dass das nachträgliche Setzen des Schärfe nicht immer gut klappt. Zum Einstellen des Schärfebereichs tippt man mit dem Finger auf den gewünschten Punkt auf dem Bild, der scharf dargestellt werden soll und kann darunter über einen Schieberegler festlegen, wie stark der Rest des Bildes unscharf gemacht werden soll. Um den Effekt zu verdeutlichen, habe ich die volle Stufe der Unschärfe genommen.

Das Setzen des Schärfebereichs auf die Spitze der Gießkanne ist einigermaßen gelungen.
Das Setzen des Schärfebereichs auf die Spitze der Gießkanne ist einigermaßen gelungen.
Der Versuch, nur unseren Kater scharf darzustellen, kann eher als nicht so gelungen bezeichnet werden.
Der Versuch, nur unseren Kater scharf darzustellen, kann eher als nicht so gelungen bezeichnet werden.

Objektiver Zuwachs

Mich treibt gerade die Nachtfotografie um, sprich den Sternenhimmel abzulichten. Mit meinen Objektiven habe ich dabei aber nur mäßigen Erfolg gehabt, da diese im besten Fall eine Blendenzahl von 1:2,8 bieten. Ich bin kein Fachmann, habe aber das Gefühl, dass das einfach nicht lichtstark genug ist, um vernünftige Ergebnisse zu erzielen. Um das etwas auszugleichen blieben eigentlich nur das Heraufsetzen des ISO-Wertes, was das Bild deutlich körniger werden ließ oder die Verlängerung der Belichtungszeit, was teilweise dazu führte, dass die Sterne Spuren hatten, da sich die Erde ja dreht.

Ich habe lange überlegt, ob ich mir das Canon 50mm 1:1,8 II oder das Canon 50mm 1:1,4 USM zulegen soll. Das 1,8er soll zwar auch tolle Ergebnisse liefern, jedoch soll die Materialanmutung doch eher der eines Joghurtbechers nahe kommen. Und wenn man den Rezensionen des Objektivs Glauben schenken darf, scheint es eine große qualitative Streuung zu geben. Außerdem soll der Autofokus ziemlich langsam und ungenau sein. Das größte Argument für das Objektiv ist der unschlagbare Preis von knapp 90 EUR.

Letztendlich ist es dann aber doch das 1,4er geworden. Dafür war nicht die bessere Blendenzahl, sondern eher der Autofokus mit Ultraschallmotor und die Verarbeitungsqualität ausschlaggebend. Der Preis lag zwar beim Dreifachen des anderen Objektivs, aber wenn ich schon Geld ausgebe, dann will ich auch was Vernünftiges haben.

Heute kam es jedenfalls in der Packstation an. Schnell ausgepackt und aufgeschraubt. Die Materialanmutung ist wie erwartet hoch und braucht sich hinter meinem Canon 60mm 1:2,8 USM-Makro nicht zu verstecken.

Ein paar Beispielbilder habe ich auch gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Leider ist es heute sehr bewölkt, so dass es keine Aufnahmen des Sternenhimmels sind. Als Motiv diente ein Tulpenstrauß mit einer Lampe im Hintergrund. Die Tulpen waren dezenz von oben beleuchtet. Ansonsten war es eher dunkel im Raum.

Brennweite 50mm, Blende 1:1,4, Verschlusszeit 1/250s, ISO 100
Brennweite 50mm, Blende 1:1,4, Verschlusszeit 1/250s, ISO 100

Das ist also eines der ersten Bilder mit dem neuen Objektiv, welches ich als Referenz für die anderen nehme. Die technischen Daten stehen jeweils unter dem jeweiligen Bild. Ich habe versucht, ähnliche Bilder mit den anderen Objektiven bei möglichst ähnlichen Einstellungen zu erzielen. Als nächstes kommt mein Makro-Objektiv zum Einsatz.

Brennweite 60mm, Blende 1:2,8, Verschlusszeit 1/250s, ISO 100
Brennweite 60mm, Blende 1:2,8, Verschlusszeit 1/250s, ISO 100

Ups, das ist aber ganz schön dunkel. Mit ISO 400 sieht es dann aber schon besser aus.

Brennweite 60mm, Blende 1:2,8, Verschlusszeit 1/250s, ISO 400
Brennweite 60mm, Blende 1:2,8, Verschlusszeit 1/250s, ISO 400

Und wie schlägt sich mein Zoomobjektiv? Das bietet zwar eine Blende von 1:3,5, führt dann aber dazu, dass die Aufteilung des Bildes eine ganz andere ist. Von daher zoome ich etwas ran, so dass ich auch auf eine Brennweite von 50mm komme.

Brennweite 50mm, Blende 1:5,0, Verschlusszeit 1/125s, ISO 100
Brennweite 50mm, Blende 1:5,0, Verschlusszeit 1/125s, ISO 100

Oha, auch ganz schön dunkel. Also auch hier wieder die ISO-Zahl erhöhen.

Brennweite 50mm, Blende 1:5,0, Verschlusszeit 1/125s, ISO 400
Brennweite 50mm, Blende 1:5,0, Verschlusszeit 1/125s, ISO 400

Schon besser. Letztendlich gefällt mir das Bild meines neuen Objektivs einfach am besten.  Es folgt noch ein kleiner Vergleich der drei Objektive, bei dem klar wird, warum das neue das lichtstärkste ist, wenn man sich die Blendenöffnung anschaut.

Links: Canon EF-S 18-135mm 1:3,5-5,6 IS STM, Mitte: Canon EF-S 60mm 1:2,8 Makro USM, Rechts: Canon EF 50mm 1:1,4 USM
Links: Canon EF-S 18-135mm 1:3,5-5,6 IS STM, Mitte: Canon EF-S 60mm 1:2,8 Makro USM, Rechts: Canon EF 50mm 1:1,4 USM

Manueller Weißabgleich – ja oder nein?

Angeregt durch einen Kommentar in einem Google+-Beitrag von David Maciejewski, habe ich mich gefragt, wie sich meine Bilder durch einen manuellen Weißabgleich verbessern lassen könnten. Bisher habe ich mich auf die Automatikeinstellung meiner Canon EOS 400D verlassen und die Farben bei Bedarf mit Photoshop etwas angepasst, wozu ich meist einfach die Autokorrektur benutzt habe.

Wie führt man eigentlich einen manuellen Weißabgleich durch?

Um diese Frage zu klären, genügt ein Blick in die Anleitung, in der das gut erklärt ist. Man fotografiert ein weißes Objekt, wählt im Menü den Punkt „Manueller Weißabgleich“ aus und selektiert dieses Bild. Anschließend wählt man bei den Weißabgleich-Modi den manuellen Weißabgleich. Dies ist bei den Nachfolgemodellen 450D bis (aktuell) 650D identisch.

Ab in die Praxis

Wie sieht es aber aus, wenn man den Weißabgleich manuell durchführt? Dazu habe ich einfach mal die verschiedenen Einstellungen des Weißabgleichs ausprobiert und miteinander in verschiedenen Beleuchtungssituationen verglichen. Natürlich ist mir klar, dass man abends in einem künstlich beleuchteten Zimmer mit der Einstellung „Tageslicht“ nicht das beste Ergebnis bekommt. Die Einstellung „Blitz“ kann hier einfach überflogen werden, da alle Bilder ohne Blitz aufgenommen wurden und dieses somit keine Aussagekraft hat.

Erste Beleuchtungssituation

Die Aufnahme fand bei geschlossener Wolkendecke, also durchgehend grau, im Garten statt. Meine Erwartungshaltung war, dass ich mit der Einstellung „Wolkig“ und „Automatisch“ die besten Ergebnisse erziele und ggf. „Tageslicht“ noch ein annehmbares Ergebnis liefert. Auf das Ergebnis für den manuellen Weißabgleich war ich gespannt. Als weißes Referenzobjekt habe ich ein weißes DIN A4-Blatt genommen.

Erwartungsgemäß funktioniert der automatische Weißabgleich ziemlich gut. Die Einstellungen mit den künstlichen Lichtquellen sind, wie ebenfalls zu erwarten war, ziemlich blaustichig, während die meisten anderen eher ins gelbliche gehen. Da bin ich etwas enttäuscht. Auch der manuelle Weißabgleich scheint mir nicht ganz gelungen zu sein.

Zweite Beleuchtungssituation

Wir befinden uns wieder im Garten. Diesmal war es ein schöner Herbsttag mit einem strahlend blauen Himmel. Beste Gelegenheit, um mal ein paar Blumen abzulichten. Auch hier erwarte ich den automatischen Weißabgleich mit einem guten Ergebnis. Vom Programm her sollte die Tageslicht-Einstellung ebenfalls sehr überzeugen. Diesmal war ein nicht reinweißer Sonnenschirm das Referenzobjekt.

Auch hier liefert der automatische Weißabgleich ein gutes Ergebnis, welches ungefähr gleichauf mit dem manuellem Weißabgleich liegt. Das Resultat der Tageslicht-Einstellung ist auch noch okay, während die anderen Ergebnisse teilweise recht rot- bzw. blaustichig wirken.

Dritte Beleuchtungssituation

Es wird Zeit, den Weißabgleich auch mal bei künstlichem Licht durchzuführen. Wir befinden uns in meinem Büro zu Hause und schauen auf eine weiß lackierte Tür neben weißen Wänden mit einem dunkelbraunen Streifen. Beleuchtet ist das Büro durch zwei Energiesparlampen, so dass eigentlich zu erwarten ist, dass die Einstellung „Kunstlicht“ neben dem automatischen Modus ein gutes Ergebnis bringt. Als Referenzobjekt für den Weißton diente diesmal die Tür.

Der automatische Weißabgleich liefert hier ein leicht gelbstichiges Ergebnis, welches in etwa dem der „Leuchtstoff“-Einstellung entspricht. Die „Kunstlicht“-Einstellung hingegen bietet von den automatischen Modi noch das beste Ergebnis. Diesmal überzeugt aber der manuelle Weißabgleich auf ganzer Linie.

Und nun?

Ich denke, ich muss noch ein wenig damit üben, um zu einer klaren Aussage zu kommen, da meine Ergebnisse mit dem manuellen Weißabgleich nicht immer ganz überzeugen konnten. Möglicherweise liegt es auch an den verschiedenen Weißmotiven, die ich benutzt habe. Soweit ich mich bisher mit dem Thema befasst habe, sollte man wohl statt eines weißen Objektes eine Graukarte für den Weißabgleich nutzen. Die gibt’s bereits ab etwa 10 EUR. Im Moment gehe ich davon aus, dass ich den manuellen Weißabgleich nutzen werde, wenn ich mit den Farben im der Beleuchtungssituation angemessenen Weißabgleichmodus nicht zufrieden bin. Falls jemand Tipps und Anmerkungen dazu hat, immer her damit.

Und ja, ich könnte natürlich auch einfach Photoshop die Sache erledigen lassen.

3D-Bild – der erste Gehversuch

Lange hatte ich es mir schon mal vorgenommen, ein anaglyphes 3D-Bild zu erstellen. Jetzt habe ich endlich mal die Zeit dazu gefunden. Eigentlich hatte ich es mir schwieriger vorgestellt, aber mit Photoshop geht’s ganz leicht. Einfach zwei leicht versetzte Bilder übereinander legen, von dem einen den Rotkanal entfernen und dann entsprechend verschieben, so dass es mit der benötigten 3D-Brille (eine von diesen rot/cyan-Pappbrillen) gut aussieht.

Hier das Ergebnis:
Zum Vergrößern bitte Anklicken