Rund um den Brelinger Berg

Am letzten Wochenende gab es mal wieder ein Radrennen, an dem ich teilgenommen habe. Es ging um die 35. Auflage des Radrennens der Rudergemeinschaft Angaria. Dabei handelt es sich um ein Mannschaftszeitfahren mit jeweils vier Fahrern pro Team und führt drei Runden mit je etwa 17 Kilometern um den Brelinger Berg in der Wedemark. Das ist ja nicht nur direkt vor der Haustür, sondern quasi schon im Wohnzimmer. Keine Frage, dass da die Equipe Wedemark des Mellendorfer TV auch dran teilnimmt. Drei Teams haben wir zusammen bekommen.

Die Vorbereitung
Wir sind nur Freizeitfahrer unterschiedlichster Leistungsstärke, die gerne einfach zusammen ein paar Runden drehen. Da die Siegerzeiten der letzten Jahre weit von dem entfernt sind, was wir zu leisten im Stande sind, machten wir uns natürlich keine Illusionen, vorne überhaupt mitfahren zu können. Trotzdem wollten wir natürlich ein für uns achtbares Ergebnis erzielen und sind die Strecke im Vorfeld öfters abgefahren. Mal im größeren Verbund, häufiger aber in kleinen Teams. Dabei spielte auch das Wetter keine Rolle.

Alleine die Vorbereitung hat schon sehr viel Spaß gemacht. Die einzelnen Teams haben nach dem Training ihre Rundenzeiten in die gemeinsame WhatsApp-Gruppe gestellt, sodass man immer noch den Ansporn hatte, auch noch mal raus auf die Strecke zu gehen und ebenfalls eine gute Zeit hinzulegen.

Das Rennen
Am letzten Samstag war dann das Rennen bei herrlichstem Wetter. Die Sonne schien, es waren über 20 Grad und leichter Wind kam aus westlicher Richtung. Um 13 Uhr fiel dann der Startschuss für das erste von 44 Teams. Im Minutenabstand folgten dann jeweils die weiteren Mannschaften. Für mein Team, Christian S., Christian W., Marcel und meine Wenigkeit, ging es um 13:12 Uhr auf die Bahn.

Als erstes ging es vom Start am Brelinger Sportplatz nach Negenborn, wo am Ortsausgang auch schon die erste kleinere Steigung wartete, die wir mühelos meisterten. Am Ortseingang von Abbensen folgte eine scharfe Rechtskurve und es ging weiter nach Dudenbostel. Anschließend wartete in Rodenbostel eine S-Kurve, bei der es gerade bei Nässe immer wieder zu Stürzen kommen kann. Bei dem Traumwetter war das aber kein Problem und wir sind alle heile durch gekommen und konnten uns in die anschließende kleine Abfahrt stürzen, die auf die lange Gerade an Ibsingen vorbei nach Oegenbostel führte. Von dort ging es weiter nach Bennemühlen und anschließend den Windmühlenberg hinauf und wieder hinunter nach Brelingen. Die erste Runde war mit 26:52 Minuten auch unsere schnellste. Wie erwartet wurden wir natürlich von einem der nachfolgenden Teams überholt, haben es aber auch geschafft, ein anderes Team einzuholen, welches vor uns gestartet ist.

Als wir die zweite Runde begannen, waren immer noch nicht alle Teams auf der Strecke und warteten ihrerseits auf den Startschuss. Kurz nachdem wir durch waren, gingen die nächsten auf die Strecke, die uns dann auch bald überholten. Natürlich war die zweite Runde schon etwas anstrengender als die erste, aber es lief trotzdem schön rund bei uns. Normalerweise habe ich immer einige Probleme an Steigungen, aber auch beim zweiten Mal am Windmühlenberg konnte ich gut mithalten. Mit 27:04 Minuten waren wir gegenüber der ersten Runde auch nur geringfügig langsamer.

Die dritte Runde war wie erwartet die anstrengendste. Das merkte ich besonders bei der letzten Durchfahrt von Oegenbostel, wo ich leicht den Anschluss an das Team verlor, aber Christian S. mich an sein Hinterrad nahm und wieder heranführte. Beim letzten Anstieg am Windmühlenberg gingen mir dann auch fast die Körner aus. Unser Tempo hatte doch etwas nachgelassen. Zum Glück fuhr vor uns ein einzelner Fahrer, der mich noch etwas anspornte und mir einen Hauch zweiter Luft verlieh. Also setzte ich mich nach vorne und spornte die anderen auch an, noch etwas nachzulegen. Marcel und Christian W. führten uns dann nach ganz oben über die Bergkuppe, wo ich doch sehr deutlich merkte, dass ich unbedingt mal verschnaufen muss. Glücklicherweise hilft mir mein Gewicht etwas, so dass ich bergab rollen konnte, wo die anderen noch getreten haben. Nachdem ich wieder etwas Luft hatte, setzte ich mich wieder vor die anderen, um noch etwas Windschatten zu spenden. Unten angekommen ging es nach der letzten Kurve auf die Zielgeraden, wo wir nicht nur einen weiteren vereinzelten Fahrer einholen konnten, sondern Christian S. beim motivierenden Anbrüllen auch noch ein Zahnprovisorium einbüßte, das wir später leider nicht mehr wieder fanden. Auf den letzten Metern hatte ich den anderen Dreien nichts mehr entgegen zu setzen und ließ sie ziehen. Es zählt ja eh die Zeit des Dritten im Team. Mit 27:22 war das zwar unsere langsamste Runde, aber für uns immer noch eine grandiose Zeit. Obwohl das die für mich härteste Runde war, war es aber auch die, die mir am meisten Spaß gemacht hat.

Das Ergebnis
Unsere drei Teams sind alle heile ins Ziel gekommen, waren völlig geschafft, aber glücklich. Team 1 kam mit einer Zeit von 1:15:32 als 20. in Ziel, Teams 2 erreichte Platz 32 nach 1:21:18 und Team 3 folgte auf Platz 39 und brauchte 1:25:37. Alle drei Teams unterboten dabei ihre Trainingsbestzeiten um jeweils fünf bis zehn Minuten und hatten anschließend natürlich auch allen Grund,
stolz auf die eigene Leistung zu sein. Das offizielle Endergebnis gibt es hier.

Nachbetrachtung
Im Nachhinein war die Veranstaltung für uns als Gesamtteam sehr gewinnbringend. Vorher sind wir jede Woche in unterschiedlicher Besetzung und Stärke zusammen eine Trainingsrunde gefahren und haben manchmal mit einigen wenigen an einem Rennen oder einer RTF teilgenommen. Dabei kam aber bisher der Teamgedanke noch nicht so richtig zur Geltung. Das hat sich meiner Meinung nach geändert. Man hat gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet. Gerade die Vorbereitung und die erhöhte Kommunikation untereinander hatten eine starke Wirkung.

Während des Rennens war natürlich jedes Team mit sich selbst beschäftigt. Im Ziel aber waren alle sehr interessiert an den Ergebnissen der anderen und haben sich darüber gefreut, dass alle Teams sich selbst übertroffen haben.

Zu erwähnen wäre auf jeden Fall noch, dass leider nicht alle dran teilnehmen konnten. Einige sind im Vorfeld aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, andere haben zwar die Vorbereitung mitgemacht und dabei auch viel Spaß gehabt, konnten dann aber leider das Rennen nicht mitmachen, weil nicht mehr genug Leute für ein viertes Team vorhanden waren. Ich hoffe, dass das im nächsten Jahr anders sein wird und wir noch ein weiteres Team auf die Beine stellen können. Auf jeden Fall werden wir sicherlich wieder dabei sein.

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