Netzleichen

Vor mittlerweile zwei Jahren wurde Ulf Möller, ein ehemaliger Kollege von mir, den ich als sehr sympathisch und kompetenten Mitarbeiter leider nur am Telefon kennen gelernt habe, im Alter von 39 Jahren Opfer eines Gewaltverbrechens.

Die so weit ich weiß geständigen Täter wurden relativ schnell ermittelt und stehen seit einer Weile vor Gericht. Leider gab es mehrere Verzögerungen in dem Verfahren, so dass sie nach wie vor noch in Untersuchungshaft sitzen und ein Urteil immer noch aussteht.

Warum schreibe ich das? Sicherlich auch aus persönlichem Interesse an dem Fall. Hauptsächlich aber, weil ich heute bei Google+ gefragt wurde, ob ich Ulf Möller zu meinen Kreisen hinzufügen möchte.

ulf

 

Der Mann ist seit zwei Jahren tot. Wieso wird er mir also vorgeschlagen? Nun, die Antwort ist naheliegend. Seine Hinterbliebenen haben einfach seinen Account nicht gelöscht, aus welchem Grund auch immer.

Sollten längere Zeit inaktive Konten nicht automatisch deaktiviert werden? Keine Ahnung. Aus wirtschaftlicher Sicht für den Anbieter wäre das natürlich sinnvoll. Sollte der Benutzer aber noch leben und sich nur längere Zeit nicht angemeldet haben, wäre das natürlich auch nicht schön, da ggf. für ihn wichtige Daten verloren gehen könnten. Und das würde natürlich auch wieder negativ auf den Anbieter zurück fallen.

Google hat sich daher im April 2013 zu einem anderen Schritt entschlossen. Mit dem Kontoinaktivität-Manager hat man es als Benutzer selbst in der Hand, was nach einer gewissen Zeit der Inaktivität mit dem Konto passieren soll. Dieser ist in den Kontoeinstellungen unter Datentools zu finden.

Dort kann man einstellen, nach welchem Inaktivitätszeitraum Google sich per SMS bzw. E-Mail bei einem meldet. Dies passiert einen Monat vor Ende der Frist. Sollte man bis zum Verstreichen dieser Frist immer noch inaktiv gewesen sein, besteht die Möglichkeit, bis zu 10 Personen über die Inaktivität zu informieren und optional auch das Konto mit all seinen Daten dazugehörigen Daten zu löschen.

Für Ulf kam diese Funktion leider zu spät. Man kann das natürlich auch positiv sehen. Er gerät so nicht in Vergessenheit.

 

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