8-Stundenritt von Hitzacker

Heute habe ich mit zwei Freunden am 8-Stundenritt von Hitzacker teilgenommen. Dieses Radrennen wurde zum ersten Mal veranstaltet und führte acht Stunden lang rund um das schöne Städtchen Hitzacker an der Elbe.

Organisation
Dafür,  dass das Rennen zum ersten Mal organisiert wurde, hat es alles erstaunlich gut geklappt. So weit ich dies beurteilen kann (es war erst mein zweites Radrennen), hat es an nichts gefehlt. Obwohl, am Ende hätte ich eine Massagestation sehr begrüßt. Die vielen freundlichen Helfer, sei es die Moderation, die Damen an der Verpflegungsstation, die Streckenposten oder die Frau am Toilettenwagen, haben auf jeden Fall tolle Arbeit geleistet. Als Fahrer habe ich mich immer gut informiert gefühlt und auch sonst war immer mal wieder Zeit für einen netten Schnack. Während des gesamten Rennens wurden die Fahrer auf dem Parkplatz mit Live-Musik und Salsa-Einlagen bei Laune gehalten. 

Wie lief das Rennen nun eigentlich ab?
Jedes Team bestand aus drei Leuten, die sich Runde für Runde abwechseln konnten, es aber nicht mussten. Man konnte also, wenn man Ausdauer und Lust dazu hatte, auch gerne zwei oder drei Runden hintereinander fahren – wir haben mangels Ausdauer auf jeden Fall jede Runde gewechselt. Dazu war ein Wechselbereich eingerichtet, in der man die Trinkflasche mit dem Transponder an den nächsten Fahrer übergeben musste. Nach der ersten Runde war dieser Wechselbereich natürlich recht voll, da man nicht wusste, welches Team wann reinkommen würde. Mit zunehmender Rundenzahl wurde dies deutlich übersichtlicher, da sich das Feld natürlich entzerrte und man auch ungefähr wusste, wer wie lange auf der Strecke brauchen würde. Das Team, welches in dieser Zeit die meisten Runden geschafft hat, hat gewonnen. Es sei so viel vorweg verraten: wir waren es nicht – hatten es aber auch nicht erwartet.

Die Streckenführung
Die Strecke führt vom Parkplatz Bleichwiesen erst einmal über die Elbuferstrasse, wo sich einige Schafe das Treiben auf der Strasse anschaute. Nach zwei Kilometern ging es rechts ab Richtung Nienwedel und Seerau. Hinter Seerau kam dann mein persönlicher Albtraum (und das Runde für Runde) – zwei Steigungen, die es für eine Nicht-Bergziege wie mich, in sich hatten. Erschwerend kam hinzu, dass am Fuße der ersten Steigung die vorfahrtberechtigte L231 lang führte, so dass man ggf. auch anhalten und die Steigung dann ohne Anschwung nehmen musste. Nach einem kleinen Waldgebiet ging es nach Sarenseck und von dort aus nach Kamerun (nein, nicht das Land). Anschließend führte die L255 zurück nach Hitzacker und über dessen schönes Stadtzentrum zurück zum Parkplatz, wo schon der nächste Fahrer auf die knapp 18 Kilometer lange Strecke wollte. Die Qualität der Strecke fand ich recht gut. Es gab zwar gerade in den Waldgebieten ein paar kleinere kleinere Schlaglöcher, die waren aber im Vorfeld angekündigt und auch entsprechend markiert.

Die Witterungsbedingungen
Es war insgesamt ein schöner und sonniger Tag. Angekündigt waren einige Schauer zur Mittagszeit, die zum Glück ausblieben. Erst später gegen 16 Uhr setzte für eine kurze Zeit leichter Regen ein. Womit ich und viele andere auch aber zu kämpfen hatten, war der relative starke Gegenwind, der im Laufe der Zeit noch zuzunehmen schien, zwischen den Kilometern zwei und zehn. Manchmal hatte ich das Gefühl gegen eine Wand anzufahren – aber das Problem betraf ja alle Fahrer.

Unser Ergebnis
Insgesamt haben wir 14 Runden in den acht Stunden geschafft und waren damit sehr zufrieden und sind damit insgesamt 13. von 56 angetretenenTeams bzw. 9. in unserer Altersklasse geworden. Damit hätten wir nicht gerechnet. Im Vorfeld haben wir uns einen Platz im Mittelfeld erhofft.

Was war noch bemerkenswert?
Zum einen hatten wir viel Spaß mit dem Team 8 hours Funk Power, mit denen wir uns fast bis zum Schluss ein freundschaftliches Duell um den elften Platz geliefert haben. Häufig sind die beiden Fahrer der beiden Teams parallel gestartet, zusammen gefahren und auch gemeinsam ins Ziel gekommen, so dass wir immer nur eine oder zwei Sekunden auseinander lagen. Letztendlich mussten wir uns dann der Erfahrung und der besseren Ausdauer des anderen Teams geschlagen geben. Für den elften Platz hat es aber für beide nicht gereicht, da sich das D.I.R.T. Team II auf den letzten beiden Runden noch um einige Plätze nach vorne gefahren hat.

Ein Lacher für alle war, als Holger Mertins, der Bürgermeister von Hitzacker, der ebenfalls mitfuhr, in die Wechselzone kam und dort keinen Fahrer seines Teams wartend vorfand. Ich hoffe, dass das kein Stadtbediensteter war, der nun berufliche Konsequenzen fürchten muss. 🙂

Besonders gut gefallen hat mir, dass an dem Rennen nicht nur Fahrer mit Rennrädern teilgenommen haben, sondern sowohl mit Mountain-Bikes als auch mit normalen Tourenrädern gefahren wurde und auch diese Leute ihren Spaß an der Veranstaltung hatten, auch wenn sie nicht auf den vorderen Plätzen gelandet sind. Auch diese Fahrer finde ich persönlich wichtig, motivieren sie mich doch, mich quasi an sie ranzuarbeiten, wenn sie vor mir auf der Strecke auftauchen.

Auch die SPD Hitzacker hat ein Team gestellt und wurde mit sieben gefahrenen Runden letzter, wobei sie auch einen der ältesten Teilnehmer des Feldes in ihren Reihen hatten. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Ergebnis nicht symptomatisch für die anstehende Bundestagswahl ist.

Gerade durch das im Vergleich zu Veranstaltungen wie den Cyclassics in Hamburg oder auch nur der Velo-Challenge in Hannover ziemlich kleine Teilnehmerfeld, entstand eine sehr gemütliche, fast familiäre Atmosphäre, die mir gut gefallen hat. Viel mehr Teilnehmer bräuchten es nicht werden, wenn es nach mir gehen würde. Das dürfte auch gar nicht gehen, da der Parkplatz als Veranstaltungsort dafür nicht groß genug ist und es dann doch zu einem großen Gedränge in der Wechselzone kommen dürfte.

Gab es auch etwas, was nicht so gut war?
Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. So auch in diesem Fall. Dieser Schatten fällt aber ziemlich klein aus. Zum einen fand ich die Zeichengebung der Streckenposten im einen oder anderen Fall für verbesserungswürdig. Die waren leider manchmal nicht eindeutig bzw. kamen viel zu spät. Dies wurde aber im Laufe des Rennens deutlich besser.

Zum anderen fehlte auf der kompletten Strecke die Stimmung, da es bis auf einen kleinen Jungen am Straßenrand keinerlei Zuschauer gab, die sich für die Veranstaltung begeistern konnten und die Teilnehmer anfeuerten.

Und nächstes Jahr?
Es wurde bereits in Aussicht gestellt, dass es ggf. im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung geben könnte. Wir wären auf jeden Fall gerne wieder dabei. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank für die tolle Organisation.

2 Gedanken zu „8-Stundenritt von Hitzacker“

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