Überdachung der Außenkellertreppe

Leider haben wir in unserem Keller an einer Außenwand ein kleines Feuchtigkeitsproblem, dass sich unter anderem in Salzausblühungen an einer Außenwand zeigt. Der Vorbesitzer des Hauses scheint sich des Problems auch bewusst gewesen zu sein, ist doch genau diese eine Wand die einzige, die gefliest ist. Motto: Ein Problem, das ich nicht sehe, gibt’s nicht.

Wir haben das Problem durch eine Firma begutachten lassen, die sich auf die Sanierung feuchter Bauwerke spezialisiert hat. Deren Erfahrung nach tritt das Problem recht häufig im Bereich von Außenkellertreppen auf, da dort das Regenwasser schlecht versickern kann und dort auch häufig bei der Außendämmung geschludert wird. Deren Lösungsvorschlag war, in der Wand eine Lochmatrix zu bohren und ein spezielles Gel zu injizieren, welches die Wand abdichten soll. Da wären wir dann mit über 2.000 EUR dabei gewesen. Zusätzlich sollte man sich natürlich auch noch die Dämmung anschauen. Also schön alles (auch unter der Kellertreppe) ausschachten. Grmpf!

Unter der Hand meinte der Außendienstmitarbeiter, dass es bei uns noch nicht allzu schlimm ist und es wohl reicht, dafür zu sorgen, dass kein neues Wasser nachkommt. Dazu reicht es seiner Meinung nach, einfach die Außenkellertreppe zu überdachen. Na, das klang doch schon besser.

Aufbau der Pfosten
Um die Pfosten vor Feuchtigkeit von unten zu schützen, habe ich sie in entsprechende Pfostenträger montiert, die auf dem Mauerabsatz unserer Kellertreppe geschraubt wurden. Damit alle Pfosten in einer Reihe stehen, habe ich zwischen dem ersten und dem letzten Pfosten ein Band gespannt und die dazwischen liegenden daran ausgerichtet. Dummerweise sind die Bohrungen für den ersten Pfostenträger nicht so geraten, wie ich es eigentlich geplant hatte, so dass dieser Pfosten nun etwas gedreht steht.

Die Pfosten selbst sind alle mit einer Fungizid-Grundierung versehen und wurden anschließend im Farbton Nußbaum lasiert.

Beim Aufstellen der Pfosten habe ich mir mit Zwingen beholfen, die die Pfosten erst einmal an Ort und Stelle gehalten haben, bis sie dann genau senkrecht ausgerichtet und erst einmal provisorisch verschraubt waren. Auch hier habe ich zuerst wieder die beiden äußeren Pfosten befestigt und anschließend eine Schnur gespannt und die dazwischen liegenden Pfosten daran ausgerichtet. Dadurch waren sie praktisch automatisch senkrecht, was ich aber trotzdem jeweils mit der Wasserwaage kontrolliert habe.

Höhe und Querträger
Bis dahin hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, welche Höhe das Dach erreichen soll. Deshalb habe ich durch Anklemmen von Leisten einfach mal mehrere Höhen ausprobiert und bei der passenden dann entsprechende Markierungen am Pfosten gemacht und diese dort entsprechend gekürzt. Danach konnten die Pfosten endgültig mit den Pfostenträgern verschraubt werden.

Da meine Balken nur drei Meter lang waren, ich aber über vier Meter Länge zu überbrücken hatte, mussten zwei Balken miteinander verbunden werden. Dazu habe ich eine Überblattung geschaffen, die verleimt und von beiden Seiten verschraubt wurde.

Den fertigen Querbalken habe ich dann mit entsprechendem Überhang an beiden Enden mit den Pfosten verschraubt. Dazu habe ich mittels Doppelstufenbohrer von oben in den Querträger an den entsprechenden Stellen über jedem Pfosten ein Loch gebohrt und die beiden Teile miteinander verschraubt.

Dachträger
Die Befestigung der Dachträger an der Wand habe ich mit Balkenschuhen gelöst. Diese haben unten eine ebene Fläche, der Dachträger wird dort aber mit einer Neigung eingeführt. Das führt dazu, dass der Dachträger im Balkenschuh nicht aufliegt.

Da ich aber den Dachträger am Ende so abgesägt habe, dass er trotz der Neigung flächig an die Wand geführt wird, erhalte ich ein kleines Stück Holz, dass genau dem benötigten Winkel entspricht, um es unter dem Balken zu befestigen und damit eine ebene Auflage zu erhalten.

Schnell noch mit der Stichsäge eine Kerbe in den Dachträger gesägt, wo der Querträger lang geführt wird und schon kann der Dachträger am Querträger und in den Balkenschuhen an der Wand befestigt werden.

Winkelverstrebungen
Um der ganzen Konstruktion noch ein wenig Fachwerkstil zu verpassen, habe ich aus den restlichen Balken noch entsprechende Winkelstücke gesägt, die die einzelnen Pfosten mit dem Querträger verbinden sollten. Als besondere Herausforderung habe ich mir hierbei vorgenommen, keine Verschraubungen sichtbar zu haben.

Um die Winkelverstrebungen während der Arbeiten an der entsprechenden Position zu halten, habe ich auf der gegenüberliegenden Seite des Dachträgers ein 45°-Winkelstück platziert und die Winkelverstrebung mit Hilfe einer Zwinge dort gegen gepresst.

Bei den beiden inneren Pfosten war das an einer Seite jeweils recht einfach. Da konnte ich die Winkelverstrebungen einfach von der jeweils anderen Pfostenseite aus verschrauben. Die Schrauben wurden natürlich wieder mit dem Doppelstufenbohrer entsprechend versenkt.

Bei allen Winkelverstrebungen wurde die obere Verbindung von oben durch den Querträger verschaubt. Auch das war kein Problem. Was sollte ich aber mit den restlichen Winkelverstrebungen machen, die an den beiden Außenpfosten waren bzw. bei denen die andere Pfostenseite bereits durch eine andere Winkelverstrebung blockiert war?

Ganz einfach: Dübel! Dazu habe ich in den betroffenen Pfosten vier Löcher gebohrt und diese Dübelpiekser (keine Ahnung, wie die heißen) eingesetzt, um die Löcher auf die Winkelverstrebung zu übertragen. Nach dem Bohren der Löcher in den Winkelverstrebungen habe ich sowohl die Dübel als auch die Winkelverstrebungen eingeleimt und am Pfosten angebracht.

Dramatischer Zwischenfall
Während der Arbeiten kam es zu einem Unfall. Mein Akkuschrauber ist aus über 3 Meter Höhe auf den Betonboden am unteren Ende der Treppe gefallen. Neben dem 8er-Holzbohrer hat es natürlich auch den Akkuschrauber selbst erwischt. Das Gehäuse ist ordentlich gesprungen, was ich aber durch etwas Klebeband notdürftig beheben konnte. Die Funktion an sich schien nicht betroffen zu sein.

Dummerweise musste ich dann im weiteren Gebrauch leider feststellen, dass der Akkuschrauber merklich an Kraft eingebüßt hat. Obwohl er kurz vor dem Sturz frisch aufgeladen wurde, ließ sich nun so gut wie keine Schraube mehr festziehen.

Das war dann auch eine gute Gelegenheit, einen Amazon-Gutscheincode einzulösen und habe mir einen PSR 18 LI-2 bestellt. Bis der dann endlich geliefert wurde, hatte ich das Projekt aber bereits mit meinem Bohrhammer als Ersatz für den Akkuschrauber fertig gestellt. Das ging ganz schön in die Arme.

Querverstrebungen
Erst wollte ich die Dachplatten direkt auf die Dachträger schrauben. Da dort aber die Auflagefläche zu gering war, hätte die Stabilität des Dachs deutlich gelitten. Also habe ich einige Leisten genommen, mit Wetterschutzfarbe bepinselt und quer über die Dachträger montiert. Nach den ersten Leisten war aber klar, dass diese das Gewicht der OSB-Platten, die ich für das Dach vorgesehen habe, nicht werden halten können.

Also noch mal in den Baumarkt und dickere Balken geholt. Diese wurden dann wieder lasiert und auf den Dachträgern verschraubt. Die Schwierigkeit dabei war, dass ich meine Leiter dann nicht mehr an der Wand anlehen konnte, sondern gezwungen war, diese an den Balken zu lehnen, der gerade befestigt werden sollte. Ein Stoppklotz, der mit Zwingen am Dachträger befestigt wurde, sorgte dann dafür, dass ich die Querstrebe nicht verschieben konnte, während ich mit der Leiter gegen lehnte.

Dachplatten
Zur Abdeckung des Daches habe ich OSB-Platten genommen. Der Vorbesitzer unseres Hauses hatte davon jede Menge auf dem Dachboden gelagert. Die müssen noch vor dem Eindecken des Daches dort hinauf gekommen sein. Durch die Luke haben sie jedenfalls nicht gepasst. Da konnte ich dann auf dem Dachboden bei lauschigen 386 Grad (gefühlte Temperatur) endlich mal meine Tauchsäge zum Einsatz bringen und sie auf das benötigte Maß sägen und dabei berücksichtigen, dass ich sie auch durch die Luke zum Dach bekomme.

Nachdem ich alle Elemente fertig hatte, wurden sie von allen Seiten mit Wetterschutzfarbe versehen. Da kommt zwar noch Dachpappe drauf, aber sicher ist sicher.

Zum Schluss wurden sie dann einfach auf das Gerüst geschoben und verschraubt. Durch die Querverstrebungen war der Einsatz der Leiter nur schlecht möglich, so dass ich nachdem ich die ersten beiden Platte befestigt hatte, dazu gezwungen war, das Dach einem Härtetest zu unterziehen. Ich habe also das Dach gleich mal mit meinem Körpergewicht belastet und es hat dem problemlos standgehalten.

Jetzt wird genagelt
Nein, nein – kein Schweinkram. Ich habe zum Schluss lediglich noch eine Rolle Dachpappe in zwei, sich überlappenden Bahnen auf das Dach genagelt und mit einem Cutter die Kanten begradigt.

Offene Punkte
Noch sind einige Punkte offen, bei denen ich noch nicht weiß, wie ich sie löse.

  • Zum einen frage ich mich, wie ich den Wandabschluss gestalte. Im Moment liegt die Dachpappe und darunter die OSB-Platte einfach direkt an der Wand an. Sollte Wasser an der Wand hinunterlaufen, wird es den geringen Zwischenraum sicherlich nutzen. Ich spiele mit dem Gedanken, dort einfach eine Silikonfuge zu erstellen.
  • Da es seit der Fertigstellung noch nicht wieder geregnet hat, wissen wir natürlich auch noch nicht, wieviel Wasser dort auf dem Dach landen wird und ob es sich lohnt, eine Regenrinne anzubringen und das Wasser zu sammeln. Das würde letztendlich wieder neue Fragen aufwerfen. Wohin mit dem Wasser? Für eine Regentonne hätten wir keine adäquate Stelle, wo sie nicht im Weg steht. Außerdem konnten wir uns noch nicht auf eine Regenrinne einigen.
  • Und zu guter Letzt findet meine Freundin die Dachpappenkante noch nicht so schön. Vorschläge nehme ich gerne entgegen.

7 Gedanken zu „Überdachung der Außenkellertreppe“

  1. Auch wenn die Ideen zu spät kommen, da das Projekt ja nun schon länger gelaufen ist – aber besser spät als nie 😉

    Zum Wandabschluss lässt sich nur sagen das es hierfür Kappleisten gibt. Hierfür hättest du aber die Dachpappe an der Wand etwas hochstehen lassen müssen. Darauf wird dann die Kappleiste an der Wand verschraubt und zu guter letzt noch die Oberkante der Leiste mit klarem Silikon versiegelt. Im Zweifel geht aber auch deine Variante – Silikon macht das schon – je nachdem wie sauber der Wandanschluss ist

    Die Sichtkante der Dachpappe würde ich tendenziell mit einem Winkelblech aus dem Baumarkt lösen. Optisch die wohl sauberste Variante und von der Verarbeitung sehr einfach. Alternativ müsste man mal nach Terassenabschlussleisten schauen, wobei ich mir nicht sicher bin ob die für die Höhe reichen. Außerdem dürften die teurer sein.

    Das Regenrinnenproblem hat uns auch lange begleitet da wir diese mächtigen Rinnen nicht wollten und erst recht keine graue oder braune Plastikvariante. Nach längerem suchen sind wir in einem Baustoffhandel auf eine Metallrinne in Bronzeoptik gestoßen. Da wir das Regenwasser auch nicht nutzen wollten haben wir unterhalb des Fallrohrabgangs den Mutterboden zwei Spatenstich tief und ca. zwei Spatenstich breit ausgehoben. Dann alles bis unter die Grasnarbe mit Kies verfüllt und eine Keramik-Ampore eingesetzt. Un die Amphore herum wieder Mutterboden angefüllt und von der Rinne in die Amphore eine Kette gespannt. An dieser rinnt das Wasser etwas treffsicherer in die Amphore und versickert dann im Erdreich. Hauptanlass zu dieser Maßnahme waren die Schmutzspritzer, die hochgeschlagen sind wenn es etwas stärker geregnet hat.

  2. Hallo Tobias,
    gefällt mir sehr gut Deine Konstruktion.
    Kannst Du mir freundlicherweise die Maße der Kanthölzer zumailen? (Bei Gelegenheit)
    Vielen Dank aus dem Schwarzwald
    Thorsten Heinzelmann

  3. Hallo Tobias!
    Ich habe das selbe Problem und muss ein Dach bauen lassen. Mir gefällt Ihre Lösung gut. Wie hoch sind die Kosten für alles gewesen?
    Freundlichen Gruß
    Monika

    1. Hallo Monika,

      die Kosten habe ich nicht mehr genau im Kopf, aber ich glaube, es waren unter 200 EUR. Pfosten, Pfostenträger, Balkenschuhe, Schrauben, Dachpappe und Holzschutzlasur – mehr war es eigentlich nicht. Von den OSB-Platten habe ich noch jede Menge auf dem Dachboden vom Vorbesitzer des Hauses. Hinzu kam natürlich noch ein neuer Akku-Schrauber, aber den rechne ich mal nicht mit rein.

      Das Dach hat sich zwar bewährt, aber die Situation mit den Salzausblühungen wurde nicht wirklich viel besser. Und irgendwann ist uns unten im Keller auch ein Schrank angeschimmelt. Dann haben wir uns doch professionelle Hilfe geholt und die Wand abdichten lassen. Aber ohne die im Artikel erwähnte Lochmatrix. War dann auch deutlich günstiger.

  4. Hallo Tobias,

    wir haben ein ähnliches Problem bei uns. Kannst du vllt. verraten, wir ihr die Wand letztendlich abgedichtet habt?

    VG
    Mike

    1. Der Bausanierer, den wir im Einsatz hatten, hat erst einmal gemessen, wie groß der feuchte Bereich ist und diesen angezeichnet. Die im Artikel genannten Fliesen, durfte ich erst einmal komplett entfernen. Genauso ging es dem Putz im angezeichneten Bereich. Das habe ich selbst gemacht. Der Bausanierer hat anschließend eine Reihe von Bohrungen entlang dieses Bereichs vorgenommen und dort mit Injektionen eine Horizontalsperre errichtet. Anschließend wurde der gesamte Bereich mit Dichtschlämmen versehen und anschließend neu mit einem groben Sanierputz verputzt. Streichen durfte ich dann wieder selber, wobei ich dort eine entsprechende atmungsaktive Farbe verwenden konnte.

      Das Raumklima war sofort ein anderes und von Schimmel ist seitdem auch keine Spur mehr.

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