Manueller Weißabgleich – ja oder nein?

Angeregt durch einen Kommentar in einem Google+-Beitrag von David Maciejewski, habe ich mich gefragt, wie sich meine Bilder durch einen manuellen Weißabgleich verbessern lassen könnten. Bisher habe ich mich auf die Automatikeinstellung meiner Canon EOS 400D verlassen und die Farben bei Bedarf mit Photoshop etwas angepasst, wozu ich meist einfach die Autokorrektur benutzt habe.

Wie führt man eigentlich einen manuellen Weißabgleich durch?

Um diese Frage zu klären, genügt ein Blick in die Anleitung, in der das gut erklärt ist. Man fotografiert ein weißes Objekt, wählt im Menü den Punkt „Manueller Weißabgleich“ aus und selektiert dieses Bild. Anschließend wählt man bei den Weißabgleich-Modi den manuellen Weißabgleich. Dies ist bei den Nachfolgemodellen 450D bis (aktuell) 650D identisch.

Ab in die Praxis

Wie sieht es aber aus, wenn man den Weißabgleich manuell durchführt? Dazu habe ich einfach mal die verschiedenen Einstellungen des Weißabgleichs ausprobiert und miteinander in verschiedenen Beleuchtungssituationen verglichen. Natürlich ist mir klar, dass man abends in einem künstlich beleuchteten Zimmer mit der Einstellung „Tageslicht“ nicht das beste Ergebnis bekommt. Die Einstellung „Blitz“ kann hier einfach überflogen werden, da alle Bilder ohne Blitz aufgenommen wurden und dieses somit keine Aussagekraft hat.

Erste Beleuchtungssituation

Die Aufnahme fand bei geschlossener Wolkendecke, also durchgehend grau, im Garten statt. Meine Erwartungshaltung war, dass ich mit der Einstellung „Wolkig“ und „Automatisch“ die besten Ergebnisse erziele und ggf. „Tageslicht“ noch ein annehmbares Ergebnis liefert. Auf das Ergebnis für den manuellen Weißabgleich war ich gespannt. Als weißes Referenzobjekt habe ich ein weißes DIN A4-Blatt genommen.

Erwartungsgemäß funktioniert der automatische Weißabgleich ziemlich gut. Die Einstellungen mit den künstlichen Lichtquellen sind, wie ebenfalls zu erwarten war, ziemlich blaustichig, während die meisten anderen eher ins gelbliche gehen. Da bin ich etwas enttäuscht. Auch der manuelle Weißabgleich scheint mir nicht ganz gelungen zu sein.

Zweite Beleuchtungssituation

Wir befinden uns wieder im Garten. Diesmal war es ein schöner Herbsttag mit einem strahlend blauen Himmel. Beste Gelegenheit, um mal ein paar Blumen abzulichten. Auch hier erwarte ich den automatischen Weißabgleich mit einem guten Ergebnis. Vom Programm her sollte die Tageslicht-Einstellung ebenfalls sehr überzeugen. Diesmal war ein nicht reinweißer Sonnenschirm das Referenzobjekt.

Auch hier liefert der automatische Weißabgleich ein gutes Ergebnis, welches ungefähr gleichauf mit dem manuellem Weißabgleich liegt. Das Resultat der Tageslicht-Einstellung ist auch noch okay, während die anderen Ergebnisse teilweise recht rot- bzw. blaustichig wirken.

Dritte Beleuchtungssituation

Es wird Zeit, den Weißabgleich auch mal bei künstlichem Licht durchzuführen. Wir befinden uns in meinem Büro zu Hause und schauen auf eine weiß lackierte Tür neben weißen Wänden mit einem dunkelbraunen Streifen. Beleuchtet ist das Büro durch zwei Energiesparlampen, so dass eigentlich zu erwarten ist, dass die Einstellung „Kunstlicht“ neben dem automatischen Modus ein gutes Ergebnis bringt. Als Referenzobjekt für den Weißton diente diesmal die Tür.

Der automatische Weißabgleich liefert hier ein leicht gelbstichiges Ergebnis, welches in etwa dem der „Leuchtstoff“-Einstellung entspricht. Die „Kunstlicht“-Einstellung hingegen bietet von den automatischen Modi noch das beste Ergebnis. Diesmal überzeugt aber der manuelle Weißabgleich auf ganzer Linie.

Und nun?

Ich denke, ich muss noch ein wenig damit üben, um zu einer klaren Aussage zu kommen, da meine Ergebnisse mit dem manuellen Weißabgleich nicht immer ganz überzeugen konnten. Möglicherweise liegt es auch an den verschiedenen Weißmotiven, die ich benutzt habe. Soweit ich mich bisher mit dem Thema befasst habe, sollte man wohl statt eines weißen Objektes eine Graukarte für den Weißabgleich nutzen. Die gibt’s bereits ab etwa 10 EUR. Im Moment gehe ich davon aus, dass ich den manuellen Weißabgleich nutzen werde, wenn ich mit den Farben im der Beleuchtungssituation angemessenen Weißabgleichmodus nicht zufrieden bin. Falls jemand Tipps und Anmerkungen dazu hat, immer her damit.

Und ja, ich könnte natürlich auch einfach Photoshop die Sache erledigen lassen.

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