Produkttest Bosch PWR 180 CE – Gutes Gerät mit kleinen Schwächen

Wieder einmal hatte ich die Möglichkeit, an einem Produkttest teilzunehmen. Diesmal durfte ich das Wandbearbeitungs-, besser wäre noch Flächenbearbeitungssystem PWR 180 CE genauer unter die Lupe nehmen, das genau zur rechten Zeit kam. Das Gästezimmer musste von der Tapete befreit werden. Wer keine langen Texte mag, kann hier aufhören zu lesen und sich einfach das Video anschauen.

Lieferumfang
Das Wandbearbeitungs-, besser wäre noch Flächenbearbeitungssystem PWR 180 CE gibt es in zwei Ausführungen. Zum einen als Einzelgerät, zum anderen als Set mit einer Staubbox. Bei beiden Varianten findet man neben der Schleifaufsatz auch entsprechende Schleifscheiben mit 24er, 80er und 120er Körnung. Hinzu kommt ein Schlüssel zum Wechseln der Aufsätze. Neben der Staubbox mit 2,5m langem Schlauch hat das Set auch noch einen Perforator- und einen Kunststoffbürstenaufsatz spendiert bekommen. Dafür gibt es beim Einzelgerät einen Staubsaugeradapter, der dem Set fehlt.

Zum Test wurde mir das Set zur Verfügung gestellt. Freundlicherweise hat das Produktmanagement noch drei weitere Aufsätze beigefügt. Zum einen noch einen zweiten Kunststoffbürstenaufsatz, zum anderen zwei Schleifbürsten mit Bürsten aus Messing bzw. Stahl.

Handbuch
Das Handbuch entspricht dem, was man von Bosch gewohnt ist. Es ist wie üblich recht umfangreich, da es in 30 Sprachen kommt. Am Anfang findet man eine Bebilderung, die das Wesentliche erklärt und auf die der nachfolgende Text auch eingeht. Die deutsche Anleitung besteht aus zwölf Seiten, die neben den Handhabungshinweisen und technischen Daten auch eine gut gemachte Übersicht über die verschiedenen Aufsätze, deren Einsatzzweck und Handhabung. Freundlicherweise hat das Produktmanagement diese Übersicht noch einmal extra und in Farbe ausgedruckt dem Testgerät beigelegt. Hinzu kommen natürlich wieder die obligatorischen Sicherheitshinweise, die aufgeteilt sind in einen allgemeinen Teil, einen Teil für den grundsätzlichen Umgang mit elektrischen Geräten und einen gerätespezifischen Teil. Am Ende des Handbuchs findet man noch eine Auflistung der verfügbaren Ersatz-und Zubehörteile mit deren Artikelnummer. Leider muss man bei dem einen oder anderen Teil raten, was das sein soll, da es außer der Artikelnummer keinerlei Beschriftung gibt. Die Eingabe der Artikelnummer bei der Suchmaschine seiner Wahl bringt dann aber schnell Klarheit.

Ich bin häufig übrigens zu faul, extra die Anleitung herauszukramen, wenn ich zu einem Gerät etwas wissen möchte. Da geht es schneller, wenn ich mal kurz im Internet die Anleitung herunter lade. Auch diese ist natürlich auf der Produktseite verfügbar. Aber es ist ja wohl ein Witz, dass diese über 200 MB groß ist. Besser wäre es, wenn man dort nicht alle Sprachen auf einmal bekommt, sondern sich die gewünschte Sprachversion auswählen könnte, damit die Datei nicht so riesig ist.

Montage
Die Montage ist sehr einfach. Den gewünschten Aufsatz befestigt man mit dem beigelegten Schlüssel, verbindet den Absaugschlauch mit dem Handgerät und der Staubbox und steckt den Stecker in die Steckdose.

Der Wechsel des Aufsatzes erfordert die Betätigung des Arretierungsknopfes. Der erschien mir beim ersten Versuch etwas schwer erreichbar zu sein, bzw. es fühlte sich umständlich zu bedienen an. Später ging es besser, wobei ich das Gerät dabei anders hielt. Grundsätzlich wäre es aber zu begrüßen, wenn das Gerät im ausgeschalteten Zustand automatisch arretiert wäre oder wenn der Arretierungsknopf fest in der gewählten Position bleibt, die man gewählt hat. Natürlich würde das auch nur im ausgeschalteten Zustand gehen. Nicht, dass jemand im laufenden Betrieb auf die Idee kommt, die Scheibe zu arretieren.

Ideal wäre natürlich ein werkzeugloser Wechsel des gewünschten Aufsatzes. So muss man immer den Zweilochschlüssel suchen. Dieser hat, genau wie der Hakenschlüssel für Abnehmen des Haubensegments, nämlich leider keinen festen Platz am Gerät oder an der Staubbox spendiert bekommen. Zumindest für den Zweilochschlüssel hat ein anderer Produkttester aber eine Lösung gefunden.

Qualität
Wenn man vom Gewicht auf die Qualität schließen kann, hat Bosch hier wieder einmal ein hochwertiges Gerät abgeliefert. Das Gehäuse und viele Bauteile sind zwar aus Kunststoff, aber der erscheint mir recht stabil verarbeitet zu sein – bis auf eine Ausnahme. Beim Ausprobieren der Funktionsweise ist mir gleich beim ersten Mal eine der kleinen Plastiknasen abgebrochen, mit denen das Haubensegment (abnehmbar zum wandnahen Arbeiten) am Gerät befestigt ist. Eigentlich hätte das gar nicht passieren können, da in der Bewegungsrichtung keine oder nur eine geringe Kraft auf die Plastiknase einwirkt. Ich vermute, hierbei hat es sich um einen Materialfehler gehandelt. Wie ich aus den anderen Testberichten sehen kann, war ich aber nicht der einzige, bei dem das passiert ist. Es scheint also ein generelles Problem zu sein. Das Bosch es besser kann, zeigen sie in ihrer blauen Baureihe.

Dummerweise war das Gerät dann an der vorderen Seite offen, während ich arbeitete, was natürlich Auswirkung auf die Staubentwicklung hatte. Erst habe ich überlegt, ob ich das Haubensegment nun einfach komplett am Gerät festklebe, nachdem sich die Plastiknase nicht nachhaltig befestigen ließ, kam dann aber auf die Idee mal nachzuschauen, ob man es als Ersatzteil bekommen kann. Im Handbuch ist leider nur eine rudimentäre Ersatz- und Zubehörliste abgedruckt. Aber im Internet findet man einen geradezu vorbildlich aufgemachten Ersatzteilkatalog mit Explosionszeichnungen. Da das Teil nur 1,75 EUR zzgl. MwSt und Versand kostet, wollte ich es einfach bestellen. Ich habe es letztendlich aber doch einfach nur mit Gewebeklebeband befestigt.

Das Wandbearbeitungsgerät im Einsatz
Mein erstes kleines Projekt war das Entfernen der Verwitterungsspuren auf unserer Außenkellertreppe aus Beton. Das haben wir in der Vergangenheit immer mit einem Hochdruckreiniger gemacht, was an sich schon immer eine ordentliche Sauerei ist, auf einer Treppe aber immer um ein vielfaches schlimmer wird. In der Tabelle mit den verschiedenen Aufsätzen im Handbuch wird dazu der Stahlbürstenaufsatz empfohlen, den ich auch verwendet habe. Stellenweise ging das auch gut, aber bei weitem nicht flächendeckend. Danach habe ich noch den Kunststoffbürstenaufsatz ausprobiert, aber auch damit ging es nicht besser. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren, aber das Ergebnis mit dem Hochdruckreiniger ist deutlich besser, so dass ich mich wohl auch in Zukunft einsauen werde.

Beim zweiten Projekt klappte es schon deutlich besser. Dabei ging es um das Entfernen von Tapete in unserem Gästezimmer, in dem wir einen Feuchtigkeitsschaden hatten. Normalerweise versuche ich immer die Tapete soweit es geht ohne Hilfsmittel zu entfernen. Komme ich dann irgendwann nicht weiter, kommt die Igelwalze zum Einsatz, die Wand wird anschließend befeuchtet und dann wird die Tapete fitzelweise entfernt. Ein klarer Fall für den Perforatoraufsatz, den man in der Höhe verstellen kann. In der kleinsten wirksamen Stufe war die gesamte Wand ruckzuck perforiert und zwar deutlich gründlicher und schneller als ich es jemals mit der Igelwalze geschafft hätte. Da wir später den Putz auch noch entfernen müssen bei der Bearbeitung des Wasserschadens, habe ich dann auch mal eine zwei tiefere Einstellungen des Perforators ausprobiert. Im ersten Fall war es eine mittlere Einstellung und der Putz hat deutlich darunter gelitten. Danach hatte ich noch eine Stufe gewählt, die zwischen der erst genutzten und der mittleren Stufe lag. Dabei wurde die Tapete ordentlich geschreddert und konnte anschließend bereits im trockenen Zustand zum Teil recht einfach entfernt werden. Angefeuchtet ging es dann noch leichter und die Wand war im Nu von der Tapete befreit. Leider musste ich feststellen, dass der Perforater den Putz auch in der kleinsten Stufe bereits ganz leicht beschädigt hat, obwohl dieser nur 0,2 mm tief perforieren soll.

Einen dritten Einsatz habe ich spontan auch noch vorgenommen und den PWR 180 CE einfach mal als Schleifgerät für Holz genutzt. Ich war einfach neugierig, ob ich einen Unterschied zu meinem Excenterschleifer, einem PEX 270 AE bemerke. Geschliffen habe ich ein Fichtenbrett jeweils mit 80er und 120er Körnung. Erwartet habe ich einen Unterschied bei der Absaugung, da die Schleifscheiben des PWR 180 CE keine Absauglöcher aufweisen. Ich konnte diesbezüglich aber keinen Unterschied feststellen. Auch bei der Oberflächenbeschaffenheit konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Beim Fühltest mit der Hand hatte ich den Eindruck, als wäre das Schleifergebnis des Excenterschleifers minimal besser.

Absaugung
Gespannt war ich auf die Wirksamkeit der Absaugung in die Staubbox. Gehofft hatte ich ja darauf, dass das ganze wie ein Zyklonabscheider funktioniert und man seinen Hausstaubsauger dort anschließen kann. Dann hätte ich den auch an meinen anderen Geräten verwenden können. Leider ist das aber nicht der Fall. Statt dessen befindet sich der aktive Teil im Handgerät selbst. Wie da ein Sog zur Staubbox zustande kommen sollte, war mir rätselhaft. Vor allem fand ich es spannend zu sehen, wie die Absaugung im Zusammenspiel mit den nicht gelochten Schleifscheibe funktioniert.

Völlig unverständlich finde ich, warum man dem Set nicht auch noch den Staubsaugeradapter spendiert hat. Der kostet als Ersatzteil nicht einmal fünf Euro, könnte das Absaugergebnis gegenüber der Staubbox aber wohl noch einmal verbessern. Ebenso unverständlich finde ich, warum jedes meiner Bosch-Geräte einen anderen Anschluss für die Staubabsaugung hat. Kann man sich da nicht endlich mal auf einen Anschluss einigen, der dann am besten auch noch zu gebräuchlichen Werkstattsaugern oder Universaladaptern passt? Mir ist klar, dass es bei manchen Geräten wie den PEX-Excenterschleifern nicht geht, aber da würden sich viele wohl einen Staubsaugeradapter wünschen als Ergänzung zur Staubbox.

Wie ich bereits geschrieben habe, war mein Gerät während des Tests durch die abgebrochene Plastiknase vorne offen, was natürlich negative Auswirkungen auf die Absaugwirkung hatte. Deshalb habe ich das Haubensegment später einfach mit Klebeband befestigt und beschreibe auch nur die Absaugwirkung mit dem Haubensegment.

Da es sich um keine aktive Absaugung durch einen Werkstattsauger handelte, waren meine Erwartungen natürlich nicht allzu groß. Trotzdem gelangte ein großer Teil der Tapete in die Staubbox, die aber leider ziemlich schnell voll war und ausgeleert werden musste. Der Rest der befeuchteten Tapete fiel direkt an der Wand herunter und konnte mühelos zusammen gefegt werden.

Handhabung
Durch den verstellbaren Griff liegt das Gerät gut in der Hand. Es wäre aber gut, wenn man für das Verstellen des Griffs nicht zwei Schrauben lösen und wieder befestigen müsste. Ein Blick in den Fahrradbereich wirkt Wunder. Es gibt auf dieser Welt nämlich so etwas wie Schnellspanner, deren Prinzip sich auch in anderen Bereichen schon bewährt hat.

Vorab hatte ich das Gewicht des Geräts so eingeschätzt, dass die Arbeit bei einer langen Wand nach einiger Zeit ziemlich anstrengend werden kann, gerade bei Überkopfarbeiten. Da habe ich mich etwas getäuscht. Es war schon bei meiner eigentlich recht kleinen Wand von gerade mal sieben Quadratmetern recht anstrengend. Und die größte Schwierigkeit war dabei nicht der Überkopfbereich, sondern der Bereich, den man kniend bearbeitet. Dort war es für mich am anstrengendsten. Das Gerät ist ziemlich kraftvoll, fordert dem Anwender aber auch einiges an Kraft ab. Deshalb öfter mal eine Pause einlegen. Die hat den Vorteil, dass man die Staubbox gleich mal wieder leeren kann.

Apropos Staubbox! Sehr gut finde ich. dass man auch an die Aufbewahrung des Schlauchs gedacht hat, der sich an der platzsparend um die Staubbox wickeln und befestigen lässt. Leider lässt sich der Absaugschlauch nur sehr schwer von der Staubbox und dem Gerät trennen. Bevor ich mir dabei die Finger breche, habe ich den Zweilochschlüssel zur Hilfe genommen und damit die aus meiner Sicht schwer erreichbaren Kunststoffclips eingedrückt.

Während des Arbeitens mit dem PWR 180 CE ist es dringend anzuraten, Gehörschutz zu tragen, wie es auch in den Sicherheitshinweisen im Handbuch angeraten wird. Ich finde das Gerät ziemlich laut. Da sollten sich die Ingenieure vielleicht mal mit den Kollegen aus dem Staubsaugerbereich zusammen setzen. Deren ProSilence-Geräte sind nämlich sehr angenehm leise.

Reinigung
Nach einem staubigen Einsatz lässt sich das Gerät relativ leicht reinigen. Eigentlich reicht es aus, die Teile einfach auszuklopfen und das Gerät kurz mit einem feuchten Lappen abzuwischen.

Der Perforator fiel mir dabei etwas negativ auf. Durch die beweglichen Teile verklemmte sich teilweise Tapete darin. Dadurch hatte ich den Fall, dass sich der Perforator nicht in die Parkposition drehen ließ, wo die Stacheln quasi eingezogen sind. Das Ausklopfen dauerte daher etwas länger und ich musste auch mit einer Pinzette eingreifen.

Hat man angefeuchtete Tapete entfernt, stellt sich die Sache leider etwas anders dar. Ich habe die Reinigung erst durchgeführt, als sie schon etwas angetrocknet war. Vom Stahlbürstenaufsatz lässt sie sich noch relativ problemlos entfernen. Mit Ausklopfen kann man schon einen Teil entfernen, aber vieles muss man aus den Zwischenräumen durch Herausstochern entfernen. Aus dem Gerätekörper lässt sie sich aus dem Bereich, in dem der Aufsatz befestigt ist, ganz einfach herauskratzen. Dummerweise hat sich aber ein Teil der Tapete weiter im Geräteinneren abgesetzt, so dass man auch hier wieder mit einer Pinzette arbeiten muss.

Im Großen und Ganzen stellt die Reinigung des Geräts aber kein allzu Problem dar.

Verfügbares Zubehör
Für das Wandbearbeitungssystem gibt es ein reichhaltiges Angebot an Zubehörteilen. Ich habe mich in den hannoverschen Baumärkten gründlich umgesehen. Und obwohl alle großen wie OBI, Hornbach, Bauhaus, Toom und Hellweg dabei waren, konnte ich dort weder das System selbst noch entsprechendes Zubehör zum Kauf finden. Einzig im Internet wurde ich fündig. Vermutlich liegt das daran, dass das Gerät noch ziemlich neu am Markt ist. Wobei ich auch bis heute das Zubehör für die Dremel Moto-Saw, die ich vor über zwei Jahren testen durfte, immer noch nicht in den Baumärkten im Dremelregal finden kann.

Bei den zusätzlichen Bürsten, die ich zum Testen hinzu bekommen habe, ist mir negativ aufgefallen, dass deren Kartons keinerlei Beschriftungen haben, was da eigentlich im Karton drin ist und wofür man es einsetzen kann.

Mein Fazit
Nach dem ersten Einsatz war ich etwas enttäuscht, was sich aber bei dem zweiten Projekt aber grundlegend gewandelt hat. Der Perforatoraufsatz ist schon ein geniales Teil. Wenn ich daran zurück denke, was es uns beim Einzug in unser Haus für Mühen gekostet hat, die Tapeten der Vorbesitzer von den Wänden und Dachschrägen zu entfernen, hätte ich mir gewünscht das Wandbearbeitungssystem schon damals in den Händen gehabt zu haben.

Sobald die Außendämmung im Bereich unserer Gästezimmers entfernt ist, freue ich mich schon darauf, den alten Putz mit der Hartmetalltopfscheibe zu entfernen. Und sicherlich werde ich mir auch irgendwann die Bäder vornehmen, wo jede Menge Fliesenkleber auf den PWR 180 CE wartet.

Insgesamt bin ich mit dem Gerät aber zufrieden, auch wenn es noch an der einen oder anderen Stelle Verbesserungspotential bietet.

Weihnachtshaus in der Wedemark

Wer kennt sie nicht die ganzen Weihnachtshäuser, für deren Beleuchtung vermutlich jeweils ein eigenes Kraftwerk notwendig ist. Diese stehen vornehmlich in den USA und man sich denkt, dass man eine ganz schöne Macke haben muss, um das jedes Jahr aufzubauen. Zumindest bekommt man eine Macke, wenn man direkt gegenüber wohnen würde. Beeindruckend ist es auf jeden Fall, wie beispielsweise das „Amazing Grace“-Haus oder das „Star Wars“-Haus.

Interessant wird das Thema, wenn man feststellt, dass man in seiner Nähe ebenfalls so ein Haus stehen hat. Beispielsweise steht in unserem Nachbarort Hellendorf in der Wedemark das Haus der Familie Balke. Dieses wird vom 1. Advent bis zum 6. Januar in der Zeit von 17 bis 22 Uhr weihnachtlich beleuchtet und kann in 30900 Wedemark/Hellendorf, Postdamm 4 bewundert werden. Zur Unterstützung bei der Stromrechnung hängt eine Spendenbox am Laternenpfahl.

Wer ein Weihnachtshaus in seiner Nähe sucht, findet hier eine gute Übersicht.

Rund um den Brelinger Berg

Am letzten Wochenende gab es mal wieder ein Radrennen, an dem ich teilgenommen habe. Es ging um die 35. Auflage des Radrennens der Rudergemeinschaft Angaria. Dabei handelt es sich um ein Mannschaftszeitfahren mit jeweils vier Fahrern pro Team und führt drei Runden mit je etwa 17 Kilometern um den Brelinger Berg in der Wedemark. Das ist ja nicht nur direkt vor der Haustür, sondern quasi schon im Wohnzimmer. Keine Frage, dass da die Equipe Wedemark des Mellendorfer TV auch dran teilnimmt. Drei Teams haben wir zusammen bekommen.

Die Vorbereitung
Wir sind nur Freizeitfahrer unterschiedlichster Leistungsstärke, die gerne einfach zusammen ein paar Runden drehen. Da die Siegerzeiten der letzten Jahre weit von dem entfernt sind, was wir zu leisten im Stande sind, machten wir uns natürlich keine Illusionen, vorne überhaupt mitfahren zu können. Trotzdem wollten wir natürlich ein für uns achtbares Ergebnis erzielen und sind die Strecke im Vorfeld öfters abgefahren. Mal im größeren Verbund, häufiger aber in kleinen Teams. Dabei spielte auch das Wetter keine Rolle.

Alleine die Vorbereitung hat schon sehr viel Spaß gemacht. Die einzelnen Teams haben nach dem Training ihre Rundenzeiten in die gemeinsame WhatsApp-Gruppe gestellt, sodass man immer noch den Ansporn hatte, auch noch mal raus auf die Strecke zu gehen und ebenfalls eine gute Zeit hinzulegen.

Das Rennen
Am letzten Samstag war dann das Rennen bei herrlichstem Wetter. Die Sonne schien, es waren über 20 Grad und leichter Wind kam aus westlicher Richtung. Um 13 Uhr fiel dann der Startschuss für das erste von 44 Teams. Im Minutenabstand folgten dann jeweils die weiteren Mannschaften. Für mein Team, Christian S., Christian W., Marcel und meine Wenigkeit, ging es um 13:12 Uhr auf die Bahn.

Als erstes ging es vom Start am Brelinger Sportplatz nach Negenborn, wo am Ortsausgang auch schon die erste kleinere Steigung wartete, die wir mühelos meisterten. Am Ortseingang von Abbensen folgte eine scharfe Rechtskurve und es ging weiter nach Dudenbostel. Anschließend wartete in Rodenbostel eine S-Kurve, bei der es gerade bei Nässe immer wieder zu Stürzen kommen kann. Bei dem Traumwetter war das aber kein Problem und wir sind alle heile durch gekommen und konnten uns in die anschließende kleine Abfahrt stürzen, die auf die lange Gerade an Ibsingen vorbei nach Oegenbostel führte. Von dort ging es weiter nach Bennemühlen und anschließend den Windmühlenberg hinauf und wieder hinunter nach Brelingen. Die erste Runde war mit 26:52 Minuten auch unsere schnellste. Wie erwartet wurden wir natürlich von einem der nachfolgenden Teams überholt, haben es aber auch geschafft, ein anderes Team einzuholen, welches vor uns gestartet ist.

Als wir die zweite Runde begannen, waren immer noch nicht alle Teams auf der Strecke und warteten ihrerseits auf den Startschuss. Kurz nachdem wir durch waren, gingen die nächsten auf die Strecke, die uns dann auch bald überholten. Natürlich war die zweite Runde schon etwas anstrengender als die erste, aber es lief trotzdem schön rund bei uns. Normalerweise habe ich immer einige Probleme an Steigungen, aber auch beim zweiten Mal am Windmühlenberg konnte ich gut mithalten. Mit 27:04 Minuten waren wir gegenüber der ersten Runde auch nur geringfügig langsamer.

Die dritte Runde war wie erwartet die anstrengendste. Das merkte ich besonders bei der letzten Durchfahrt von Oegenbostel, wo ich leicht den Anschluss an das Team verlor, aber Christian S. mich an sein Hinterrad nahm und wieder heranführte. Beim letzten Anstieg am Windmühlenberg gingen mir dann auch fast die Körner aus. Unser Tempo hatte doch etwas nachgelassen. Zum Glück fuhr vor uns ein einzelner Fahrer, der mich noch etwas anspornte und mir einen Hauch zweiter Luft verlieh. Also setzte ich mich nach vorne und spornte die anderen auch an, noch etwas nachzulegen. Marcel und Christian W. führten uns dann nach ganz oben über die Bergkuppe, wo ich doch sehr deutlich merkte, dass ich unbedingt mal verschnaufen muss. Glücklicherweise hilft mir mein Gewicht etwas, so dass ich bergab rollen konnte, wo die anderen noch getreten haben. Nachdem ich wieder etwas Luft hatte, setzte ich mich wieder vor die anderen, um noch etwas Windschatten zu spenden. Unten angekommen ging es nach der letzten Kurve auf die Zielgeraden, wo wir nicht nur einen weiteren vereinzelten Fahrer einholen konnten, sondern Christian S. beim motivierenden Anbrüllen auch noch ein Zahnprovisorium einbüßte, das wir später leider nicht mehr wieder fanden. Auf den letzten Metern hatte ich den anderen Dreien nichts mehr entgegen zu setzen und ließ sie ziehen. Es zählt ja eh die Zeit des Dritten im Team. Mit 27:22 war das zwar unsere langsamste Runde, aber für uns immer noch eine grandiose Zeit. Obwohl das die für mich härteste Runde war, war es aber auch die, die mir am meisten Spaß gemacht hat.

Das Ergebnis
Unsere drei Teams sind alle heile ins Ziel gekommen, waren völlig geschafft, aber glücklich. Team 1 kam mit einer Zeit von 1:15:32 als 20. in Ziel, Teams 2 erreichte Platz 32 nach 1:21:18 und Team 3 folgte auf Platz 39 und brauchte 1:25:37. Alle drei Teams unterboten dabei ihre Trainingsbestzeiten um jeweils fünf bis zehn Minuten und hatten anschließend natürlich auch allen Grund,
stolz auf die eigene Leistung zu sein. Das offizielle Endergebnis gibt es hier.

Nachbetrachtung
Im Nachhinein war die Veranstaltung für uns als Gesamtteam sehr gewinnbringend. Vorher sind wir jede Woche in unterschiedlicher Besetzung und Stärke zusammen eine Trainingsrunde gefahren und haben manchmal mit einigen wenigen an einem Rennen oder einer RTF teilgenommen. Dabei kam aber bisher der Teamgedanke noch nicht so richtig zur Geltung. Das hat sich meiner Meinung nach geändert. Man hat gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet. Gerade die Vorbereitung und die erhöhte Kommunikation untereinander hatten eine starke Wirkung.

Während des Rennens war natürlich jedes Team mit sich selbst beschäftigt. Im Ziel aber waren alle sehr interessiert an den Ergebnissen der anderen und haben sich darüber gefreut, dass alle Teams sich selbst übertroffen haben.

Zu erwähnen wäre auf jeden Fall noch, dass leider nicht alle dran teilnehmen konnten. Einige sind im Vorfeld aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, andere haben zwar die Vorbereitung mitgemacht und dabei auch viel Spaß gehabt, konnten dann aber leider das Rennen nicht mitmachen, weil nicht mehr genug Leute für ein viertes Team vorhanden waren. Ich hoffe, dass das im nächsten Jahr anders sein wird und wir noch ein weiteres Team auf die Beine stellen können. Auf jeden Fall werden wir sicherlich wieder dabei sein.

Dicke Dinger bei der Apfelernte

Nachdem unser Apfelbaum im letzten Jahr so gut wie keine Früchte getragen hat, hing er in diesem Jahr wieder ordentlich voll. Da viele Äpfel mittlerweile selbst den Weg nach unten gefunden haben, haben wir heute auch den Rest gepflückt. Und wie bei unserem Baum üblich waren da richtig dicke Dinger dabei. Die Top 5 habe ich einfach mal fotografiert. Sie brachten alle deutlich mehr als ein halbes Kilogramm auf die Waage. Und von der Größe haben wir noch eine ganze Menge mehr.

Die Top 5
Die Top 5

Leider haben wir eine Apfelsorte (keine Ahnung, wie die heißt), die nicht besonders gut schmeckt, wenn man die Äpfel einfach so essen möchte. Als Apfelmus hingegen oder auf einem Apfelkuchen schmecken sie sehr lecker. Da sie sich auch nicht gut zum Einlagern eignen, hoffe ich natürlich, dass ich noch die eine oder andere Idee bekomme, was man noch daraus machen kann. Sonst gibt’s die nächsten Wochen nur noch Apfelmus und Apfelkuchen.

Der schwerste Apfel brachte es übrigens auf stolze 669 Gramm.

Der Siegerapfel im Vergleich zu einer handelsüblichen Orange
Der Siegerapfel im Vergleich zu einer handelsüblichen Orange

Das ist aber noch meilenweit von dem bisher größten Apfel entfernt, den wir von unserem Baum gepflückt haben. Diesen haben wir 2011 gepflückt und er wog genau 1062 Gramm und hatte einen Umfang von 44 Zentimetern. In den Apfelpflücker hat er bei Weitem nicht gepasst.

Die Mutter aller Äpfel - stolze 1062 Gramm
Die Mutter aller Äpfel – stolze 1062 Gramm

Bundeswehrgeschichten

Vor 20 Jahren wurde ich zum Grundwehrdienst bei der Bundeswehr beim FüUstRgt 20, einem Fernmelderegiment in Hannover-Bothfeld, einberufen und nehme dies zum Anlass, hier mal ein paar Geschichten meiner Bundeswehrzeit zum Besten zu geben. Üblicherweise ist es so, dass im Nachhinein viele schöne Erinnerung an die Zeit bleiben. Selbst den Momenten, bei denen man damals geflucht hat, gewinnt man die eine oder andere lustige Seite abgewinnen.

Fangen wir doch gleich mal mit meinem Gruppenführer in der Grundausbildung an. Dieser war während der ersten Tage noch im Urlaub und wir haben von allen Seiten zu hören bekommen, er sei ein richtig harter Hund. Als Ersatz diente sein Hilfsausbilder, der gerade mal drei Monate länger dort war und den gleichen Dienstgrad hatte wie wir. Damals wurde man erst nach sechs Monaten Gefreiter. Unser Vorgesetzter war er nur aufgrund seiner Funktion. Auch er versuchte, den harten Kerl heraushängen lassen zu müssen. Wir, damals waren wir ja alle jung, unerfahren und leicht einzuschüchtern, haben natürlich alles brav mitgemacht, was uns befohlen wurde. Unseren Respekt hat er sich aber leider nie verdient und so verbrachte er während der Fußballspiele nach Dienstschluss, bei denen er mitgemacht hat, recht viel Zeit am Boden, da einiger der Kameraden doch durch ein etwas körperbetontes Spiel auffielen.

Zurück zu den eigentlichen Gruppenführern. Diese haben sich am Anfang vorgestellt. Üblicherweise lief das so ab: „Mein Namen ist Soundso, ich bin 24 Jahre alt, habe zwei Kinder und meine Hobbys sind …“. So weit so gut. Nachdem unser Gruppenführer dann aus dem Urlaub wiederkam hat auch dieser sich vorgestellt: „Ich bin der Stabsunteroffizier Z. Mein Alter tut nichts zur Sache. Ich will Berufssoldat werden. Da kennen Sie ja meine Einstellung.“ Schluck! Was haben wir denn da für einen abbekommen.

Mein lieber Gruppenführer Z. ließ während der ganzen Dienstzeit tatsächlich immer den harten Hund raushängen und wir, seine Gruppe, haben uns wurden durch ihn für alle möglichen Aufgaben freiwillig gemeldet. Aufbauen auf der Schießbahn? „Meine Gruppe macht das, Gruppe 5.“ Vorbereitung für die 72-Stunden-Übung? „Hier, Gruppe 4!“ Mit der Zahlenbezeichnung für seine Gruppe hatte er es leider nicht so.

Nun, es sollte aber noch recht lustig mit ihm werden. Wenn auch aus seiner Sicht etwas unfreiwillig.

UvD und Wache

Uns ist recht schnell aufgefallen, dass er regelmäßig am Wochenende entweder UvD (Unteroffizier vom Dienst) oder Wache hatte. Wahrscheinlich wollte er damit Eindruck schinden, dass er so viele, bei anderen ungeliebte Dienste übernahm. Dummerweise erwischte es bei den UvD-Diensten immer auch einen von uns, der als GvD (Gefreiter vom Dienst) fungierte. Als erstes war ich dran. Na toll, das Wochenende war dahin. 24 Stunden eingesperrt mit meinem Gruppenführer in einem ansonsten menschenleeren Block. Ab und zu mal ein Kontrollrundgang, das war’s. Zum Glück saß er nicht die ganze Zeit im UvD-Büro, sondern verzog sich häufiger mal.

So kam es auch, dass er den Anruf seiner Frau verpasste, den ich entgegennahm. „Hier ist Frau Z. Geben Sie mir mal meinen Mann“. „Der ist gerade auf einem Kontrollrundgang.“ „Soll mich zurückrufen.“ Genau wie er formulierte auch sie nur kurze Sätze. Das schien in der Familie zu liegen.

Natürlich hat er sie gleich zurück gerufen, als ich ihm davon erzählte. Ich weiß zwar nicht, worüber sie gesprochen haben, aber von ihm hörte ich nur: „Ja, Schatzi. Natürlich Schatzi. Ich Dich auch, Schatzi“. Meine Güte, der schien ja zu Hause richtig unter dem Pantoffel zu stehen. Kein Wunder, dass der die Wochenenden lieber in der Kaserne verbrachte.

Natürlich wollten meine Kameraden wissen, wie es war, mit ihm am Wochenende Dienst zu schieben. Ich konnte leider nicht verhindern, ihnen auch von dem Anruf zu berichten, was allgemeines Gelächter hervorrief.

Bereithalten für weitere Befehle

Eine andere Geschichte handelte von den Vorbereitungen auf die 72-Stunden-Übung. Dafür musste natürlich jede Menge Ausrüstung auf einen LKW geladen werden. Und welche Gruppe eignete sich dafür besonders? Unser Zugführer musste eigentlich gar nicht danach fragen. Er wusste schon, wer sich dafür freiwillig melden würde.

Nachdem alles verstaut war, haben wir von unserem Gruppenführer den Befehl bekommen, uns auf dem Gang unseres Blocks für weitere Befehle zur Verfügung zu halten, während er mit einem Kameraden noch Wasserkanister befüllen fuhr. Das war so gegen 11 Uhr. Alle anderen Gruppen durften den ganzen Tag im Hörsaal Waffen reinigen. Gelegentlich gab es dort eine Pause und sie gesellten sich zu uns. Auch unser Zugführer setzte sich zu uns und unterhielt sich mit uns völlig ungezwungen. Er fragte natürlich, was wir dort machten und wir gaben ihm bereitwillig Auskunft.

Nach dem Mittagessen setzten wir uns wieder auf den Gang, warteten weiter auf weitere Befehle und quatschten mit den anderen während der Pausen. Irgendwann kurz vor Dienstschluss, unser Zugführer saß gerade bei uns auf einer Treppe, die man vom Gang aus nicht einsehen konnte, lief unser Gruppenführer über den Gang und ich fragte ihn, ob wir uns weiterhin zur Verfügung halten sollten. Er war etwas erschrocken, gab zu, dass er uns vergessen hatte und machte uns dann lauthals den Vorwurf, dass wir uns doch bei ihm hätten melden müssen. Das ging natürlich schlecht, haben wir ihn doch seit 11 Uhr erst dort wieder gesehen. Als er hoch fuhr, ertönte vom Treppenabsatz die etwas lautere Stimme unseres Zugführers: „Stabsunteroffizier Z., zu mir.“ „Jawohl Herr Hauptfeldwebel, Stabsunteroffizier Z. meldet sich wie befohlen“. Danach gingen sie in das Büro des Zugführers, der sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

Das verlorene Schiffchen

In der Kompanie gab es damals die Regelung, dass man einen Tag Sonderurlaub bekam, wenn man in seinem Fahrtennachweisheft 2.000 Kilometer zusammen hatte. Das war aufgrund der kurzen Wege zum und auf dem Standortübungsplatz natürlich nicht leicht. Und so kam es, dass unser Gruppenführer während eines Orientierungsmarsches mit Stationen, bei dem er eine Station zum Zerlegen und Zusammensetzen des Gewehrs G3 diese Station seinem Hilfsausbilder überlassen hat und er selber lieber mit dem LKW durch den Wald gebürstet ist, um Kilometer zu sammeln. Sein natürlich vorschriftsmäßig gepackter Rucksack lehnte derweil in Stationsnähe an einem Baum … und war später verschwunden.

Die dafür fällige Schadens- und Verlustmeldung in zigfacher Ausfertigung wollte er natürlich nicht schreiben. Der Kompaniechef überzeugte ihn aber eines Besseren. Soviel zur Vorgeschichte.

Während eines Schießbahnaufenthalts hatte es sehr stark geregnet. Glücklicherweise gab es dort so etwas wie ein Café. Nun ja, es war ein Dach über dem Kopf und man konnte Kaffee und Tee bestellen. Alle die, die nicht gerade geschossen haben oder dafür anstanden, waren also in diesem Café. Einer der Kameraden schrieb auch gerade eine Schadens- und Verlustmeldung. Da kam unser Gruppenführer herein, sah dies und meinte: „Na, wohl ein Schiffchen verloren, was?“. Irgendwo aus dem Raum ertönte dann eine Stimme: „Manche schreiben für ein Schiffchen, andere für eine komplette Ausrüstung.“ Ruckzuck fuhr er wieder hoch und brüllte: „WER WAR DAS? MELDEN SIE SICH SOFORT BEI MIR!“ Natürlich meldete sich niemand.

Stattdessen ertönte die Stimme die Stimme der Wirtin. Man stelle sich das so vor, dass sich die Sonne verdunkelte und die Erde leicht anfing zu beben. Das war ein gewaltiges Tier von Frau, dass sich dort vor unserem Gruppenführer auftürmte. „WAS GLAUBST DU WER DU BIST? HIER IST NUR EINE LAUT! […] MEIN MANN WAR OBERSTABSFELDWEBEL, DER HÄTTE SO EINEN WIE DICH IN DER PFEIFFE GERAUCHT! […]“. Leider habe ich viel von dem, was sie gesagt hat, vergessen. Aber das Wichtigste ist hängen geblieben. Unser Gruppenführer war mit seinen vielleicht 1,75 Meter eh schon nicht so groß, aber da wirkte er noch kleiner.

Unser Kompaniechef war während der ganzen Gegebenheit übrigens ebenfalls zugegen und hatte deutlich Mühe, nicht lauthals loszulachen und ist danach wohlweislich vor die Tür gegangen.

Starke Argumentation

Bei der Bundeswehr gibt es viele Leute, die nichts hinterfragen und sich auch ansonsten recht wenig Gedanken machen. Da kann man schon mal verzweifeln, wenn man ein paar Fragen gestellt bekommt, auf die es letztendlich nur eine Antwort gibt.

1994 ist mir als sehr warmer Sommer in Erinnerung geblieben. Trotzdem mussten wir jedesmal diesen fetten Wollpullover mit in den Rucksack stopfen und mitschleppen. Da fragt man sich natürlich warum das so ist. „Sie werden froh sein, wenn Sie den dabei haben, wenn Sie sich während eines Gefechts nach Sibirien durchschlagen.“ Mal abgesehen davon, dass Russland nicht mehr der Feind war (das war zu Übzwecken immer Rotland) gab es einen kleinen Schwachpunkt in der Antwort. „Wie sollen wir denn da hinkommen, wo wir doch eine Verteidigungsarmee sind?“ Damals war noch nicht daran zu denken, dass die Bundeswehr die Sicherheit Deutschlands auch mal am Hindukusch verteidigen würde.

Während der Ausbildung hatten wir gelegentlich die leichte Panzerfaust dabei. Außer Schleppen und Reinigen haben wir damit aber eigentlich nichts gemacht. Auf die Frage, ob wir denn damit auch mal schießen würden, gab es die Antwort: „Nein! Ich glaube, dafür gibt’s in der gesamten Bundeswehr keine Munition mehr.“ Die Frage, warum sie dann Bestandteil unserer Ausbildung sei wurde genau wie die Frage mit der Verteidigungsarmee beantwortet.

„Äh … weil das so in der Vorschrift steht.“ – sehr überzeugend.

Ein paar Jahre später, ich war mittlerweile Zeitsoldat und selbst Stabsunteroffizier, habe ich unseren alten Kompanietruppführer aus der Ausbildungskompanie wieder getroffen und ihn nach meinem alten Gruppenführer gefragt. Er ist nie Berufssoldat geworden.

RTF – Durch die Vogelparkregion

Die SG Bomlitz-Löhnsheide hat ein ganzes RTF-Wochenende veranstaltet mit vielen unterschiedlichen Strecken. Am Samstag wurden vier Strecken durch die Vogelpark-Region und am Sonntag drei durch den Süden des Heidekreises angeboten. Ich war am Samstag dabei und bin die 115 Kilometer lange Strecke gefahren.

Man sagt ja, dass man aus Schaden klug wird. Da es mich in diesem Jahr bereits zwei Mal mit einem platten Reifen erwischt hat, habe ich am Vorabend Antiplatt in die Reifen montiert. Dabei handelt es sich um ein sehr elastisches, aber widerstandsfähigen Kunststoff, der zwischen Mantel und Schlauch platziert wird und den Schlauch vor durchstechenden Gegenständen schützen soll. Gespannt war ich, ob sich die Fahreigenschaften in irgendeiner Weise ändern würden. Das haben sie nicht getan oder ich bin einfach nicht feinfühlig genug.

Von der Equipe Wedemark des MTV Mellendorf sind neben mir noch Christian, Dirk, Olaf und Thomas mitgefahren. Am Frühstückstisch schickte Olaf, der schon unterwegs war, die Nachricht „Wischerstufe 2“. Na toll. Kurz darauf fing es auch zu Hause an zu schütten. Aber egal. Tobi 1 – Schweinehund 0, auf geht’s.

Vermutlich durch das Wetter bedingt war das Starterfeld etwas übersichtlich. Um neun Uhr ging’s vom Hotel Forellenhof in Hünzingen auf die noch feuchte Strecke, so dass man nach kurzer Zeit durch die Gischt des Vordermanns etwas eingesaut war. Vorsicht war also geboten. Leider hat es ein paar erwischt, die es trotzdem nach unten auf den Asphalt zog. Und wie ich an einem Kontrollpunkt gehört habe, mussten zwei davon auch ins Krankenhaus. Gute Besserung.

Am Anfang konnte ich mit der Spitzengruppe noch ganz gut mithalten, wusste aber, dass mir das Tempo auf Dauer zu hoch sein wird. Und so kam es auch, dass ich sie nach knapp 25 Kilometern ziehen lassen musste. Kurz darauf kam der erste Kontroll- und Verpflegungspunkt, wo die Spitzengruppe einfach dran vorbeigerauscht ist. Dort gab es neben verschiedenen Getränken wie üblich auch Bananen und lecker geschmierte Brote. Außerdem bot sich die Gelegenheit, mit anderen Fahrern ins Gespräch zu kommen, da kurz nach mir auch schon die nächste Gruppe eintrudelte. Mit denen habe ich mich dann auch wieder auf die Strecke gemacht.

Nach einiger zeit kam die Streckenteilung der 115- und der 152-Kilometerrunde und Thomas, der ebenfalls in der Gruppe war, hat sie einfach mal verpasst. Christian, Dirk und Olaf waren in der Spitzengruppe und haben erzählt, dass sie auch erst dran vorbeigerauscht sind, dann aber frühzeitig umgedreht haben. Somit war Thomas der einzige von uns, der etwas unfreiwillig die große Runde absolviert hat.

Die Gruppe, mit der ich unterwegs war, hatte ein angenehmes Tempo, dass ich auch gut mitgehen konnte und nebenbei auch die schöne Landschaft genießen konnte. Mit der Zeit besserte sich auch das Wetter. Leider musste ich nach einiger Zeit die Gruppe ziehen lassen, da ich feststellen musste, dass das Antiplatt nicht gewirkt hat. Pfffft! Schon wieder ein Plattfuss. Die Reparatur zog sich diesmal etwas hin, da der Mantel nicht so wollte, wie ich. Als das erledigt war, ging es ans Aufpumpen. Ich brauche echt eine neue Pumpe. Mit der, die ich habe, kam ich bei der Velo-Challenge schon nur auf 2 Bar. Diesmal war es gefühlt noch weniger und die Pumpe wurde ruckzuck heiß. Glücklicherweise hielt eine freundliche Viergruppe an, die mir mit einer vernünftigen Pumpe ausgeholfen hat. Denen schloss ich mich dann auch an, um festzustellen, dass nur wenige Kurven später der nächste Kontrollpunkt war, wo auch eine Standpumpe vorhanden war.

Mit der Gruppe bin ich dann auch nahezu den Rest der Tour gefahren. Ab und zu verteilte sich die Gruppe etwas, aber dann wurde halt einfach gewartet, bis die anderen wieder dran waren. Auch konnte man gut nebenbei quatschen. Nach dem dritten Kontrollpunkt zog reichlich Wind auf, der in Zusammenarbeit mit dem welligen Streckenprofil an meinen Kräften zerrte. Nachdem wir Dorfmark hinter uns gelassen hatten, ging es eine für mich viel zu lang gezogene Steigung gegen den Wind entlang. Dort teilte sich dann die Gruppe auch endgültig auf und ich habe mich dann nur noch Richtung Ziel geschleppt. Selbst die kurze Abfahrt zum Ziel selbst bin ich eher geschlichen. Die Luft war einfach raus. Dafür gab’s aber anschließend ein leckeres Schnuckenbräu und eine Bratwurst.

Eine kleine Randnotiz noch. Wäre dies ein Rennen, hätte die Equipe Wedemark die Plätze 1 bis 3 auf der 115er-Strecke belegt. Interessanterweise gibt’s dazu gerade einen Thread auf Helmuts Fahrradseiten. Und auch Thomas hat seine ungeplanten 152 Kilometer erfolgreich absolviert. Hut ab!

Trotz aller Anstrengungen hat es viel Spaß gemacht. Organisatorisch gab es nichts zu meckern. Die Verpflegung war gut, die Leute freundlich, die Strecke schön gewählt und gut ausgeschildert. Einzig die Streckenteilung sollte vielleicht noch deutlicher angekündigt werden.

Nächstes Jahr komme ich gerne wieder.

Sparferkel – Spardose aus Holz

Vor Kurzem hatte mein Sohn seinen zweiten Geburtstag und es war zu erwarten, dass der eine oder andere auch etwas Geld schenkt. Leider hat er vor einiger Zeit sein Sparschwein zerdeppert, so dass jetzt Ersatz her musste. In der Weihnachtszeit im letzten Jahr hat Steve Ramsey ein Video vom Bau eines Sparschweins veröffentlicht, das ich nun nachgebaut habe. Genau genommen ist es bereits mein zweiter Nachbau dieses Schweins. Leider hatte ich beim ersten Schwein, das ich im Februar gebaut habe, kein Video gedreht.

Steve Ramsey benutzt für das Aussägen des Schweins eine Bandsäge. Da ich keine solche habe, musste ich zur Stichsäge greifen. Bei meinem ersten Versuch habe ich auch erst alle Brettchen des Schweins miteinander verleimt und dann ausgesägt. Das hat leider nicht ganz so gut geklappt. Einerseits war die Dicke des Schweins hart an der Grenze der Länge meines Sägeblatts, welches schon das längste ist, das ich finden konnte. Andererseits verzog das Sägeblatt auf der Länge doch deutlich, was einiges an Nacharbeit nach sich zog. Außerdem ist mir dabei das Sägeblatt auch noch abgebrochen.

Diesmal bin ich deshalb anders an die Sache ran gegangen und habe jedes Brettchen des Schweins einzeln ausgesägt und dabei ein schmaleres Sägeblatt genutzt, um besser um die Rundungen zu kommen. Ich habe erwartet, dass die einzelnen Brettchen nicht haargenau übereinander passen werden und auch hier wieder etwas Nacharbeit notwendig sein würde. Aber mit soviel habe ich nicht gerechnet. Das schmale Sägeblatt neigte leider noch deutlicher dazu, zu verziehen und so musste am Ende wieder der Bandschleifer ran und alles glätten.

Es hat aber auf jeden Fall wieder viel Spaß gemacht und einiges Geld für den Kleinen ist auch zusammen gekommen.

Der Jahrhundertsprung

Am 18.10.1968 stellte Bob Beamon bei den olympischen Spielen in Mexiko einen neuen Weltrekord im Weitsprung auf. 8,90 Meter – mehr als einen halben Meter weiter als die alte Weltrekordmarke von Igor Ter-Owanesjan aus dem Vorjahr. Eine Leistung, die ich nur als Jahrhundertsprung und Weltrekord für die Ewigkeit kennen gelernt habe. Obwohl ein solcher Sprung natürlich eine grandiose Leistung ist, sollte es weder das eine noch das andere werden.

Bei der Leichtathletik-WM in Tokio lieferten sich Carl Lewis und Mike Powell am 30.08.1991 ein spannendes Duell, an das ich mich noch gut erinnern kann. Im vierten Versuch gelang es Carl Lewis tatsächlich weiter zu springen als Bob Beamon – 8,91 Meter. Leider wurde der Sprung nicht gewertet, da er mit zu viel Rückenwind zustande kam. Selbst wenn der Sprung gültig gewesen wäre, hätte er nicht lange Freude daran gehabt. Im fünften Versuch gelang Mike Powell ein Sprung über 8,95 Meter.

Warum schreibe ich das heute? Nun, heute ist der Tag, an dem der nach wie vor gültige Weltrekord von Mike Powell genau einen Tag länger Bestand hat als der sogenannte Jahrhundertsprung von Bob Beamon.

Es ist aber trotzdem nicht der älteste bestehende Leichtathletik-Weltrekord. Den hält die Tschechin Jarmila Kratochvílová seit dem 26.07.1983, als sie in München über 800 Meter eine Zeit von 1:53,28 min lief. Die Dopinggerüchte über das Zustande kommen dieser Leistung blieben bis heute bestehen.

Zurück zum Weitsprung. Auch dort gibt es ältere Weltrekorde als den von Mike Powell. Bei den Frauen wird der Freiluft-Weltrekord (7,52 Meter) seit dem 11.06.1988 von Galina Tschistjakowa gehalten. Und auch Carl Lewis hält nach wie vor einen Weitsprung-Weltrekord, der älter als der von Mike Powell ist. In der Halle gelang ihm am 27.01.1984 in New York City ein Sprung über 8,79 Meter. Und auch in der Vergangenheit gibt es einen Weitsprung-Weltrekord, der länger Bestand hatte. So übertraf Ralph Boston am 12.08.1960 mit einer Weite von 8,21 Meter die bis dahin gültige Weltrekordweite von 8,13 Meter, die Jesse Owens am 25.05.1935 aufgestellt hat.

Ein Besuch der Maker Faire 2014 in Hannover

Am 5. und 6. Juli fand in Hannover die zweite Maker Faire in Deutschland statt. Einige Eindrücke davon habe ich im Video festgehalten. Wie auch bei der Maker Faire 2013 hat mir der Besuch Spaß gemacht und es gab viel Interessantes und Kurioses zu sehen. Manches inspiriert zum Nachmachen. Auf jeden Fall war es schön, mit den Leuten hinter den Projekten ins Gespräch kommen zu können.

Im Vergleich zum letzten Mal hat es eine sehr deutliche Verbesserung gegeben. Letztes Jahr fand die Maker Faire an nur einem Tag in nur einer Halle und dem Außengelände statt. Die Luft konnte man schneiden. In diesem Jahr war es viel angenehmer. Zum einen war es eine zweitägige Veranstaltung, zum anderen wurden jetzt auch zwei Hallen und das Außengelände genutzt. Dadurch hat sich alles doch sehr entzerrt und man konnte an den Projekten auch mal in Ruhe stehen bleiben und mit den Leuten reden.

Auch im nächsten Jahr bin ich garantiert wieder dabei.

Wem die Anreise nach Hannover zu weit ist, sollte vielleicht mal die Maker World in Ludwigshafen im Auge behalten, auch wenn sie in diesem Jahr bereits gelaufen ist.

Velo-Challenge 2014

Der Tag fing ziemlich bescheiden an. Es regnete Bindfäden und die Wettervorhersage ließ auch nichts Gutes erahnen. Am Maschsee angekommen, war ich eigentlich schon recht nass und es sah so aus, als ob die 116 Kilometer wieder einmal keine spaßige Angelegenheit werden sollte.

Meine Rennziele
Angesichts des Wetters war es natürlich wieder das oberste Ziel, unbeschadet in Hannover anzukommen. Auch wollte ich mich zeitlich verbessern und im Gegensatz zum letzten Jahr etwas intelligenter fahren, sprich den Windschatten anderer auszunutzen anstatt immer als Einzelkämpfer irgendwo zwischen den Gruppen zu fahren. Um es vorweg zu nehmen, es hat alles geklappt.

Der Start
Im Gegensatz zu meiner letztjährigen Teilnahme an der Velo-Challenge, war ich diesmal im Team unterwegs. Im Frühjahr haben wir die Equipe Wedemark beim Mellendorfer TV gegründet und haben seitdem einige gemeinsame sonntägliche Trainingsfahrten absolviert. Als Team Equipe Wedemark angetreten sind Dirk, Frank, Michael, Olaf und ich. Zusätzlich hatten wir bei der 67 Kilometerrunde noch drei Fahrer dabei.

Apropos angetreten. Bei der diesjährigen Velo-Challenge haben sich viele Teilnehmer im letzten Augenblick wohl wetterbedingt umentschieden und sind doch nicht angetreten. Zumindest war das Feld deutlich leerer als im letzten Jahr. Auch scheinen die Anmeldezahlen deutlich geringer gewesen zu sein als davor, als die Velo-Challenge als GCC-Rennen lief. Statt fünf Startblöcken gab es nur vier und auch die waren nur sehr übersichtlich gefüllt. Am Ende sollten die 116 Kilometer nur 535 Fahrer und ganze sechs Fahrerinnen absolviert haben (Vorjahr: 1065 Männer/66 Frauen)

Der Start verlief bei feinstem Mistwetter sehr reibungslos. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat uns nicht gleich ein Rettungswagen überholt. Überhaupt habe ich auf der ganzen Strecke weder Rettungsfahrzeuge im Einsatz noch sonst irgendwelche Stürze oder deren Folgen gesehen.

Unterwegs
Im Hannoveraner Regen ging es am Maschsee Richtung Süden und das Feld musste sich erst einmal sortieren. Nach einer 90-Grad-Kurve, wo ich eigentlich die ersten Stürze vermutete, ging es nach Hemmingen und Wilkenburg. Es folgten Harkenbleck, Pattensen, Hüpede, Gestorf und Eldagsen. Das Wetter war nach wie vor ziemlich mistig, aber der Regen hatte nachgelassen und die größte Sauerei kam eigentlich eher von unten – die Gischt des Vordermanns. Bis dahin konnte ich recht gut mit meiner Gruppe mitfahren, auch wenn mir das Tempo auf Dauer zu hoch war. Das sollte sich aber schlagartig reduzieren (zumindest mein Tempo).

Die erste Steigung
Es folgte die erste größere Steigung – der kleine Deister. Im Vergleich zu 2013 ging es diesmal etwas flotter. Ich bin zwar immer noch keine Bergziege und habe dort auch etwas den Anschluss verloren, war oben aber bei Weitem nicht so erschöpft wie im letzten Jahr. Freundlicherweise hat es Dirk oben etwas langsamer angehen lassen und mich wieder rangeführt. Kurz darauf haben wir auch Olaf wieder eingeholt, der auch gewartet hatte. Im Gruppenrahmen ging es dann weiter über Coppenbrügge Richtung Bad Münder.

Pffft! – Eine Reifenpanne kostet Zeit
Kurz vor Hachmühlen, ich war immer noch in meiner Gruppe unterwegs, gab es eine kleine Abfahrt mit anschließendem kurzen Anstieg. Bei dieser Abfahrt habe ich ordentlich beschleunigt und bin kurzfristig meiner Gruppe davongefahren, um mich am Anstieg wieder einfangen zu lassen. Vermutlich haben die hinteren Leute gedacht, dass dieser Ausreißversuch wohl nix gewesen sei. Ich musste einfach den Schwung nutzen, um die Steigung etwas einfacher nehmen zu können. Kurz darauf haben einige vermutlich gelacht.

Nach knapp 48 Kilometern bzw. 1 Stunde 21 Minuten verlor verlor mein Hinterrad mit einem lang gezogenen „Pffft“ Luft und ich durfte erst einmal den Schlauch wechseln, was mich insgesamt knapp acht Minuten gekostet hat. Während ich mit der Reparatur beschäftigt war, fuhr mein Teamkamerad Michael, der einige Minuten hinter mir war, an mir vorbei und hatte noch einen Spruch für mich übrig, wieso ich denn schon wieder am Reifenflicken wäre. Mich hatte es vor einiger Zeit schon einmal im Training erwischt. Fatalerweise habe ich es mit meiner Pumpe nicht geschafft, einen ordentlichen Reifendruck zu erzeugen. Zu Hause habe ich nachgemessen. Ich bin das restliche Rennen mit 2,5 bar auf dem Hinterrad gefahren. Das hatte natürlich vermehrte Anstrengungen zur Folge. Außerdem musste ich in den Kurven aufpassen, da der Mantel seitlich abrollte oder mir zumindest das Gefühl davon gab.

Kurz nach dem ich wieder auf’s Rad gestiegen bin konnte ich mich einer Gruppe anschließen. Bei der konnte ich leider nicht lange bleiben, da sich meine Oberschenkelmuskulatur meldete und mir bedeutete, ich solle mich mal etwas zurück halten. Es war noch kein Krampf, aber knapp davor. Dieser Zustand hielt dann auch bis ins Ziel an, wobei es Phasen gab, in denen ich nichts davon merkte.

Der Nienstedter Pass
Aus südlicher Richtung ist der Nienstedter Pass eigentlich gar nicht so schlimm. Das Unangenehmste dabei ist die Fahrt nach Nienstedt selbst, bevor es danach gerade mal 800 Meter durch den Wald auf den Pass selbst geht. Auch diesmal ging es mit meiner Geschwindigkeit deutlich nach unten und ich bin zeitlich nur geringfügig schneller gewesen als im letzten Jahr. Dafür war ich aber oben angekommen deutlich ausgeruhter und entspannter als im Vorjahr. Aber auch diesmal war natürlich die Abfahrt das Highlight. Mein Tacho zeigte zwischenzeitlich über 69 km/h an. Meine Pulsuhr maß immerhin noch 66,5 km/h. In den Kurven bin ich natürlich wesentlich vorsichtiger unterwegs gewesen. Zum einen war die Strecke noch nicht trocken, zum anderen hatte ich ja noch das Problem mit dem Hinterrad.

In Egestorf war glücklicherweise die Bahnschranke oben, so dass ich dort keine zusätzlichen Zeitverluste hinnehmen musste.

Zurück nach Hannover
Nach dem Nienstedter Pass habe ich mich einer Gruppe angeschlossen, bin in einer der vorderen Positionen mitgeschwommen und habe gelegentlich das Tempo hoch gehalten. Unterwegs haben wir dann auch Michael wieder überholt, der über Magenkrämpfe klagte. Nach dem letzten Verpflegungspunkt auf der Strecke auf dem Gehrdener Berg ging es über Ronnenberg, Weetzen Richtung Pattensen und von dort wieder zurück nach Hannover.

Im Ziel
Beim Einbiegen auf die Schützenallee, also der verlängerten Zielgeraden, überholte mich dann aus heiterem Himmel Michael noch einmal, mit dem ich dann gemeinsam durch’s Ziel gefahren bin. Im Ziel selber wurden wir glücklicherweise nicht gleich von den Transpondereinsammlern überfallen. Das fand ich im letzten Jahr ziemlich unangenehm, weil meine Beine in dem Moment noch gar nicht auf das Stehen vorbereitet waren. Diesmal war das aber kein Problem. Meine Beine waren halbwegs okay und die Transpondereinsammler kamen erst deutlich nach der Ziellinie. Geschafft! Genau rechtzeitig kam auch noch die Sonne endlich raus.

Das Ergebnis
Mit einer Fahrzeit von 3:37:07 war ich über 20 Minuten schneller als 2013, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,06 km/h entspricht. Das lag zum einen am diesmal fehlenden Wind, der mir aber nicht wirklich gefehlt hat. Zum anderen hatte ich deutlich mehr Trainingskilometer auf dem Buckel und das Fahrrad war besser auf mich eingestellt. Wenn die Bedingungen stimmen, dürfte im nächsten Jahr noch deutlich Luft nach oben sein, da ich ja auch viel Zeit durch den Reifenwechsel verloren habe. Am Ende lag ich auf Platz 392 von 535. Im Verhältnis ist dies deutlich besser als im letzten Jahr. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden damit.

Was gibt es sonst noch zu sagen?
Wie im letzten Jahr auch war die Stimmung südlich des Deisters deutlich besser als nördlich davon. Dies mag zum einen am Wetter gelegen haben, zum anderen waren die Zuschauer vielleicht auch einfach nur gerade beim Mittagsessen als ich vorbei fuhr. Seitens der Streckenabsperrungen konnte man nicht meckern. Es waren wieder viele Helfer im Einsatz, die dafür gesorgt haben, dass uns nicht irgendwo Autos auf der Strecke das Leben schwer machten.

Bei den Verpflegungsstationen gab es wie im letzten Jahr Wasser und Bananen. Auch diesmal habe ich Flaschen mit geschlossenem Verschluss bekommen. Das ist etwas unpraktisch. Schließlich geht’s ja immer gleich in die nächste Abfahrt und man sollte da doch besser mindestens eine Hand am Lenker haben. Und mit den Zähnen die Flasche aufdrehen ist etwas mühsam. Immerhin habe ich in diesem Jahr überall fein säuberlich halbierte Bananen bekommen und nicht eine geschlossene ganze.

Was kann der Veranstalter verbessern?
Zum einen sollten die Helfer an den Verpflegungsstationen angewiesen werden, dass die Verschlüsse der Wasserflaschen leicht geöffnet übergeben werden sollten. Das würde den Fahrern sicherlich das Trinken erleichtern. Zum anderen könnte der Veranstalter sich mal etwas für die Fahrer im Zielbereich einfallen lassen. Ein Blick auf die Göttinger Tour d’Energie würde reichen. Dort gibt es für weniger Startgeld im Anschluss noch Nudeln und Hefeweizen für alle Teilnehmer. Vorab gab’s auch noch ein Frühstück. Da wirkt die Veranstaltung in Hannnover doch reichlich lieblos gegen. Auch die Beilagen im Starterpack waren in Göttingen deutlich üppiger. Auch wäre es schön, wenn zumindest an den Verpflegungsstationen vernünftige Luftpumpen zur Verfügung stehen würden.

Trotzdem werde ich im nächsten Jahr wieder teilnehmen. Schließlich ist es das Heimatrennen.

Hier wieder ein paar Randdaten meiner Pulsuhr.